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Liegt es gar an den Zähnen, dass England seit 1966 keinen internationalen Titel erringen konnte?
 
Zahnheilkunde 16. Dezember 2015

Schlechte Zähne, mieser Kick

Der Zahnstatus viele britischer Profi-Fußballer ist so schlecht, dass ihre Fitness und ihr Spiel davon negativ beeinflusst werden.

Knapp 80 Prozent der Fußballprofis in Großbritannien haben Karies, heißt es in einer Studie, die nun in der Fachzeitschrift „British Journal of Sports Medicine“ veröffentlicht wurde.

Eine adäquate Mundhygiene und eine regelmäßige zahnmedizinische Untersuchung – und Behandlung - gehören ganz offensichtlich nicht zum Trainingsprogramm der britischen Fußballprofis.

Laut der unlängst veröffentlichten Studie sind nicht nur die Zähne von rund 80 Prozent der britischen Fußballprofis von Karies befallen, etwa sieben Prozent litten sogar unter solchen Zahnschmerzen, dass sie ihre sportliche Fähigkeit beeinträchtigt sahen.

Karies und Zahnfleischerkrankungen

Laut der Studie ist der Zustand der Zähne der Profifußballer im Schnitt schlechter als derjenige anderer junger Männer in Großbritannien. Fünf Prozent leiden demnach unter einer irreversiblen Erkrankung des Zahnfleischs. In einigen Fällen sei sogar eine Infektion der Weisheitszähne festgestellt worden, berichten die Studienautoren. Untersucht wurden 187 Profifußballer im Durchschnittsalter von 24 Jahren von acht Clubs aus der obersten sowie der zweiten und dritten englischen Liga. Die Spieler wurden zum Zustand ihrer Zähne befragt sowie zu den Auswirkungen auf ihre Leistungsfähigkeit und ihr Privatleben. Jeder sechste Befragte berichtete von Zahnschmerzen, und jeder vierte gab an, empfindlich auf heiße oder kalte Getränke zu reagieren. Jeder fünfte sagte bei der Befragung außerdem, dass die Erkrankung von Zähnen und Zahnfleisch seine Lebensqualität beeinträchtige.

Die Studienautoren zeigten sich überrascht, dass die Vereine kaum Zahnärzte für ihre Spieler beschäftigen, obwohl sie ansonsten riesige Summen investieren.

APA-Science, Zahnarzt 12/2015

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