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Prof. Dr. Maria Deutinger, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie
 
Gesundheitspolitik 9. September 2009

Zusätzliche Reglungen für die Durchführung von plastischen Operationen sind nicht nötig.

Nicht wenige plastische Operationen werden heute von Ärzten durchgeführt, denen die nötige fachliche Qualifikation und Erfahrung fehlt. „Ästhetischer Chirurg“ oder „Schönheitschirurg“ sind keine anerkannten Facharztbezeichnungen in Österreich. Es ist für die Klienten wichtig, sich über die fachliche Qualifikation des Operateurs zu informieren. Die plastische Chirurgie hat als einziges Fach in ihrer Ausbildung auch ästhetische Operationen vorgesehen.

Die Bandbreite plastischer Operationen ist groß und es gibt Eingriffe, die in guter Qualität auch von Ärzten anderer Fachrichtungen durchgeführt werden, wenn sie sich Zusatzausbildungen unterzogen haben. Ich halte es nicht für zielführend, das qualitative Angebot über Einschränkungen und Verbote an bestimmte Fachrichtungen regeln zu wollen.

Es gibt gerade bei Mädchen und Frauen unter dem falschen Titel „Schönheitsoperation“ nach wie vor einen auch von den Medien ständig angeheizten Boom. Sehr kritisch zu sehen ist es, wenn solche Eingriffe Hauptpreise von Gewinnspielen sind. Viel zuwenig thematisiert wird zudem, dass es sich hier um Operationen handelt, bei denen Komplikationen möglich sind. Gleichzeitig bringen äußere Veränderungen nicht automatisch die erhoffte innere Zufriedenheit.

Gerade die Fachärzte für plastische Chirurgie arbeiten oft mit Psychologen zusammen. Hinter dem Wunsch nach „Schönheit“ können sich psychische Probleme verbergen, die abgeklärt gehören. Wir arbeiten daran, psychologische Inhalte in der Aus- und Fortbildung von Fachärzten für plastische Chirurgie auszuweiten.

Sehr genau wird künftig geprüft, ob die Kosten für eine plastische Operation von der Sozialversicherung übernommen werden, wie das schon auf Eingriffe zur Brustverkleinerung, Eingriffe an den Oberliedern oder Formkorrekturen nach starken operativen Gewichtsreduktionen zutrifft. Dazu sind die von der Gesellschaft und dem Hauptverband ausgearbeiteten Richtlinien heranzuziehen.

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt: „Hässlichkeit“ heilen?

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Dr. Hildegunde Piza , Fachärztin für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie sowie emeritierte Leiterin der Universitätsklinik für Plastische Chirurgie in Innsbruck: Geld als treibende Kraft für den plastischen Operateur lässt die Aufklärung oft zu kurz ausfallen.

Von Dr. Felice Gallé , Frauengesundheitszentrum Graz: Ausführliche Aufklärung und Verbot von Eingriffen an unter 18-Jährigen.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 37 /2009

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