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Bewegungsorientierte Therapien sind personal- und daher kostenintensiv.
 
Gesundheitspolitik 1. Oktober 2009

Un-Zugang zur Therapie

Für eine rasche, transparente und leistbare Versorgung mit Krankengymnastik & Co. bestehen hierzulande vielfältige Hindernisse.

Physiotherapie hat einen wichtigen Stellenwert im Gesamtkonzept medizinischen Handelns. Allerdings ist sie nicht für jeden, der sie benötigt, so einfach und schnell zugänglich, wie es wünschenswert wäre.

Ob jemand von der Kasse die Übernahme der Kosten für Physiotherapie genehmigt bekommt, hängt offenbar auch davon ab, in welcher Region er lebt, wer gerade im chefärztlichen Bereich Dienst hat und wie hartnäckig er im Nachfragen ist. Der Bundesverband der PhysiotherapeutInnen Physio Austria beklagt zudem, dass häufig Probleme bei der Bewilligung von Folgetherapien auftreten. Der Österreichische Hausärzteverband kritisiert an dieser Vorgangsweise vor allem, dass „Beamte einfach medizinische Verordnungen reif für das Altpapier machen“.

Besonders wer in ländlichen Gebieten eine mobile Physiotherapie braucht, muss sich oft auf lange Wartezeiten einstellen. Nicht selten erhält er auch die Nachricht, dass in der jeweiligen Region kein Therapeut verfügbar ist, der es sich leisten kann bzw. gewillt ist, zu den Kassen-Tarifen zu arbeiten.

Gerade in der medizinischen Hauskrankenpflege wäre dieses Versorgungsangebot aber oft sehr wichtig, um eine Rehabilitation zu unterstützen oder eine weitere Verschlechterung des Gesundheitszustands möglichst abzubremsen. Es liegt klar auf der Hand, dass damit Folgekosten im Gesundheits- und Sozialbereich vermieden werden können. Bedauerlicherweise werden jedoch offenbar in der Praxis des schwer durchschaubaren Finanzierungsdschungels der heimischen Gesundheitspolitik einfache und logische Kalkulationen selten angestellt.

Die Kassen verweisen stoisch auf das „ausreichende Angebot der physikalischen Medizin“. Dass manche Bevölkerungsgruppen einen deutlich erschwerten Zugang dazu haben, wird gerne ausgeblendet.

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Prof. DDr. Mag. Anton Wicker, Juniorpräsident der Österreichischen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation: Bewegungsorientierte Formen der Physiotherapie sollten leichter zugänglich sein.

Von Mag. Jan Pazourek, Generaldirektor-Stellvertreter der Wiener Gebietskrankenkasse „Es gibt keine Einschränkungen bei der Verordnung von Physiotherapie.

Von Silvia Meriaux-Kratochvila, Präsidentin des Bundesverbands der PhysiotherapeutInnen: „Immer wieder wird die Finanzierung von Physiotherapie verweigert.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 40 /2009

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