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Gesundheitspolitik 6. Oktober 2009

Maßnahmen gegen Adipositas

Übergewicht gilt oft als individuelles Versagen. Echte Lösungsansätze bleiben auf der Strecke.

Laut einer rezenten Umfrage von Marketagent.com suchen nur 7,6 Prozent der zu den Themen Abnehmen und Selbstmedikation Befragten bei Übergewicht einen Mediziner auf. Weithin bekannt ist, dass ein Zusammenhang zwischen Übergewicht und verschiedensten Folgeerkrankungen besteht, dass immer mehr Menschen einen BMI über 25 aufweisen und auch immer mehr Kinder und Jugendliche übergewichtig sind.

Trotzdem wird Adipositas oft nicht als „Krankheit“ betrachtet. Im Gegenteil: Betroffene werden nicht selten mit schnellen Ratschlägen abgespeist – sie sollten sich eben gesünder ernähren und mehr bewegen –, ohne auszuführen, wie dies konkret aussehen soll und mit der individuellen Lebensrealität zu vereinbaren ist. Oder sie werden mehr oder weniger offen dafür kritisiert, dass sie ihr Gewicht nicht im Griff haben, anstatt wirkliche Unterstützung oder langfristige Begleitung zu erhalten.

Auch wenn punktuell Projekte der Vorsorgemedizin mit Blickpunkt auf Ernährung und Bewegung laufen, an deren Kosten sich regionale Sozialversicherungen beteiligen: Wirkliche Abrechnungsposten gibt es erst, wenn ein sehr hoher BMI erreicht ist oder sich bereits diverse Folgeerkrankungen zeigen. Gerade dann ist aber nachhaltiges Abnehmen besonders schwierig. Im Vordergrund steht also auch hier der Reparaturansatz, was gerade bei einem so vielschichtigen Problem viel zu kurz greift.

Dazu noch ein Hinweis in eigener Sache: Aktuell haben Hauptverband, Gesundheitsministerium und Ages Ergebnisse aus dem Projekt „Richtig essen von Anfang an!“ vorgestellt – die Ärzte Woche wird Ergebnisse und Forderungen in der nächsten Ausgabe vorstellen.

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Prof. Dr. Elisabeth Ardelt-Gattinger, Psychologin, Psychotherapeutin, Vizepräsidentin der Obesity Academy Austria: Gesundheit mit jedem Gewicht

Von Elisabeth M. Jäger, Koordinatorin der Adipositas-Selbsthilfegruppen in Nord- und Ostösterreich: „Menschen mit Übergewicht werden oft stigmatisiert.

Von Prof. Dr. Rudolf Prager, Präsident der Österreichischen Adipositasgesellschaft: „Präventiver Ansatz muss mehr Bedeutung bekommen.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 41 /2009

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