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Gesundheitspolitik 4. September 2009

Schelling optimistisch zur Kassenfinanzierung

Den sozialen Krankenkassen in Österreich geht es derzeit relativ gut. Eine Einigung über das zwischen Hauptverband der Sozialversicherungsträger und der österreichischen Ärztekammer ausverhandelte Programm zur Kostendämpfung steht zwar aus, wäre aber zu erwarten.

Dies betonte Hauptverband-Chef Hans Jörg Schelling bei den Alpbacher Gesundheitsgesprächen (bis 5. September) am 4. September in einem Gespräch mit der APA. "1,7 Mrd. Jahre an Kostendämpfungsmaßnahmen hat die Politik bereits akzeptiert. Wir brauchen noch eine Gegenfinanzierung der Kosten für die Bundesgesundheitsagentur, die rund 70 Mio. Euro pro Jahr betragen und dann brauchen wir eine Lösung für die Rezeptgebühren-Obergrenze. Die kostet uns 77 Mio. Euro im Jahr, von denen wir derzeit nur 37 Mio. Euro abgedeckt bekommen", sagte Schelling. Im ersten Jahr der Rezeptgebühren-Deckelung waren 395.000 Versicherte Nutznießer dieser sozialpolitischen Maßnahme.

Aufwendungen für Arzneimittel positiv
Positiv wirke sich derzeit für die Krankenkassen vor allem die Entwicklung bei den Aufwendungen für Arzneimittel aus. Schelling: "Hier liegen wir bei einem Ausgabenwachstum von um die zwei Prozent." Im Gegensatz zu den in allen Budgetplänen veranschlagten sechs bis sieben Prozent sei das eben deutlich weniger. Das hätte aber niemand vorhersagen können. Faktum sei: Offenbar wirke sich schon das Andenken von Kostendämpfungsmaßnahmen auf die Aufwendungen aus.

Worauf es laut Schelling ankomme: "Wir haben natürlich riesige Herausforderungen. Wir müssen das bereits sehr löchrige Finanzierungsfundament der Krankenkassen stabilisieren. Wir müssen die Spitäler in die Planungen einbeziehen und eine Finanzierung aus einem Topf schaffen. Wir brauchen einen neuen österreichischen Gesundheitsstrukturplan. Langfristig werden wir Gesundheits- und Pflegewesen wesentlich stärker mit einander verbinden müssen. Und wir werden langfristig auch mehr Geld für die Prävention ausgeben müssen." Dies, um zumindest einen Teil der zu erwartenden Ausgabensteigerungen durch vermehrte chronische Erkrankungen zu verhindern. In einigen dieser Teilbereiche sei aber die Politik gefordert, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen.

apa.at

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