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Die Vorgabe „das billigste unter gleichen Arzneien“ stößt auf Kritik.
 
Gesundheitspolitik 22. Oktober 2009

Nur mehr das Billigste ?

Durch einen Vertrag zwischen Salzburger Kasse und Ärztekammer zu ökonomischer Verschreibweise sollen im Jahr vier Millionen Euro eingespart werden.

Im Reformpaket von Hauptverband und Ärztekammer ist viel die Rede von Einsparungen. Erstmals konkret umgesetzt sollen diese nun in Salzburg werden. Dort werden zurzeit im Jahr 126 Millionen Euro für Medikamente ausgegeben, dieser Betrag steigt jährlich um zehn Prozent.

Vertraglich festgelegt wurde kürzlich, dass ab Jahresbeginn 2010 bei gleichen Medikamenten nun das jeweils günstigste verschrieben werden muss. Diese Konkretisierung der Ökonomierichtlinie soll durch EDV-Unterstützung leicht im Praxisalltag umsetzbar werden.

Innerhalb der Ärzteschaft trifft die neue Vereinbarung keineswegs nur auf Gegenliebe oder gar auf Begeisterung. Gerade aus Niederösterreich kommt heftige Kritik: Die Vereinbarung würde ein Sparen auf dem Rücken sowohl von Ärzten als auch Patienten bedeuten. Und die wirklichen Probleme des Systems würden weiter ungelöst bleiben. Geortet werden zudem mögliche medizinrechtliche Konsequenzen: So könnte die Wahl des billigsten Medikaments zum Anlass für eine Schadenersatzklage werden, wenn es nicht den gewünschten Erfolg zeigt.

Diese Bedenken werden von der Sozialversicherung schlichtweg als „absurd“ bezeichnet. Noch dazu, wo vorgesehen sei, die eingesparten Mittel in den Einsatz moderner Medikamente zu investieren. Auch das Prinzip der Therapiefreiheit würde durch die neue Regelung in keiner Weise in Frage gestellt. Angekündigt wird die alsbaldige Ausweitung dieses Projektes auf ganz Österreich.

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der pharmig: Sparen am Rücken der Patienten

Von Dr. Christoph Reisner, Präsident der niederösterreichischen Ärztekammer: „Die Ärzte sind nicht die Kostentreiber im Gesundheitswesen.

Von Dr. Karl Forstner, Präsident der Ärztekammer für Salzburg: „Eine gute Vereinbarung mit dem Vertragspartner

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 43 /2009

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