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Gesundheitspolitik 1. September 2008

Welche Todesursachen sind für den Anstieg der sozialen Sterblichkeitsunterschiede in Österreich zwischen 1981 und 1991 verantwortlich?

HINTERGRUND: Die bildungsspezifischen Ungleichheiten in der Gesamtsterblichkeit sind zwischen 1981 und 1991 beträchtlich angestiegen. Ziel dieser Studie war, jene Todesursachen zu identifizieren, welche vorwiegend für diese Zunahme verantwortlich waren und deren exakten Anteil daran zu berechnen. METHODE: Daten der österreichischen Volkszählungen 1981 und 1991 wurden mit Sterberegisterdaten zusammengeführt. Absolute und relative Ungleichheiten wurden mit einem auf linearer Regression basierendem Ungleichheitsmaß gemessen. ERGEBNISSE: Bei den Männern trugen vorwiegend zunehmende Ungleichheiten bei ischämischen Herzkrankheiten zum Anstieg der Ungleichheiten in der Gesamtsterblichkeit bei. Ohne diesen Anstieg wären die bildungsspezifischen Mortalitätsunterschiede sogar gesunken, denn die Zunahme der Sterblichkeitsunterschiede bei Darmkrebs, Lungenkrebs, Verdauungskrankheiten und alkoholbedingten Todesfällen wurde mehr als ausgeglichen durch den Rückgang der Ungleichheiten bei Tod durch zerebrovaskuläre Krankheiten, sonstige Kreislauferkrankungen, Krankheiten des Atmungssystems und äußere Ursachen. Bei Frauen trugen neben ischämischen Herzkrankheiten auch zunehmende Ungleichheiten bei Todesfällen durch Diabetes und Darmkrebs beträchtlich zum Anstieg der generellen Sterblichkeitsunterschiede bei. Im Gegensatz zu den Ungleichheiten in absoluten Zahlen sind die relativen Sterblichkeitsunterschiede bei den Männern bei Darmkrebs und Verdauungskrankheiten und bei den Frauen bei Diabetes gestiegen. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die zunehmenden Ungleichheiten bei den ischämischen Herzkrankheiten zeigen, wie rasant sich das soziale Gefälle in der Sterblichkeit verändern kann. Gesundheitspolitische Maßnahmen, die sich auf eine Umkehr der angestiegenen Mortalitätsunterschiede konzentrieren, würden einerseits die sozialen Ungleichheiten in der Sterblichkeit reduzieren und sich andererseits positiv auf den generellen Gesundheitszustand der Bevölkerung auswirken.

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