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Fall 1: Abb. 1: Ausgangssituation 

Abb. 2: extrahierter Zahn


Abb. 3: Kontrollröntgen nach der Implantation, glz. Kontrolle des Abformpfostens

Abb. 4: direkt nach der Implantation mit provisorischer Acryl Krone

Abb. 5: Woche nach der Implantation, Papillen ästhetisch ideal

Abb. 6: endgültige Implantatkrone

Abb. 7: Kontrollröntgen nach 12 Monaten, Knochenhöhe optimal

Fall 2: Abb. 8: Röntgenkontrollbild der Ausgangssituation

Abb. 9: Ausgangssituation

Abb. 10: 4 interforaminale Implantate, intraoperativ

Abb. 11: Röntgenkontrolle nach der Implantation

Abb. 12: nach 2 Monaten

Abb. 13: Ergebnis

Fall 3: Abb. 14: Ausgangssituation

Abb. 15: Ausgangssituation enoral, äußerlich unauff. 

Abb. 16: intraoperatives Bild der 4 gesetzten Sofortimplantate 

Abb. 17: Kontrollröntgen unmittelbar nach Setzung 

Abb. 18: 14 Tage nach Eingriff 

Abb. 19: 2 Monate nach Eingriff

 

Abb. 20: 2 Monate nach Eingriff wird Implantatsteg eingeschraubt

 
Zahnheilkunde 26. März 2015

Erfolgsfaktor Zeit

Über die Möglichkeiten der Sofortimplantologie und die Anforderungen an den Behandler.

In einem spannenden Vortrag zeigte Univ.-Prof. DDr. Tepper anhand von Fallbeispielen die Möglichkeiten und Vorteile sowie Voraussetzungen der Sofortimplantologie, einem mittlerweile etablierten Zweig der modernen Implantologie.

Von Anfang an stellte er klar, dass es durchaus gewisser Erfahrung bedarf und die Einsatzmöglichkeit dieses Verfahrens von bestimmten Gegebenheiten abhängt.

Anhand einiger Beispiele illustrierte Tepper das Vorgehen und die Ergebnisse der Sofortimplantation. Wann ist Sofortimplantation möglich? Es gibt mehrere Faktoren, die die Sofortimplantation beeinflussen. Dazu gehören die Achse, die Länge und der Durchmesser des Implantats, seine bucco-labiale Position, der buccale Knochen und das ihn umgebende Weichgewebe. Weiters spielen die Versenktiefe des Implantats, der Spalt zwischen Implantat und Knochen und das loading protocol ein wichtige Rolle bei der Entscheidung für oder wider die sofortige Versorgung oder die Spätimplantation nach 3-6 Monaten.

Was spricht für ein sofortige Versorgung?

Ein ganz klarer Vorteil der Sofortimplantation ist natürlich der Faktor Zeit. Im Vergleich zu einer Früh- beziehungsweise Spätversorgung liegt die Behandlungszeit mit cirka 2 Monaten deutlich unter der sonst benötigten Zeit mit Wundheilung und Knochenneubildung von 6-8 Monaten. Das spart dem Patienten Zahnarztbesuche, der Zeitaufwand ist geringer, das führt zu einer großen Patientenzufriedenheit und fördert die Bindung an den behandelnden Zahnarzt. Auch ist es marketingstrategisch eine äußerst attraktives Angebot. Aus medizinischer Perspektive gibt es Hinweise, dass eine Sofortimplantation die Knochenresorption vermindern kann.

Mehrere Studien besagen, dass die Ergebnisse betreffend Überlebensrate, Weichgewebsregeneration, Knochenhöhe, ästhetischem Ergebnis und Patientenzufriedenheit der Früh- und Spätimplantation ebenbürtig sind.1Eine Herausforderung stellt die Sofortimplanation in der Molarenregion dar, doch auch in diesen Bereichen ist das Outcome, durch Studien untermauert, vorhersagbar, sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer.2

Parodontitis und dentoalveoläre Infektionen – ein Hindernis?

Die Sofortimplantation ist als eine Alternative zu gängigen Behandlungen bei chronisch apikaler Parodontitis zu betrachten. Allerdings setzt das einen erfahrenen Behandler voraus. Bewiesen ist dennoch die erhöhte Periimplantitisrate bei Patienten mit durch Parodontitis verschuldetem Zahnverlust. Diese Tatsache muss durch Langzeitstudien noch genauer belegt werden.

