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Zahnheilkunde 24. März 2015

Somatoforme Prothesenunverträglichkeit

Hintergrund: In Anlehnung an den Begriff „somatoforme Störung“ wurde die ältere Bezeichnung „psychogene Prothesenunverträglichkeit“ 2008 in „somatoforme Prothesenunverträglichkeit“ geändert. Das Charakteristikum solcher Störungen ist die wiederholte Darbietung körperlicher Symptome, die organisch nicht bzw. nicht hinreichend erklärt werden können. Auch wenn sich diese Beschreibung nicht nur auf Patienten mit Zahnersatz bezieht, gestaltet sich der Umgang mit Patienten immer dann als besonders schwierig, wenn nach eigener umfänglicher Versorgungsmaßnahme Beschwerden der Patienten persistieren, sich intensivieren oder gar neu auftreten.

Methoden: Die Ursachensuche beinhaltet sowohl den Ausschluss somatischer Befunde als auch die Beantwortung der Frage, wo die Grenzen zu einem psychosomatischen Leiden überschritten werden. Erkennt man zu spät, dass eine psychosoziale Ursache Einfluss nimmt, besteht die Gefahr, dass das Beschwerdebild sich chronifiziert, weil die Betroffenen durch zahlreiche erfolglose somatische Behandlungsversuche ausschließlich auf eine somatische Verursachung ihres Leidens fixiert wurden. Die Chance auf Heilung lässt sich wahren, wenn ein stringentes Diagnose- und Therapiekonzept verfolgt wird. Alle infrage kommenden Einflussfaktoren sollten einer strukturierten, distanzierten und wertfreien Analyse unterzogen werden. Da diese Patienten in allen medizinischen Bereichen vorstellig werden, wurde unter Beteiligung einer großen Zahl medizinischer und psychologischer Fachgesellschaften aktuell eine entsprechende Leitlinie verfasst, die auch Grundlage des vorliegenden Beitrags ist.

Abstract

Background: Following the expression “somatoform disorder”, the older term “psychogenic denture incompatibility” was changed to “somatoform denture incompatibility” in 2008. The main characteristic of such disorders is the recurring occurrence of physical symptoms that cannot or not sufficiently be explained in organic terms. Even though this description does not only refer to patients with dental prostheses, dealing with patients tends to be particularly difficult when the patient’s condition persists, intensifies or if in the worst of cases new symptoms appear despite extensive healthcare measures.

Methods: Searching for the cause includes both the exclusion of somatic findings and the answer to the question of when the limit of psychosomatic suffering is reached. These problematic patients are ubiquitous. When the influence of a psychosocial cause is recognized too late, there is a danger that the patient’s condition becomes chronic, because the patient had been focused exclusively on a somatic cause of the suffering due to numerous unsuccessful somatic therapeutic approaches. The chance of recovery can be maintained by following a stringent diagnosis and therapy concept. All factors that may have an influence should be subjected to a structured, reserved and unbiased analysis. As these patients will seek medical attention in all sectors, guidelines have recently been developed by an unusually large number of medical and psychological societies which also form the basis of this article.

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