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Foto: Archiv
Dr. Hildegunde Piza, Fachärztin für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie sowie emeritierte Leiterin der Universitätsklinik für Plastische Chirurgie in Innsbruck
 
Gesundheitspolitik 9. September 2009

Geld als treibende Kraft für den plastischen Operateur lässt die Aufklärung oft zu kurz ausfallen

Zunächst ist an die Eigenverantwortlichkeit des Arztes zu appellieren: Natürlich sollte ich nur jene Eingriffe vornehmen, zu denen ich auch aufgrund von Aus-, Fortbildung und langjähriger Erfahrung befähigt bin. Wobei „Schönheitsmedizin“ ja ein sehr weites Feld ist – so geht es ja auch etwa um den Einsatz von Laser oder z. B. von Einspritzungen.

Eigentlich muss hier die Rede von Klienten und Klientinnen und nicht von Patienten sein, denn es handelt sich ja um Eingriffe an gesunden Menschen. Umso wichtiger ist eine sehr gründliche und umfassende Aufklärung, bei der es auch um Alternativen zu verschiedensten Eingriffen gehen muss. In der Ausbildung der Mediziner werden das Thema und die Technik der Zuwendung jedenfalls nach wie vor sicher vernachlässigt. Da Geld hier eine treibende Kraft ist, kommt das Gespräch leider viel zu oft zu kurz.

Vehement abzulehnen ist auch jeder zeitliche Druck auf die KlientInnen – nach dem Motto: ‚Gleich morgen kann ich einen Termin anbieten!‘

Es gibt viele Eltern, die meinen, ihrem Kind mit dem Geschenk einer ‚schöneren Nase‘ oder größerer oder kleinerer Brüste etwas Gutes zu tun. Hier muss ganz deutlich auf die möglichen Nebenwirkungen sowie auf zu erwartende Folgeoperationen hingewiesen werden.

Angesetzt werden sollte auf jeden Fall in der Schule, wo ‚Schönheit‘ in Verbindung mit Selbstbewusstsein stärker thematisiert werden müsste. Gerade jüngere Mädchen werden von Schönheitsidealen oder durch Sendungen wie der „Schwan“ beeinflusst, wo „Auserwählten“ dann alle Eingriffe in Bezug auf vermutete ‚Problemzonen‘ bezahlt und vor laufender Kamera durchgeführt werden, als wären sie völlig harmlose Routineeingriffe.

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt: „Hässlichkeit“ heilen?

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Dr. Felice Gallé , Frauengesundheitszentrum Graz: Ausführliche Aufklärung und Verbot von Eingriffen an unter 18-Jährigen.

Von Prof. Dr. Maria Deutinger, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie: Zusätzliche Reglungen für die Durchführung von plastischen Operationen sind nicht nötig.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 37 /2009

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