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Foto: 2009 Congress Centrum Alpbach
Alle Jahre wieder werden bei den Gesundheitsgesprächen in Alpbach die nötigen Reformen debattiert. Aber wo bleibt endlich die Umsetzung?
 
Gesundheitspolitik 17. September 2009

Tun statt Wollen

Alle wissen, was zu tun wäre, dennoch passiert seit Jahrzehnten nichts.

Dem Künstler Andy Warhol wird der Satz zugeschrieben „Der Beweis für das Können ist das Tun“. Publiziert hat ihn jedenfalls der Schriftsteller Uli Swindler in einem im Sommer erschienenen Roman. Am Ende dieses Sommers hätte man diesen Satz auch den Akteuren des heimischen Gesundheitswesens bei den diesjährigen Alpbacher Reformgesprächen sagen können, unkten Beobachter. Denn im Grund sind sich alle einig, wo die Probleme im Gesundheitswesen liegen und welche Reformen nötig sind. Dennoch stocken genau diese seit Jahren, wenn nicht bereits seit Jahrzehnten.

Warum also geht nichts Grundsätzliches weiter? Die Politik sei schuld, sind sich Ärzte, Sozialversicherungen und Pharmaindustrie einig, wenn man sie fragt. Doch wer genau? Die Länder? Der Gesundheitsminister? Dessen Herkunft hat sich in den vergangenen neun Jahren mehrmals geändert – FPÖ, BZÖ, ÖVP, SPÖ.

Bei den Gesundheitsgesprächen in Alpbach zeigte sich zumindest auch Bewegung bei den Ländern, die für die Spitäler zuständig sind. Der zuständige niederösterreichische Landesrat Wolfgang Sobotka räumte erstmals ein, dass sich auch die Länder bewegen müssten und eine Zusammenführung der Geldströme von niedergelassenem und stationärem Bereich nötig seien.

Doch wie das im Detail aussehen soll, scheidet immer noch die Geister. Man streitet vorerst lieber über Formulierungen. Der Begriff „Finanzierung aus einer Hand“ ist der Formulierung „Finanzierung aus einem Topf“ gewichen. Der Grund: Jeder wollte die Hand sein, also alles Geld verwalten, aber keiner wollte sein Geld der anderen Seite geben. Einen Topf könnte man gemeinsam verwalten, glauben viele Politiker und Kassenfunktionäre.

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Dr. Hubert Dreßler, Präsident des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs, Pharmig: Das Konzept der Gesundheitsregionen endlich aus der Schublade holen.

Von Dr. Walter Dorner, Präsident der Österreichischen Ärztekammer: Zögerlichkeit und mangelndes Vertrauen bringen Reformprozess zum Stocken.

Von Dr. Hans Jörg Schelling, Verwaltungspräsident des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger: Gesundheitsziel fehlt.

Von Bettina Benesch und Martin Rümmele, Ärzte Woche 38 /2009

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