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Video Unique: Animation, Regie: Ulla Kopf
 
 
Gesundheitspolitik 9. September 2009

Keine Eingriffe an unter 18-Jährigen

Aktuell entsteht eine Scheinnormalität, in der plastische Operationen als etwas Alltägliches behandelt werden, ähnlich einem Friseurbesuch. Das ist eine Marketingstrategie, denn es geht um viel Geld mit Video

Sogenannte Schönheitsoperationen sind Eingriffe an Gesunden und kosten zwischen 2.000 und 10.000 Euro. Wie bei jedem Eingriff können Komplikationen auftreten. Gefragt wäre eine klarere Regelung der nötigen Qualifikationen von AnbieterInnen und der einzelnen Beratungsschritte. Standard sollte auch ein Gespräch mit entsprechend geschulten, unabhängigen Beratern sein. Die Empfehlung des Europäischen Parlaments aus dem Jahr 2002, Brustimplantationen an unter 18-Jährigen nur bei medizinischen Gründen zu erlauben, ist wichtig. Angesichts der Entwicklung der letzten Jahre sollte nun generell ein Verbot von Schönheitsoperationen an Minderjährigen diskutiert werden. Verbote sind immer heikel – gerade wenn es um scheinbar persönliche Entscheidungen geht. Doch Schönheitsideale haben große normierende Kraft, besonders seit Schönheit als machbar gilt – und mit ihr Erfolg und Glück. Ein solch sensibler Bereich darf nicht den Gesetzen des Marktes überlassen werden.

Gefordert sind auch die Medien, verantwortungsbewusst mit dem Thema umzugehen. Dass gerade Frauenmagazine an Anzeigen von Schönheitschirurgen verdienen, macht die Sache nicht einfacher. Neue gesetzliche Regelungen zur Werbung müssen diskutiert werden. Generell sind Maßnahmen zur Stärkung von Selbstbewusstsein und Körpergefühl bei Mädchen und Burschen nötig, bei denen es auch um das aktuelle Thema „Schönheit“ und den Wert von Vielfalt gehen muss. Impulse liefert etwa der von uns im Vorjahr mit Mädchen produzierte Film UNIQUE! (anzusehen auf www.SpringerMedizin.at kostenlos bestellen bei www.fgz.co.at).

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt: „Hässlichkeit“ heilen?

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Dr. Hildegunde Piza , Fachärztin für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie sowie emeritierte Leiterin der Universitätsklinik für Plastische Chirurgie in Innsbruck: Geld als treibende Kraft für den plastischen Operateur lässt die Aufklärung oft zu kurz ausfallen.

Von Prof. Dr. Maria Deutinger, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie: Zusätzliche Reglungen für die Durchführung von plastischen Operationen sind nicht nötig.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 37 /2009

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