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Foto: Privat
Dr. Christoph Eckard, Arzt für Allgemeinmedizin
 
Gesundheitspolitik 27. Juni 2009

Ärzte sollten mehr in Netzwerken denken und arbeiten.

Also zunächst ist zu sagen: Der Druck auf niedergelassene Ärzte ist momentan von allen Seiten her sehr groß. So müssen viele Allgemeinmediziner diverse Nebenprojekte betreiben, um die Kassenpraxis überhaupt finanzieren und offenhalten zu können. Das Thema „mehr“ Öffnungszeiten steht da nicht wirklich im Vordergrund. Es kommt auch ein großer Druck von Patienten, zu ganz bestimmten Zeiten verfügbar zu sein – es möge bitte die halbe Stunde zwischen Friseur und Abendessen sein. Ich glaube nicht, dass wir all diesen Ansprüchen gerecht werden können – und auch nicht müssen.

Natürlich macht es Sinn, wenn niedergelassene Ärzte ihre Öffnungszeiten aufeinander abstimmen. Oder dass es auch in anderer Form Kooperationen gibt, um die Palette der Angebote zu erweitern. Das Projekt „Praxisnetzwerk Mödling“ enthielt viele solcher Elemente, nur wollten oder konnten sich die beteiligten Ärzte dann nicht im erforderlichen Ausmaß an die gemeinsamen Absprachen halten. Das Projekt ist eingeschlafen, wobei die Idee von styriamed, dem Netzwerk von Ärzten und Spitälern in der Steiermark, wieder aufgegriffen wurde. Es ist zu hoffen, dass dem Projekt mehr Erfolg beschieden ist. Gefragt ist dabei sicher auch die Gesundheitspolitik. Doch da scheint momentan eher das Prinzip der weiteren Belastung der Basisversorger im Vordergrund zu stehen.

Ein Problem in Niederösterreich war auch, dass unsere Kooperationsangebote vom Spital in der Region einfach ignoriert wurden. Wir hatten sehr detailliert zusammengestellt, was etwa im Bereich der Vorbefunde von den niedergelassenen Ärzten gemacht werden könnte, und erhielten trotz mehrfacher Nachfrage keine Antwort.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es Sinn macht, durch regelmäßige Patientenbefragungen auch die Zufriedenheit mit den Öffnungszeiten abzufragen und eventuelle Wünsche zu klären. Was Patienten sehr wichtig ist: dass sie nicht trotz eines Termins ewig im Wartezimmer sitzen müssen.

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Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 26 /2009

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