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Silvia Mériaux-Kratochvila Präsidentin des Bundesverbands der PhysiotherapeutInnen
 
Gesundheitspolitik 30. September 2009

Immer wieder wird die Finanzierung von Physiotherapie verweigert.

Wir erhalten immer wieder Meldungen vor allem von freiberuflichen Physiotherapeuten, dass die Finanzierung von Therapien durch die Kassen verweigert wird. Betroffen sind vor allem Wien und die Steiermark. Wobei: Wer sich darüber via Brief beschwert oder einen schriftlichen Ablehnungsbescheid einfordert, bekommt meist die Bewilligung im zweiten Anlauf. Aber: Gerade Menschen, die immobil sind oder schwerwiegende Probleme mit chronischen Krankheiten haben, geben meist schon bei der ersten Ablehnung auf. Vielen ist auch der Weg des Einspruchs gar nicht bekannt.

Probleme gibt es zudem immer wieder bei Menschen, die über einen längeren Zeitraum Physiotherapie benötigen. Es ist überhaupt keine Frage, dass die Sozialversicherung ein Recht hat zu wissen, warum die Therapie weiter wichtig ist und was sie bewirkt. Bedeutsame Gründe sind dabei oft die Erhaltung des aktuellen Gesundheitszustands und die Verhinderung einer Verschlechterung.

Es ist generell absurd, dass eine ärztliche Verordnung für Physiotherapie noch einmal kontrolliert wird. Noch dazu oft durch einen Arzt, der weder den Patienten kennt noch aus dem spezifischen Fachgebiet kommt. Natürlich wissen Ärzte, was sie verordnen und dass sie damit Kosten verursachen – sie gehen also entsprechend mit dieser Maßnahme um.

Die Kontrolle verursacht nur hohe Kosten und bringt gerade für jene, die eigentlich Therapien am dringendsten benötigen, Probleme beim Zugang.

Dass es so wenige Physiotherapeuten mit Kassenvertrag gibt, liegt an den angebotenen Tarifen, welche die Finanzierung einer Praxis häufig unmöglich machen. Die Institute hingegen setzen vor allem auf die passiven Therapien, wo in viel kürzerer Zeit wesentlich mehr Patienten durchgeschleust werden können.

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt:
(Un-)Zugang zur Physiotherapie

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Prof. DDr. Mag. Anton Wicker, Juniorpräsident der Österreichischen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation: Bewegungsorientierte Formen der Physiotherapie sollten leichter zugänglich sein.

Von Mag. Jan Pazourek, Generaldirektor-Stellvertreter der Wiener Gebietskrankenkasse „Es gibt keine Einschränkungen bei der Verordnung von Physiotherapie.

Mag. Christian Freihsleben-Teutscher, Ärzte Woche 40 /2009

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