zur Navigation zum Inhalt
Foto: Ärzte-Woche-Montage
 
Gesundheitspolitik 13. Oktober 2009

Anreize für die Vorsorge

Nur knapp zwölf Prozent der Bevölkerung gehen zu Gesundenuntersuchungen. Alle Versuche, diesen Wert zu steigern, haben bislang zu kurz oder gar nicht gegriffen

.

Aktuelle Analysen der Ärztekammer zeigen deutlich: Die im Mutter-Kind-Pass vorgesehenen Untersuchungen werden dann gerne in Anspruch genommen, wenn sie mit finanziellen Anreizen gekoppelt sind. In Oberösterreich erhalten Eltern eine Prämie von 370 Euro, wenn sie zu allen Untersuchungen gehen und dies dokumentieren lassen. Der Erfolg: 65 Prozent nehmen die Vorschuluntersuchung wahr – in Wien sind es nur knapp 30 Prozent. In Niederösterreich gibt es seit 2006 einen Vorsorgepass: Nach vier absolvierten Untersuchungen innerhalb von vier Jahren wird ein „Gesundheitsbonus“ in Form eines Gutscheins zugesagt. In diesem Bundesland nehmen derzeit nur sechs Prozent der Bevölkerung an Gesundenuntersuchungen teil – die Hoffnung besteht weiter, diese Zahl deutlich steigern zu können. Diskutiert werden auch immer wieder Anreize durch eine Art Bonus-Malus-System bei den Beiträgen zur Krankenversicherung. Wobei sich angesichts der Finanzlage der Krankenkassen die Frage aufdrängt, ob überhaupt Mittel vorhanden wären, wenn sich die Inanspruchnahme deutlich erhöhen würde. Offen ist auch, welche Effekte auf die Gesundheit konkret realisierbar wären, denn in Österreich existieren dazu viel zu wenige konkrete Daten, die als Ausgangspunkte dienen könnten. Insgesamt scheint es daher eher um politisches Hickhack zu gehen als darum, Wege zu konsequenten Beiträgen zu legen und Maßnahmen, die von der Reparatur- zur Präventivmedizin führen können, substanziell zu unterstützen.

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Dr. Walter Arnberger, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte in Salburg: Zu wenig Mittel für Vorsorgemedizin

Von Dr. Johannes Püspöck, Leiter der niederösterreichischen Agentur für Gesundheitsvorsorge: „Auch nachgehende Motivationsarbeit für Vorsorgemedizin wichtig.

Von Dr. Martin Sprenger, Stellvertretender Leiter des Lehrgangs für Public Health an der Medizinischen Universität Graz: „Nötig sind auch sozial- und bildungspolitische Maßnahmen.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 42 /2009

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben