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Zahnheilkunde 29. Mai 2007

Wahrung der Arzt-Patienten-Beziehung

Die diesjährige Frühjahrssitzung der Europäischen Arbeitsgemeinschaft der Niedergelassenen Ärzte (E.A.N.A.) fand erstmals unter ihrem neuen Präsidenten, dem Österreicher Dr. Jörg Pruckner, am 13. und 14. April 2007 in Graz statt. Wesentlicher Schwerpunkt waren die neuen Herausforderungen an die Patientensicherheit unter den Rahmenbedingungen eines von E-Health geprägten Gesundheitssystems. Die E.A.N.A. ruft daher zur Erweiterung der Luxemburger Deklaration zur Patientensicherheit der Europäischen Union in Bezug auf E-Health-Anwendungen auf. Die Wahrung der Patienten-Arzt-Beziehung, die Problemfelder Identifizierung, Vertraulichkeit und Datenspeicherung stehen im Mittelpunkt der Forderungen der E.A.N.A.

Persönliche Beziehung

Eine der größten Herausforderungen des von E-Health geprägten Gesundheitssystems ist die Wahrung der Arzt-Patienten-Beziehung. Elektronische Anwendungen müssen sich an die Bedürfnisse von Ärzten und Patienten anpassen und nicht umgekehrt. Elektronische Kommunikation ist primär eine Ergänzung des persönlichen Arzt-Patienten-Kontakts, nur in Ausnahmefällen kann sie eine Alternative darstellen.
Ergänzend zur elektronischen Krankenversicherungskarte (e-card) kann sich die E.A.N.A. eine Identifikationskarte für Ärzte vorstellen, die europaweit Gültigkeit hat. Die eindeutige Identifikation von Patienten und Ärzten ist die Grundlage für die erfolgreiche Entwicklung von E-Health-Systemen. Die E.A.N.A. bekräftigt dabei, dass die e-card primär als Schlüsselkarte dienen soll – die verschiedenen Funktionen, etwa der Zugang zu Daten für die Krankenversicherungen und der Zugang zu sensiblen Gesundheitsdaten, müssen strikt getrennt sein. Die Wahrung der Vertraulichkeit medizinischer Daten ist bei allen E-Health-Anwendungen von zentraler Bedeutung. Daten dürfen außer in Notfällen nur mit ausdrücklichem, vorhergehendem Einverständnis des Patienten in jedem Einzelfall weitergegeben werden. Um die Vertraulichkeit technisch zu sichern, bedarf es sicherer Leitungen und Verschlüsselungssysteme sowie einheitlicher Standards und Kontrollmöglichkeiten.
Die E.A.N.A. fordert, dass medizinische Daten unter der Kontrolle der Einrichtungen (Krankenhäuser, Arztpraxen …) verbleiben sollen, die diese Daten generiert haben. Eine zentrale Speicherung in großen Datenbanken erhöht die Missbrauchsgefahr. Um den Datenschutz für die Patienten sicherzustellen, müssen die elektronisch gespeicherten Informationen komplett gelöscht werden, wenn der Patient das verlangt. Eine ausschließliche Datenspeicherung auf „smart cards“ birgt die Gefahr eines Datenverlustes.

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