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Zahnheilkunde 30. Jänner 2006

Patientenmund tut Wahrheit kund

Medizin und Vertrauen – Wie Patienten dazu stehen und wann sie ihren Zahnärzten vertrauen, das wollten wir wissen

„Mir ist es wichtig, dass mein Zahnarzt mich so ernst nimmt, wie ich bin. Ich will ihm auch sagen können und dürfen, dass ich zum Beispiel Angst vor der Wurzelbehandlung habe. Denn, dass ich mich ihm anvertrauen kann, ist mir wichtiger als bei jedem anderen Facharzt!“ (Verena N., 32 J., Beamtin)
„Ich schätze es, dass mein Zahnarzt alles schnell und gezielt erledigt. Er erklärt mir kurz, was wie getan werden kann und was passiert, wenn ich es nicht machen lasse. Dann wird es gemacht. – Er überlegt nicht lange laut vor sich hin und her, ob und was er tun könnte. Würde er nämlich in seinen Überlegungen zweifeln, hätte ich kein gutes Gefühl dabei!“ (Alexander D., 42 J., Manager)
„Auf keinen Fall will ich das Gefühl bekommen, dass man mir nur etwas ‚verkaufen’ will. Deshalb schätze ich es, wenn man mir nicht nur die teuerste Variante vorschlägt, sondern auch eine, die meinen persönlichen Verhältnissen entgegenkommt. Mein alter Zahnarzt hat nur gesagt, was wir tun müssen und wir haben es getan. Später bin ich dann draufgekommen, dass es auch andere bessere Möglichkeiten gegeben hätte. Das hat mein Vertrauen kaputtgemacht. Deshalb will ich heute genau erklärt bekommen, welche unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten zur Auswahl stehen. Auch möchte ich während der Behandlung gerne wissen, was gerade in meinem Mund passiert. So habe ich das Gefühl, dass meine Zahnärztin ihre Arbeit und mich ernst nimmt!“ (Sabine L., 39 J., Hausfrau)
„Manches Mal überlege ich mir, dass ich viel lieber für eine anständige vorausschauende Beratung bezahlen würde als für eine Behandlung selbst. In meinem Alter machen sich die kurzfristigen schnellen Lösungen schon bemerkbar. Da wäre es doch viel besser, wenn man bei einem Zahnarzt einfach eben nur mal einen Beratungstermin reservieren und bezahlen könnte. Dann hat auch er etwas davon, wenn er sich ausreichend Zeit ‚nur für ein Gespräch’ nimmt und man selbst ist ausführlich und gut beraten. Das würde mir ein besseres Gefühl geben. Denn da weiß ich, dass er mich zu nichts ‚überreden’ muss, weil er ja an der guten Beratung auch etwas verdient!“ (Lydia S., 51 J., Versicherungskauffrau)
„Vertrauen ist für mich etwas, das mit der Zeit wächst. Ich schätze es an meinem Zahnarzt sehr, dass er mir auch dann noch meine Fragen beantwortet, obwohl er weiß, dass im Wartezimmer schon viel los ist. Dann weiß ich, dass er mich auch als Person wahrnimmt und ich ihm was wert bin. Denn ich gehe nur zweimal im Jahr zu ihm und da möchte ich gerne alle meine Fragen beantwortet haben; auch wenn sie vielleicht nicht so wichtig oder dringlich sind!“ (Bernadette S., 24 J., Arztassistentin)
„Ich konnte einfach nie Vertrauen zu meinem Zahnarzt fassen, weil er immer nur viel wissend schwieg – maximal vor sich hinnickte. Ich brauche niemanden, der mich unterhält, aber ich will zumindest wissen, was los ist. So gehe ich inzwischen eben nur mehr dann zu meinem Zahnarzt, wenn es unbedingt notwendig ist!“ (Markus N., 35 J., Tischler)
„Weil ich eben beim Zahnarzt nicht sagen kann, wie genau er arbeitet, versuche ich mich auf meine Instinkte zu verlassen: ob seine Praxis sauber ist, er selbst und seine Mitarbeiterinnen hygienisch wirken und schließlich, wie sehr er auf mich eingeht. Passt das alles, vertraue ich ihm!“ (Rainer P., 55 J., Lehrer)

Dr. A. V. Scheiderbauer, Zahnarzt 7/2005

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