zur Navigation zum Inhalt
Foto: Privat
Dr. Jörg Pruckner, Obmann der Kurie der niedergelassenen Ärzte in der Steiermark
 
Gesundheitspolitik 27. Juni 2009

Die meisten Patienten kommen am Vormittag in die Ordination.

Grundsätzlich ist es zu begrüßen, wenn Ärzte kundenfreundliche Öffnungszeiten anstreben. In der Steiermark bin ich durch meinen Kassenvertrag dazu verpflichtet, pro Woche zweimal am Nachmittag oder einen Nachmittag und einen Samstag am Vormittag zu öffnen. Wobei deutlich zu sagen ist: Die meisten Ärzte stehen deutlich über jene Zeiten hinaus zur Verfügung, die am Ordinationsschild stehen. Ist also um 12 Uhr Ordinationsschluss, kommt es durchaus vor, dass um zwei Uhr noch immer jemand im Wartezimmer ist.

Meine Erfahrung – und das höre ich auch von Kollegen – ist: Wenn ich Nachmittags- und Abendordinationen anbiete, kommt dennoch die deutliche Mehrzahl der Patienten am Vormittag. Bei manchen Untersuchungen, die eine Blutabnahme beinhalten, ist dies auch gar nicht anders praktikabel. Ich bezweifle, dass z. B. Abendöffnungszeiten Patienten davon abhalten, in die Spitalsambulanzen zu fahren. Denn der Wunsch ist ja oft, dort eine möglichst rasche Abklärung zu erhalten. Wobei im Krankenhaus genauso gilt: Am Wochenende werden nur absolut unumgängliche Untersuchungen oder Eingriffe durchgeführt, alles andere wartet bis zum Montag. Das Modell von styriamed, bei dem in zwei steirischen Bezirken niedergelassene Ärzte und die jeweiligen Spitäler kooperieren, macht sicher Sinn, weil nicht zuletzt darauf geachtet wird, dass in einer Region an jedem Nachmittag oder Abend einer der Ärzte erreichbar ist. Ordinationen am Sonntag offen zu halten, ist aus meiner Sicht nicht nötig – in der Steiermark ist es endlich gelungen, die Finanzierung des Sonn- und Feiertagsdienstes zu fixieren. Dieses Angebot ist ausreichend.

Im Sinne der Weiterentwicklung des Gesundheitswesens wäre es aber wichtig, die Rahmenbedingungen für Gruppenpraxen zu verbessern. Dabei geht es sowohl darum, umfangreichere Öffnungszeiten anbieten und die Angebotspalette erweitern zu können, als auch die Last der Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen.

Lesen Sie auch die Einführung zum Thema dieser Standpunkte:
Medizin ohne Ladenschluss?

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 26 /2009

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben