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Zahnheilkunde 4. Mai 2015

Lebensraum Mundhöhle

Wissenschafter der Universität Graz untersuchen orale Bakteriengemeinschaften.

Mindestens 750 verschiedene Bakterienarten leben in unserer Mundhöhle - vermutlich sind es aber viel noch mehr. Die meisten davon sind grundsätzlich harmlos, einige der Besiedler können allerdings bei schlechter Hygiene, Rauchen, Stress oder anderen Faktoren gefährlich für die Gesundheit ihres „Wirtes“ werden.

Diese Keime sind dann nicht nur für Karies und parodontale Erkrankungen verantwortlich, sondern auch für Folgeschäden bis hin zu Diabetes und Herzinfarkt.

Untersuchung der bakteriellen Wechselwirkungen

Eine Störung der Mundflora beeinträchtigt die mikrobielle Balance des gesamten Körpers. Ao.Univ.-Prof. Dr. Martin Grube und Mag. Barbara Klug vom Institut für Pflanzenwissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz untersuchen gemeinsam mit Univ.-Ass. DDr. Elisabeth Santigli von der Medizinischen Universität Graz erstmals die Zusammensetzung und die Wechselwirkung der Bakterien im Mundraum.

Die Forscher erwarten sich aus dem vom Land Steiermark geförderten Projekt „Interface Mundraum: Analyse und In-vitro-Simulation oraler Bakteriengemeinschaften auf natürlichen und künstlichen Materialien“ unter anderem neue Aufschlüsse über entzündliche Erkrankungen des Mundes. „Es handelt sich um ein volksgesundheitlich hoch relevantes Problem, das ein Drittel aller Menschen weltweit betrifft und unter anderem für den frühzeitigen Zahnverlust verantwortlich ist“, betont Klug.

Innovatives System: aus dem Mund ins Labor

Um die verschiedenen Bakteriengesellschaften näher zu untersuchen, haben die Wissenschafter ein neuartiges Verfahren entwickelt, bei welchem die Mikroorganismen direkt aus dem Mund ins Labor übersiedelt und dort weiterkultiviert werden. „So können wir gezielt verschiedene Parameter verändern und die daraus resultierende Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaften beobachten“, führt Martin Grube aus.

Mit diesem innovativen Laborsystem erforscht das Team etwa die Auswirkungen von Zahnpasten und Mundspülungen sowie von Zahnspangen auf die Mundflora. Außerdem erwarten sich die Wissenschafter neue Erkenntnisse sowohl für die Entwicklung verbesserter Materialien und Pasten als auch für Zahnbehandlungen.

Quelle: MedUni Graz

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