zur Navigation zum Inhalt
Foto: flickr/sarahamina / Ärzte-Woche-Montage
Die Grenzen sollen auch für das Gesundheitssystem fallen: Im EU-Nachbarland ist die Gesundheitseinrichtung oft viel leichter und rascher erreichbar.
 
Gesundheitspolitik 25. August 2009

Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung

Zwei Pilotprojekte in Niederösterreich wollen neue Akzente setzen.

Das Projekt „healthacross“ will die Landesgrenzen zwischen EU-Staaten auch für die Gesundheitsversorgung durchlässiger machen. Im Fokus steht etwa die Region rund um Gmünd. Auf tschechischer Seite ist in Grenznähe derzeit die Notfallversorgung eher problematisch: Der nächste Notarztwagen ist im 35 Kilometer entfernten Trébon, das nächste Krankenhaus im 60 Kilometer entfernten Ceské Budejovice. Es kann also lange dauern, bis ein Patient versorgt wird. Nur wenige hundert Meter von der Grenze entfernt liegt das Landesklinikum Waldviertel-Gmünd ...

 

Auch für Patienten auf österreichischer Seite wäre die Möglichkeit einer grenzüberschreitenden Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen interessant. So verfügt etwa Jindrichu v Hradec über eine moderne Dialysestation, die für Patienten aus der Region Gmünd sehr gut erreichbar ist. Außerdem gibt es im Bereich der Rehabilitation sehr umfangreiche Angebote in der Tschechischen Republik, die auch Patienten aus Niederösterreich nutzen könnten.

Gesundheitsregion

In Arbeitsgruppen mit Mitgliedern aus beiden Regionen wird nun an diesen Themen intensiv gearbeitet. Ein erster Schritt ist die Erhebung der Leistungsstrukturen, wobei es auch um die Fragen der Abrechnung über die Kassen bei einer grenzüberschreitenden Versorgung geht sowie um die Überbrückung rechtlicher Unterschiede. Als langfristiges Ziel von „healthacross“ wurde die Errichtung eines gemeinsamen Gesundheitszentrums in Gmünd/ˇCeské Velenice festgelegt.

Unterschiede in Europa abbauen

„healthacross“ versteht sich mit diesen Initiativen auch als Modellprojekt für mehr Chancengleichheit und den Abbau sozialer Klüfte zwischen den EU-Mitgliedstaaten.

Mit „Zdravi“ wurde mit der Region Südmähren heuer ein zweites Pilotprojekt gestartet. Wesentliche Ziele sind auch hier, Synergien mit Niederösterreich zu finden und damit eine bessere Nutzung der finanziellen Ressourcen von beiden Ländern bzw. die Zusammenarbeit in Richtung einer grenzüberschreitenden integrierten Gesundheitsversorgung. Thematische Schwerpunkte sind hier neben der Notfallversorgung auch das wichtige Angebot einer Strahlentherapie sowie die Bereiche Krankenhauspflege und grenzüberschreitende Gesundheitsberichterstattung.

Bei beiden Projekten besteht die Hoffnung, bis Ende des nächsten Jahres konkrete gemeinsame Schritte setzen zu können.

http://www.healthacross.eu

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 35 /2009

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben