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Dr. Thomas Czypionka, Gesundheitsökonom am Institut für höhere Studien (IHS) in Wien
 
Gesundheitspolitik 14. Juli 2009

Eine Vereinbarung, die viele Chancen eröffnet

Ein wichtiger Ansatz in dem neuen Papier von Hauptverband und Ärztekammer sind die Medikamentenausgaben, weil diese Kosten im Vergleich zu den anderen Bereichen am stärksten steigen – pro Jahr um bis zu acht Prozent. Wobei es hier um die Kosten für den extramuralen Bereich geht. Ein Grund für die Steigerungen der Ausgaben für die Sozialversicherungen ist aber auch, dass manche Therapien verstärkt im niedergelassenen Bereich erfolgen. Etwa bei der Krebstherapie oder der Behandlung von Stoffwechselerkrankungen, wo Kosten von über 100.000 Euro pro Patient im Jahr anfallen können.

Das Besondere an der jetzigen Vorgehensweise ist, dass Effizienz zu gewinnen und die dynamische Anpassung der Strukturen des Gesundheitswesens als gemeinsame Aufgabe begriffen werden. Die ökonomische Verschreibungsweise ist sicher ein wichtiger Punkt dabei – ein Zusatzelement für die Praxis-EDV wird dann automatisch Vorschläge zu preisgünstigeren Präparaten machen. Generell wird es zu einer Forcierung der Generika kommen.

Außerdem sollen die Stellenpläne künftig wirklich konsensual festgelegt werden. Dabei werden die geplanten Strukturtöpfe sicher hilfreich sein, aus denen Ablösen für Praxen bezahlbar sind, die aufgrund geringer Auslastung nicht mehr nachbesetzt werden können.

Chancen bringt außerdem die Einigung bei der Weiterentwicklung der Qualitätssicherung im ärztlichen Bereich. Auch hier war eine gegenseitige Annäherung möglich. Als unabhängige Instanz wird nun das Bundesinstitut für Qualität im Gesundheitswesen fix einbezogen.

Den von manchen Kritikern erhobenen Vorwurf, das neue Papier sei oberflächlich, kann ich nicht nachvollziehen, da es zu allen Bereichen von beiden Seiten unterschriebene Detailvereinbarungen gibt. Auch wenn diese bislang nur zum Teil öffentlich gemacht wurden. So bietet diese Vereinbarung eine echte Chance für das österreichische Gesundheitswesen.

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Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 28 /2009

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