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Dr. Bernhard Schwarz, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie
 
Gesundheitspolitik 14. Juli 2009

Wege zu einer wirklichen Verbesserung des Gesundheitswesens

Es ist nun ein umfassender Agendakatalog entstanden, der Grundlagen für eine zukunftsfähige Entwicklung des Gesundheitswesens schafft. Dabei werden sowohl der extra- als auch intramurale Bereich angesprochen sowie die dringend nötige bessere Zusammenarbeit von den verschiedenen Finanzierungspartnern. Es wird keine Schönfärberei betrieben, auch die Schnittstellenproblematik – lange Zeit ein Tabuwort – sowie das Thema Qualität angegangen.

Es sind in dem Papier konkrete Schritte zur Umsetzung enthalten. Es ist aber wichtig, dass es nicht bei der Auflistung von Vorhaben bleibt, denn solche gab es ja schon öfters. Es besteht zudem die Gefahr, dass wichtige Felder wie die Finanzierung aus einer Hand durch die Tagespolitik wieder ausgebremst werden.

In der Einigung wird der Aspekt der stärkeren überregionalen Zusammenarbeit jedoch nicht thematisiert – obwohl es schon sehr konkrete Gespräche für eine Versorgungsregion Ost mit Wien, Niederösterreich und Burgenland gibt, wo es auch um den Spitals- und den ambulanten Bereich geht. Diese Kooperationen müssten aber ebenso Teil einer langfristig orientierten Strategie, wie sie das Papier entwickelt, sein.

Ein wichtiger Aspekt ist sicher die Förderung ambulanter Strukturen, etwa durch die Möglichkeit der Bildung von ärztlichen GmbHs. Es ist heute teilweise schwierig, offene allgemeinmedizinische Kassenstellen zu besetzen, die Anforderungen und administrativen Belastungen an diese Berufsgruppe sind sehr hoch. Der Weg wird wohl weg vom Einzelkämpfertum führen.

Inwieweit das genannte Einsparpotenzial realisierbar ist, muss sich erst erweisen, Zweifel diesbezüglich sind bis zum Beweis des Gegenteils sicher angebracht.

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Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 28 /2009

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