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Foto: Privat
Mag. Erwin Gisch, Geschäftsführer des Fachverbands der Versicherungsmakler
 
Gesundheitspolitik 21. September 2009

Versicherungsschutz für Risikosport könnte sich ändern.

Ich glaube, dass in Hinblick auf die Versicherung von Unfällen gerade im Zusammenhang von riskanten Sportarten ein Diskussionsprozess angesagt ist: Die Zahl jener, die Risikosport betreiben, ist offenbar im Steigen. Das zeigt sich auch darin, dass immer mehr Unfallversicherer dazu übergehen, immer mehr und detailliertere Fragen zum Versicherten und auch seinem Freizeitverhalten zu stellen, um das Risikopotenzial einschätzen zu können. Und: Nicht alle Dienstleister sind bereit, sämtliche risikobehafteten Sportarten in vollem Umfang zu zeichnen.

Es stellt sich die Frage, ob auch im Bereich der öffentlichen Versicherungen die Einteilung in Risikogruppen nötig bzw. sinnvoll ist. Wo es dann eben auch Unterschiede in den Prämien geben könnte. Denn letztlich handelt es sich um ein System mit beschränkten finanziellen Ressourcen. Natürlich hat eine öffentliche Versicherung einen etwas anderen Auftrag und damit Schwerpunkte in der Vorgehensweise als eine private. Aber wenn, wie dies momentan der Fall ist, die Zahl jener steigt, die sich sehr bewusst großen Risiken aussetzen, stellt sich schon die Frage, wie damit umzugehen ist.

Zum Thema Helm ist zu sagen: Alles, was die Sportausübung sicherer macht, ist als Risikoreduzierung zu begrüßen. Wie ist dass dann aber mit jemandem, der einen Unfall hat und keinen Helm getragen hat? Welche Konsequenzen ergeben sich hier in finanzieller Hinsicht? Oder sollen jene, die einen Helm tragen, durch einen Bonus bei den Prämien einen zusätzlichen Anreiz erhalten? Auch hier ist also noch eine vertiefende Diskussion nötig, die versicherungstechnische wie risiko- und prämienäquivalierende Fragen berücksichtigen muss.

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt: Wer stürzt, ist selber schuld?

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Prof. Dr. Peter Schober, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Sportmedizin: Anstelle von neuen Gesetzen sollte Sicherheit beim Sport positiv besetzt werden.

Von Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit und Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV): „Schuldhaftes Verhalten“ ist eine nicht greifbare Größe.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 39 /2009

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