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Zahnheilkunde 27. September 2006

Nur ein Hochschulabschluss wird gefördert

Eine Studentin beschwerte sich beim Verwaltungsgerichtshof (VwGH) wegen der Nichtauszahlung von Studienbeihilfe und Fahrtkostenzuschuss. Sie habe das Studium der Humanmedizin im März 2005 abgeschlossen. Da jedoch für ihr Berufsziel „Kieferchi­rurgie“ aufgrund der nunmehr gültigen Gesetzeslage sowohl das Human- als auch das Zahnmedizinstudium gesetzlich vorgeschrieben seien, müsste sie auch für beide Studien Studienbeihilfe und Fahrtkostenzuschuss erhalten. ­Dies verweigerte ihr jedoch die ­Behörde mit der Begründung, der Abschluss des einen Studiums schließe eine Förderung eines anderen Studiums nach dem Studienförderungsgesetz aus.

Keine Förderungsmittel

Dazu der VwGH: Voraussetzung für die Gewährung einer Studienbeihilfe ist, dass der Studierende noch kein Studium absolviert hat. Bei gleichzeitiger Absolvierung mehrerer Studien besteht der Anspruch auf Studienbeihilfe nur für ein Studium. Die Wahl des Studiums, für welche Studienbeihilfe beantragt wird, steht dem Studierenden frei. Die Beschwerdeführerin wendete ein, dass der Beruf der Kieferchi­rurgin sowohl das Doktorat der gesamten Heilkunde als auch das Doktorat der Zahnheilkunde zur Voraussetzung habe. Sie könne daher ihr angestrebtes Berufsziel „Kieferchirurgin“ weder mit dem Einzelstudium Humanmedizin noch mit dem Einzelstudium Zahnmedizin alleine erreichen. Mit dem Abschluss des Humanmedizinstudiums habe sie nur einen Teil der vorgeschriebenen Studienausbildung erfüllt. Da sie ihr Human- wie Zahnmedizinstudium ernsthaft und zügig betrieben habe und beide Studien Voraussetzung für ihr Berufsziel darstellten, habe sie Anspruch auf Förderung ihrer beruflichen Ausbildung. Andernfalls ­wäre sie gegenüber Studierenden anderer Berufszweige in gleichheitswidriger Weise benachteiligt. Für den VwGH ist jedoch klar: Studienbeihilfen ermöglichen Studierenden eine Berufsausbildung, die durch ein Studium vermittelt wird. Personen, die bereits ein Hochschulstudium absolviert haben, besitzen bereits eine hoch qualifizierte Berufsausbildung. Es liegt kein genügender Grund vor, ein zweites Studium aus öffentlichen Mitteln zu fördern. Die über die Ab­solvierung eines Studiums hinausgehenden Ausbildungsschritte zur Erreichung eines bestimmten Berufszieles (hier: Kieferchirurgie) werden auch bei den Studierenden anderer Studienrichtungen nicht gefördert. Das Höchstgericht wies die Beschwerde der Studentin daher als unbegründet ab.

Mag. E. Kotschy, Zahnarzt 10/2006

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