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Christiane Pink (links) und Dr. Birte Holtfreter, Millerpreisträgerinnen der DGZMK

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Christiane Pink (links) und Dr. Birte Holtfreter, Millerpreisträgerinnen der DGZMK

 
Zahnheilkunde 16. Dezember 2015

Entzündungswert als Parodontitis-Indikator

In einer Studie der Universität Greifswald konnte erstmals der Langzeiteinfluss von erhöhten Entzündungswerten auf Parodontalerkrankungen nachgewiesen werden.

Chronisch erhöhte Entzündungswerte können als Folge verschiedenster Erkrankungen auftreten, aber umgekehrt auch die Entwicklung zahlreicher Erkrankungen begünstigen.

Im Rahmen eines Festaktes zur Eröffnung des Deutschen Zahnärztetages 2015 in Hamburg wurde traditionell der Millerpreis der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) verliehen.

SHIP lieferte Datenbasis

In diesem Jahr teilen sich zwei Wissenschaftlerinnen der Universitätsmedizin Greifswald das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro: Christiane Pink und Dr. Birte Holtfreter vom Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde für ihre Arbeit „Longitudinal effects of fibrinogen levels and white blood cell counts on periodontitis“. In der ausgezeichneten Studie wurden erstmals der Langzeiteinfluss von Entzündungswerten (Fibrinogen und Leukozyten) auf die Entwicklung und das Voranschreiten von Parodontitis untersucht. Insgesamt wurden dabei medizinische Daten von 1.784 Teilnehmern der Study of Health in Pomerania (SHIP) ausgewertet. Alle Teilnehmer waren zu Beginn der Studie und ca. elf Jahre später erneut untersucht worden.

Da Parodontitis eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates darstellt, ist ein Einfluss der Entzündungswerte auf die Entwicklung und das Voranschreiten dieser Erkrankung zwar denkbar (und wurde auch vermutet), bisher jedoch noch nicht sicher nachgewiesen.

In der Studie zeigte sich, dass über den Untersuchungszeitraum von elf Jahren erhöhte Entzündungswerte mit einem leichten Voranschreiten von Parodontitis verbunden waren. Dieser Einfluss der Entzündungswerte trat dabei unabhängig von anderen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Bildung, Rauchverhalten, körperliche Aktivität, Alkoholkonsum, Übergewicht oder Diabetes auf.

Einfluss anderer Risikofaktoren

Allerdings sind die erhöhten Entzündungswerte selbst nicht die Ursache, sondern vielmehr ein Mechanismus, über den andere Risikofaktoren ihren Einfluss auf eine Parodontitis ausüben. Zur Verbesserung der Prävention und Behandlung der Parodontitis ist es allerdings sinnvoll, die Rolle der Entzündungswerte in Zukunft mehr zu berücksichtigen. Die Wissenschaftlerinnen wollen das Preisgeld auch nutzen, um ihre diesbezüglichen Forschungen weiterführen zu können.

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