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Auch im gesellschaftlichen Rahmenprogramm wurde den Teilnehmern einiges geboten – wie beim Festabend im Palais Ferstl.
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Präsidenten-Trio: Michael Payer, neuer Präsident der ÖGI, umrahmt von seinen Kollegen Bruno Schmid (SGI, links) und Gerhard Iglhaut (DGI, rechts).

 
Zahnheilkunde 29. Februar 2016

Implantologie als Wissenschaft, Handwerk und Heilkunst

Die Gemeinschaftstagung der implantologischen Gesellschaften aus der DACH-Region fiel durch eine beeindruckend große Themenvielfalt auf. Ein Nachbericht.

Die 7. Gemeinschaftstagung DGI-ÖGI-SGI in Kooperation mit der ÖGP, welche vom 26. bis 28. November 2015 in Wien abgehalten wurde, blieb dem abendlichen Motto „Alles Walzer“ durchgehend treu.

Auf die schwungvolle Eröffnung durch den Kongresspräsidenten Prof. Dr. Martin Lorenzoni und Prof. Dr. Thomas Bernhart, begleitet von der „I Dance Company“, folgte das wissenschaftliche Programm, welches durch generationen- und berufsfeldübergreifenden Facettenreichtum die insgesamt 2.000 Besucher beeindruckte.

Implantologie und Allgemeinerkrankungen

Von Allgemeinerkrankungen mit ihren speziellen Herausforderungen für implantologisch tätige Zahnmediziner, worüber im Forum Wissenschaft berichtet wurde, über das Forum NexteGeneration, mit Vorträgen von engagierten Jungwissenschaftlern, bis hin zu Themengebieten der Parodontologie und Präsentationen internationaler Redner, ließ das Programm auch für Assistentinnen und Zahntechniker nichts zu wünschen übrig. Zahlreiche Posterpräsentationen und Kurzvorträge vervollständigten das Programmangebot. Ergänzt wurde das wissenschaftliche Programm über die zwei Tage durch die Vorstellung zahlreicher zahnmedizinischer Sozialprojekte, denen auch ein Teil des Reinerlöses der Tagung zugesprochen wurde.

In den Pausen zwischen den diversen Veranstaltungen konnte man in der Implant-Expo mit anderen Kongressteilnehmern diskutieren und die Vortragsinhalte nachbesprechen oder von einem Ausstellerstand zum nächsten schlendern und sich dabei über Altbewährtes sowie Neues und Innovatives beraten lassen.

Schwerpunkt Risikofaktoren

Im Zuge der Vorträge wurde man sich seiner Rolle als Motivator und allgemeinmedizinisch tätiger Zahnarzt bewusst, wenn man darauf hingewiesen wurde, welche Möglichkeiten man zum Beispiel im Bereich der Raucherentwöhnung (C. Ramseier) oder des Aufdeckens von nicht-diagnostizierten Diabetes mellitus Erkrankungen durch Glucose Screenings (T. Kocher) in seiner Ordination zur Verfügung hat. Die Rolle verschiedener Risikofaktoren wurde diskutiert, neueste wissenschaftliche Ergebnisse wurden mit langjährigen Expertenerfahrungen ergänzt. (R. Burkhardt, W. Wegscheider, S. Wolfart, N. Ekling, S. Acham, F. Schwarz, B. Pjetursson). Außerdem wurde der positive Effekt einer umfassenden parodontalen Behandlung auf das allgemeine Wohlbefinden der Patienten und in Hinblick auf die Langzeitprognose der Implantate hervorgehoben (G. Wimmer, N. P. Lang, K. A. Grötz, N. Arweiler).

Dank der hochkarätigen Besetzung war die Veranstaltung auch in den späteren Stunden gut besucht. So wurden am Freitag Nachmittag verschiedene Konzepte zur Defektaugmentation präsentiert (H. Terheyden, N. Jakse). Als „Hauptabendprogramm“ wurden am Samstag die Konzepte Zürich, München und Wien vorgestellt und intensiv diskutiert (U. Grunder, M. Hürzeler, G. Maillath-Pokorny).

Aus der Theorie in die Praxis

Bei den angebotenen Workshops blieb genügend Gelegenheit das zuvor Gehörte sogleich in die Tat umzusetzen und bei Bedarf auf kompetente Unterstützung zurückgreifen zu können. Einen ganz besonderen Höhepunkt boten auf diesem Gebiet vor allem die Humanpräparatkurse, welche bereits am Mittwoch, den 25. November an den anatomischen Instituten in Graz und Wien abgehalten wurden. Hierbei konnte man sich Expertenwissen von G. Wimmer, M. Payer, M. Lorenzoni, A. Weiglein, T. Bernhart, M. Gahlert, Ch. Staudigl und H. Traxler aneignen.

Aber auch das gesellschaftliche Rahmenprogramm bewies, dass der ¾-Takt alles andere als verstaubt ist. Beim Festabend „Alles Walzer“ wurde wissenschaftlicher Austausch im historischen Palais Ferstel und in Begleitung von klassischen Klängen betrieben. Die drei Gesellschaften DGI/SGI/ÖGI ließen die erfolgreiche Tagung dann am Samstag gemeinsam mit den NexteGenerations in der Business Location Waggon 31 im Wiener Prater ausklingen.

ÖGI-Präsidentschaft: Staffelübergabe

Prof. DDr. Michael Payer, der das Amt des ÖGI-Präsidenten von Prof. DDr. Thomas Bernhart übernahm, sieht als eine der wesentlichen Aufgaben für die Zukunft das Definieren von Standards im Rahmen der Optimierung der implantologischen Aus- und Weiterbildung der ÖGI. Als einen ersten Schritt hierfür soll künftig eine enge Fortbildungskooperation zwischen DGI und ÖGI im Rahmen des Curriculums Implantologie für ÖGI-Mitglieder stattfinden. Aber auch digitale Medien wie das neue ÖGI-E-Learning-Programm sollen zukünftig zum Fortbildungsgangebot ergänzend herangezogen wie das ÖGI-E-Learning-Programm: eine Plattform, die sowohl ÖGI-Mitgliedern als auch Nicht-Mitgliedern Zugang bietet.

Aufgrund des reichhaltigen Angebotes hatte man zwar die Qual der Wahl sich für einzelne Vorträge oder Workshops zu entscheiden, was aber den Effekt hatte, dass es für jeden möglich war sein individuelles Kongressprogramm zusammen zu stellen. Abschließend bleibt nur zu sagen, dass es eine sehr gelungene Veranstaltung mit tollem Austausch zwischen allen Gesellschaften war, welche man bei der nächsten Gelegenheit wieder überaus gerne besuchen wird.

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