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Roten Rüben zählen zu den wichtigsten Nitratquellen.
 
Zahnheilkunde 29. Februar 2016

Rote Rüben-Saft gegen Karies

Der hohe Nitratgehalt stärkt die antimikrobielle Wirkung des Speichels.

Studenten des Welser FH-Studiengangs Lebensmitteltechnologie und Ernährung haben einen Trank aus Roten Rüben entwickelt, der das unkontrollierte Wachstum von Milchsäurebakterien hemmt.

In dem Forschungsprojekt analysierten die jungen Forscher verschiedene Sorten des gesunden Gemüses und entwickelten gemeinsam mit der oberösterreichischen Getränkefirma Voglsam GmbH einen „Bio Drachen Trank“ für gesunde Zähne, der mittlerweile im Handel erhältlich ist.

In Industrieländern leiden rund 95 Prozent der Menschen an Karies. Verursacht wird es unter anderem von Milchsäurebakterien im Mund, deren Wachstum durch Stickstoffmonoxid gebremst werden kann. „In unserem Körper läuft ein Nitrat-Nitritkreislauf, in dem aus Nitrit Stickstoffmonoxid gebildet wird“, erklärte Studiengangsleiter Otmar Höglinger den Ansatz seines Teams. So kamen die Forscher auf Rote Rüben, weil diese einen relativ hohen Nitratgehalt aufweisen. Die Studenten bauten verschiedene Sorten an und testeten sie in einer Doppelblindstudie an 50 Kollegen: 25 Personen erhielten einen nitratfreien Saft, die übrigen Probanden einen nitratreichen. Bei der zweiten Gruppe wurde der Nitrat-Nitritkreislauf aktiviert.

„Daraus kann geschlossen werden, dass Rote-Rübensaft dazu führt, dass immer genug Nitrit vorhanden ist und somit die Milchsäurebakterien in ihrem Wachstum kontrolliert werden“, so Höglinger. Zudem zeigte ein pH-Test, dass im Speichel jener Probanden, die den nitratreichen Saft erhalten haben, weniger Säuren vorhanden waren als bei der Placebogruppe.

Originalstudie: J. Wruss et al., Compositional characteristics of commercial beetroot products and beetroot juice prepared from seven beetroot varieties grown in Upper Austria, in Journal of Food Composition and Analysis 42/2015, 46-55

APA Science, Zahnarzt 3/2016

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