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Zahnheilkunde 31. August 2015

Kieferkorrektur: Piezo-Chirurgie bringt Vorteile

Bei Dysgnathien sind zur chirurgischen Korrektur Ostetomien die Methode der Wahl. Dabei spielt die Schonung der zu schützenden Weichgewebe eine wichtige Rolle.

Bei der Durchtrennung des Unterkiefers gilt selbst unter erfahrenen MKG-Chirurgen die Verletzung des Nervs (N. Alveolaris inferior) als gefürchtete Komplikation. Die damit einhergehenden Gefühlsstörungen und Missempfindungen können die Lebensqualität von Betroffenen erheblich beeinträchtigen.

Studie von Göttinger MKG-Chirurgen

Ziel der Göttinger Studie war es, mit einem speziellen Verfahren (quantitative sensory testing-assay, kurz QST) das Ausmaß der Sensibilitätsstörungen zu erfassen. Überdies wollten die MKG-Chirurgen nachweisen, ob ein anderes, minimalinvasives Osteotomie-Verfahren, die Ultraschallchirurgie (Piezo-Osteotom), schonender für die Nervenstrukturen ist als das Standardverfahren (mit Mikrostichsäge). Das wurde über ein Jahr analysiert. Generell gilt die Ultraschallchirurgie als sehr präzise und wesentlich schonender, da sie eine gezielte Präparation des Knochens bei gleichzeitiger Schonung der zu schützenden Weichgewebe erlaubt. Deshalb wird das Risiko, anatomische Strukturen wie Nerven zu verletzen, als deutlich gemindert angesehen. Das sollte die Studie beweisen.

Verschiedene Kriterien

Bei 37 Studienteilnehmern wurden jeweils beide Verfahren an unterschiedlichen Stellen angewendet (split-mouth-design). Vor und nach dem Eingriff dokumentierten die MKG-Chirurgen die sensorischen Daten. Eine mögliche funktionelle Einschränkung wurde durch Untersuchung der Mundöffnungsbewegung (Mediotrusion, Laterotrusion, Protrusion, Deviation und Luxation) geprüft. Überdies erfassten die Fachärzte die OP-Zeiten für beide Verfahren. Die Ergebnisse: Beim erfahrenen Operateur verlängerte sich die Operationszeit bei der Ultraschallchirurgie um einige Minuten. Doch bei der Messung der Sensibilitätsstörungen war die Piezo-Chirurgie klar im Vorteil: In der QST-Analyse konnte ein quantitativ geringeres sensorisches Defizit gezeigt werden. Insbesondere die Untersuchungspunkte „Wärmeschwelle“ und „Vibrationsdetektion“ zeigten für die Piezo-Chirurgie ein besseres Ergebnis. „Durch Verwendung der Piezo-Chirurgie kann das sensomotorische Defizit reduziert werden. Der zeitliche Mehraufwand ist vernachlässigbar“, so die Schlussfolgerung des Göttinger MKG-Chiurgenteams.

DGMKG/IS, Zahnarzt 9/2015

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