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Foto: © Fotostudio Sissi Furgler | Mediendienst.com
Mag. Dr. Wolfgang Willibald Kuchler, Referat der Gutachterärzte der Ärztekammer Steiermark
 
Gesundheitspolitik 25. August 2009

Bundeseinheitliche Regelungen für gutachterliche Tätigkeiten von Ärzten und Ärztinnen sind notwendig.

Im Gesetz ist genau festgelegt, welche Kriterien für welche Pflegegeldstufen gelten. Es ist sehr bedauerlich, dass es trotzdem so große regionale Unterschiede gibt.

Fakt ist, dass die gutachterliche Tätigkeit für Mediziner im Vergleich zur gutachterlichen Tätigkeit anderer Berufsgruppen nach wie vor sehr schlecht honoriert ist. Es gab vor einiger Zeit schon fertig ausverhandelte Vereinbarungen die Pflegegutachten betreffend, seitens einer Sozialversicherung kam dann aber ein Njet wegen befürchteter zu hoher Kostensteigerungen. Hier besteht auf jeden Fall noch Handlungsbedarf.

In Bezug auf die Fortbildung gutachterlich tätiger Ärzte ist auf die generelle berufliche Verpflichtung dazu hinzuweisen. Im Bereich HNO werden gerade Richtlinien entwickelt, deren Ziel es ist, dass es egal ist, ob ein Gutachtensfall in Vorarlberg oder im Burgenland erhoben wird, weil es ganz klare, bundesweite Kriterien gibt. Inzwischen gibt es auch auf Bundesebene Verhandlungen u. a. zwischen Ärztekammer und Hauptverband zur Weiterentwicklung zumindest in Bezug auf das Pflegegeld. Wichtig ist sicher: Jemand, der als Gutachter tätig ist, braucht fundierte langjährige berufliche Erfahrungen, um die Ziele der Nachvollziehbarkeit, Objektivität und qualitätsvollen Arbeit erfüllen zu können. Was zum Glück fast verschwunden ist, ist die Mentalität des „Gott in Weiß“, dessen Wort immer und überall das allgültige Credo darstellt.

Eine Einbeziehung von Pflegefachkräften in die medizinische gutachterliche Tätigkeit zum Pflegegeld ist für mich kein Thema. Denn Grundlage jeder pflegerischen Tätigkeit ist immer die medizinische Diagnose sowie das damit zusammenhängende Gutachten, das sich ja ständig je nach Zustand des Pfleglings ändern kann. Die Pflege basiert ja auf der ärztlichen Aussage. Gefragt ist hier die ärztliche Fachkompetenz, daher macht auch eine gemeinsame Vorgehensweise nur dann Sinn, wenn die Pflegeseite maximal als Subgutachter tätig wird.

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt: Debatte um Pflegegeldeinstufung.

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Johannes Pundy, Pressesprecher der Pensionsversicherungsanstalt (PVA): Veränderungen bei den Pflegegeldregelungen müssen sorgfältig geplant werden.

Von Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Krankenpflegeverbands: Einbeziehung der Pflege als Chance für Pflegegeldbezieher.

Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 35 /2009

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