Fall 1

Bei dem folgenden Patienten wurde Zahn 11 bei Status post Wurzelspitzenresektion extrahiert (Abb. 1 und 2) und in die Extraktionsalveole umgehend ein Implantat gesetzt (Abb. 3).

In diesem Fall war die Sofortimplantation durch die lokalen Bedingungen möglich. Das Implantat wird mit einer provisorischen Krone versorgt (Abb. 4 und 5) bis nach 3 Monaten die endgültige Vollkeramik darauf gesetzt wird (Abb. 6). Die Gingiva an der Implantationsstelle zeigt keine Rezession.

Das Endergebnis wird schließlich höchsten ästhetischen und funktionellen Ansprüchen gerecht. Weichgewebsregeneration und Knochenheilung verlaufen komplikationslos (Abb. 6 und 7)

Fall 2

Dieser Patientin wurden die verbleibenden, kariös zerstörten Zähne extrahiert (Abb. 8 und 9) und direkt anschließend interforaminal 4 Implantate gesetzt (Abb. 10 und 11). Trotz entzündeter Gingiva, die auf mangelnde Mundhygiene zurückzuführen ist, und ausgedehnter apikaler Herde, kann die Sofortimplantation durchgeführt werden. Bei komplikationsloser Wundheilung können die Nähte nach einer Woche entfernt und die abnehmbare Versorgung auf den Implantatsteg gesetzt werden (Abb. 12). Die Patientin ist mit dem funktionellen und ästhetischen Ergebnis sehr zufrieden und hat nun eine hygienefähige Versorgung. (Abb. 13)

Fall 3

Bei dem folgenden Patientenbeispiel handelt es sich um eine alte, insuffizient gewordene Implantatversorgung (Abb. 14, 15) Die teils gebrochenen, teils tief infizierten und überlasteten Implantate wurden in einer Sitzung durch Sofortimplantate ersetzt (Abb. 16, 17) . Nach bereits 14 Tagen ist die Schleimhaut komplikationslos verheilt (Abb. 18). Nach 2 Monaten wird der Implantatsteg eingeschraubt und der Patient kann die endgültige Prothese einsetzen. (Abb. 19, 20)

Conclusio

Angesichts der beeindruckenden Erfolgsrate der Sofortimplantologie und der hohen Patientenzufriedenheit kann diese als ernst zu nehmende Alternative zur Früh- und Spätimplantation gesehen werden. Die Überlebensraten der Implantate bei den zeitlich unterschiedlichen Eingriffen ist ähnlich, was vielfach durch Studien belegt ist. So liegt die Erfolgsquote bei Sofortimplantation bei ungefähr 95%. Die Sofortversorgung mit Implantaten ist in allen Bereichen – im Front- und im Seitzahnbereich – möglich, die Sofortimplantologie im Molarenbereich stellt jedoch eine größere Herausforderung an den Behandler dar. Auch chronische Infekte sind keine Kontraindikation. Ein Spalt zwischen Implantat und Knochen kann spontan ausheilen und einen Konsensus zur Notwendigkeit der Hartgewebsaugmentation gibt es momentan noch nicht. Ob die Sofortimplantation wirklich zum Erhalt des Alveolarknochen beiträgt ist sehr wahrscheinlich, aber noch Thema von Diskussionen. Unumstritten ist mit Sicherheit Univ. Prof. Teppers Aussage: „Experience is needed!“

 

1 Clin Periodontol, 2008 Dec; Treatment outcome of immediate, early and conventional single-tooth imp.,lants in the aesthetice zone: a systematic review to survival, bone level, soft-tissue, aestethics and patient satisfaction. Den Hartlog L., Slater J.J., Vissinik A., Meijer H.J., Raghoebar G.M.

2 JClin Oral Implants Res, 2008 May; Immediat transmucosal Implant placement in molar extractions sites: a 12 months prospective mulitcenter cohort study. Cafiero C., Annibali S., Gherlone E., Grassi F.R., Gualini F., Magliano A., Romeo E., Tonelli P., Lang N.P., Salvi G.E., ITI Study Group Italia;

Kontakt für Rückfragen:

Johanna Guglia, Zahnarzt 4/2015

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