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Zahnheilkunde 16. Dezember 2015

Jedem Sportler sein Mundschutz

Sportunfälle sind häufige Ursache dentaler Verletzungen. Die für den Patienten komfortabelste Variante zur Vorbeugung ist laut der DGZMK der individuell hergestellte Sportmundschutz.

Gerade Kinder sind oft begeisterte Fußballer, Inlineskater, Basketballspieler oder auch Kampfsportler. Beim Ausüben dieser Sportarten ist es heutzutage selbstverständlich, seine Körperteile durch Helme, Knie- oder Schienbeinprotektoren zu schützen. Auf die Zähne, Zunge und Weichteile im Mund wird dabei allerdings nur allzu oft vergessen.

Sportunfälle – und dies beileibe nicht nur bei Kindern - sind häufige Ursache dentaler Verletzungen. Die Frage besorgter Eltern lautet daher: Wie also kann ich mein Kind (und auch mich selbst) vor Verletzungen der Zähne und der Mundhöhle schützen? Die Antwort: Durch das Tragen von Sportmundschutzen kann eine dentale Verletzung verhindert oder zumindest deren Folgen deutlich reduziert werden.

Prävention und Prophylaxe

Bei Sportunfällen kommt es nicht selten zu Frakturen von Zähnen und des Kieferknochens, Verletzungen von Lippen, Zunge oder Wangen oder auch zum Zahnverlust. Weichteilverletzungen heilen in der Regel vollständig aus, wohingegen Frakturen oder Verluste von Zähne zu lang andauernden zahnärztlichen Behandlungen, wie Füllungstherapien, Wurzelkanalbehandlungen, Versorgung der Zähnen mit Kronen oder Implantationen, führen. Das ist nicht nur unangenehm für den Patienten, sondern kann auch erhebliche Kosten verursachen.

Durch das Tragen von Sportmundschutzen werden die auftretenden Kräfte gedämpft und die Häufigkeit von Zahn- und Kieferfrakturen und auch Biss- und Weichteilverletzungen reduziert. Wichtig ist, dass der Mundschutz die Atmung und das Sprechen nicht beeinflusst, gut zu reinigen ist und eine hohe Haltbarkeitsdauer aufweist. Da vor allem Kinder einen Sportmundschutz tragen sollten, ist eine einfache Anwendung sinnvoll und sollte möglichst auch mit zusätzlichen kieferorthopädischen Apparaturen verwendbar sein.

Verschiedene Varianten erhältlich

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Formen von Sportmundschutzen. Die für den Patienten komfortabelste Variante ist aber der individuell hergestellte Mundschutz. Dafür werden vom Zahnarzt Abformungen genommen und der Mundschutz im Dentallabor mit einem weichbleibenden Kunststoff und individueller Farbgestaltung hergestellt. Vorteile des individuellen Mundschutzes sind die sehr gute Passung sowie die geringe Beeinträchtigung von Atmung und Sprache. Sie sind zwar teuer, bieten aber eine überlegene Haltbarkeit und Schutz im Vergleich zu anderen Sportmundschutzen.

Eine weitere Form ist der konfektionierte Mundschutz, der nicht für den jeweiligen Patienten individualisiert ist und somit eine schlechtere Passung und Schutzwirkung aufweist. Als weitere Folge der schlechteren Passung sind die Sprache und die Atmung vermehrt behindert. Ein individuell angepasster Sportmundschutz wird in heißem Wasser erhitzt und anschließend auf die Zahnreihe gedrückt. Die Qualität der Schutzwirkung schwankt sehr stark, da unerfahrene Personen die Anpassung des Mundschutzes übernehmen.

Empfehlung der DGZMK

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde(DGZMK) hat sich in einer Stellungnahme zu Mundschutzen als Vorbeugung von sportbedingten Kieferverletzungen für das Tragen von individuell hergestellten Mundschutzen als Mittel der Wahl ausgesprochen. Die Gründe für diese Empfehlung sind zweierlei Natur: Zum einen bieten individuelle Mundschutze den besten Verletzungsschutz, zum anderen auch den meisten Tragekomfort.

Die DGZMK empfiehlt das Tragen eines Sportmundschutzes bei folgenden Sportarten: Ballsportarten, Kampfsportarten, Hockey, Geräteturnen, Inlineskating, Radsport, Reiten, Rugby und Skateboarding. Es wird empfohlen, Kinder und auch Erwachsene bei Teilnahme an den betreffenden Sportarten mit einem Mundschutz auszustatten. Eltern und Trainer können sich bei Ihren Zahnärzten und Mitgliedern der DGET ausführlich zu diesem Thema informieren.

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