zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 1. September 2008

Ausbildung Neu

Die Ärztekammer für Wien und die Medizinische Universität Wien (MUW) gehen mit einer Reform der Ärzteausbildung einen neuen gemeinsamen Weg. Jungärzte können damit im Schnitt um drei bis vier Jahre früher selbständig werden, mit dem Vorteil, dass sie noch im Studium Fertigkeiten erwerben, die sie sich bislang erst während des Turnusdienstes unter oft nicht optimalen Bedingungen aneignen mussten.

Ärztekammerpräsident Prim. Dr. Walter Dorner kündigt einen „Meilenstein in der medizinischen Ausbildung“ an: „Mit der Reform der Mediziner-Ausbildung leisten wir einen enormen Beitrag zur Verbesserung der Berufsaussichten der angehenden Ärzte.“ Ähnlich argumentiert auch Prof. Dr. Wolfgang Schütz, Rektor der MUW: Indem auch die Wartezeiten bei der Turnusausbildung verringert werden, würde die Zukunft der Jungmediziner deutlich besser abgesichert werden. Österreich brauche gut ausgebildete junge Mediziner, und das vor allem im Hausarztbereich. Dorner: „Rascher und dann bestens qualifiziert in den Beruf sowie ein Praxisbezug bereits im Studium machen die optimale Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin aus – und das ist auch der gemeinsame Ansatz unserer Initiative mit der MUW.“

Praxisorientierte Facts

Die Grundlagen für die Umgestaltung der Lehrinhalte an der MUW wurden bereits 2002/03 geschaffen. Damals hat die MUW im Rahmen der Curriculum-Reform die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Medizinstudenten bereits ab dem ersten Studienabschnitt mit praxisorientierten Facts konfrontiert werden und im Laufe ihres Studiums Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben, die bislang vor allem während der Turnusphase erworben wurden. „Damit haben wir erreicht, dass die Absolventen unmittelbar nach dem Studium bereits praktisch tätig werden können“, erklären Schütz und der für Studium und Lehre verantwortliche Vizerektor Prof. Dr. Rudolf Mallinger.
„Damit könnten Jungärzte auch um drei bis vier Jahre früher selbständig werden“, betont Dr. Thomas Holzgruber, Leiter der Rechtsabteilung der Ärztekammer für Wien. Damit dies auch real erfolge, müsste jedoch erst das geltende Ärztegesetz novelliert werden. „Egal, wie die kommende Bundesregierung aussieht, wird sie sich der Frage der Approbation von österreichischen Ärztinnen und Ärzten zu einem früheren Zeitpunkt als derzeit und der Frage des Facharztes für Allgemeinmedizin stellen müssen.“ Vorläufig bleibe aber, bedingt durch die Neuwahlen, bis Jahresende sicherlich alles beim Alten, so Holzgruber.
Sowohl Dorner als auch Schütz sind sich einig: „Die Allgemeinmediziner nehmen eine Schlüsselrolle im österreichischen Gesundheitswesen ein: Denn sie sind die erste Anlaufstelle und damit eine wichtige Vertrauensperson für die Patientinnen und Patienten.“

Quelle: MedUni Wien

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben