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Foto: PhotoDisc
Die Hoffnung, Querschnittlähmungen bald mittels Stammzelltherapie heilen zu können, hat einen dramatischen Dämpfer erfahren.
 
Gesundheitspolitik 16. September 2009

FDA „rudert“ zurück

Therapieversuch mit embryonalen Stammzellen gestoppt

Wenige Tage nach dem Amtsantritt von US-Präsident Barack Obama hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA Ende Jänner 2009 die erste klinische Studie mit ES-Zellen an Querschnittsgelähmten genehmigt. Dieser Schritt wurde medial als „revolutionär“, „bahnbrechend“ und „richtungsweisend“ für die weltweite Stammzellenpolitik gefeiert. Nun rudert die FDA überraschend zurück.

Die Erlaubnis an die US-Biotech-Firma Geron wurde im August 2009 zurückgezogen, so die New York Times (online, 18. 08. 2009). Es dürfen keine klinischen Tests an Patienten beginnen, die Versuche an Menschen seien verfrüht, da das Risiko für die Patienten, durch die ES-Zellen an Krebs zu erkranken, zu hoch und von Geron nicht ausgeräumt sei, argumentiert die FDA. Den Ausschlag für diese Entscheidung gaben offenbar neue Daten aus Tierversuchen zur Dosierung.

Viele offene Fragen

Viele grundlegende Mechanismen haben die Forscher bislang nur teilweise verstanden – dadurch besteht ein großes Risiko für die Behandelten. Ob und wann Tests mit humanen embryonalen Stammzellen für Querschnittsgelähmte stattfinden können, steht im Moment wieder in den Sternen. Viele Firmen, die in die Stammzellforschung investiert haben, drängen nun in Richtung klinische Studie. Nur wenn es marktfähige Präparate gibt, lohnen sich die hohen Investitionen der letzten zehn Jahre.

 

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