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Zahnheilkunde 5. Februar 2008

Knochendichte vor Implantation messbar

Hamburg. Mit einem neuen Ultraschalltest könnten Ärzte zukünftig die Qualität des Kieferknochens prüfen, um den Erfolg einer Zahnimplantation vorherzusagen. Dies zeigen aktuelle tierexperimentelle Untersuchungen anhand großer Treffsicherheit. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bewertet das Verfahren als vielversprechenden Ansatz für die kieferchirurgische Praxis.
Ob künstliche Zähne sich langfristig im Kiefer verankern lassen, hängt vor allem vom Zustand des Knochens ab: Im vorderen Bereich des Unterkiefers sind die Bedingungen meist ideal. Doch im Oberkiefer ist der Knochen von Natur aus weniger dicht. Ob hier ein Implantat hält, spürt der Zahnarzt oft erst beim Bohren oder wenn er das Gewinde für das Implantat in den Knochen schneidet. Und auch dieser Eindruck kann trügen: „Es fehlt eine verlässliche Methode, um schon vor dem zahnärztlichen Eingriff den Erfolg einer Zahnimplantation vorherzusagen“, sagt Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Robert Sader, Klinik für Kiefer und Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Frankfurt.
Eine Lösung bietet laut DEGUM die Bestimmung der Dichte des Knochens mittels Ultraschall. Denn die Ausbreitung von Ultraschallwellen im Knochengewebe hängt von dessen Dichte ab: Je stabiler der Knochen, desto schneller durchdringen ihn die Wellen. „In der Diagnostik der Osteoporose wird diese Messung der UltraschallTransmissionsgeschwindigkeit (UTG) bereits mit Erfolg eingesetzt“, berichtet Sader.
Zahnmediziner der Universität Mainz haben jetzt erstmals untersucht, ob das Verfahren auch Aussagen über den Zustand des Kieferknochens zulässt. Die Ergebnisse zeigen, dass die UTG ein genaues Maß dafür ist, wie stark der Knochen mineralisiert ist. Drei unabhängige Untersucher kamen zu den gleichen Ergebnissen: Knochenabschnitte mit einer kritischen Knochendichte, die eine Zahnimplantation verbieten würden, erkannte die Methode in 75 Prozent der Fälle.
Mithilfe von Ultraschall ist es unter Umständen sogar effektiver als mit Röntgen möglich, die Qualität des Knochens im Kiefer zu bestimmen. Dafür müssen Untersucher jedoch umfassende Kenntnisse haben: „Denn medizinischer Ultraschall ist nur dann ein sicheres, hochwertiges und zugleich schonendes diagnostisches Verfahren, wenn qualifizierte Ärzte ihn durchführen“, sagt Prof. Dr. med. Christian Arning, Vizepräsident der DEGUM aus Hamburg.

www.degum.de

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