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Zahnheilkunde 2. Februar 2015

Risikofaktor Osteoporose

Bei Implantat-Patienten, die mit Bisphosphonaten behandelt werden, muss mit Komplikationen gerechnet werden.

Bestimmte Erkrankungen und Medikamente gelten als Risikofaktoren für eine Implantat-Therapie. Vor allem steigt seit einigen Jahren die Zahl der Patienten, die mit Medikamenten gegen Osteoporose behandelt werden. Kommen weitere Faktoren hinzu, kann die Therapie mit solchen Bisphosphonaten zu schwer heilbaren Kiefernekrosen führen. .

Wie das individuelle Risiko ermittelt und wie es reduziert werden kann, erläuterte Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz von den Dr. Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden auf dem 28. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Implantologie, der vom 27. bis 29. November in Düsseldorf stattfand.

Ausgangspunkt war die wachsende Zahl von Patienten, die mit Bisphosphonaten behandelt werden. Diese Substanzen hemmen zwar den Abbau von Knochengewebe, vermindern aber auch dessen Umbaurate sowie die Neubildung von Knochen. Zum Einsatz kommen sie etwa in der Therapie der Osteoporose, aber auch bei Krebspatienten, bei denen Metastasen Knochengewebe zerstören.

Risikofaktor Bisphosphonate.

Während oder nach einer Bisphosphonat-Behandlung können in seltenen Fällen Nekrosen des Kieferknochens auftreten, die schwer zu behandeln sind. Dosis und Dauer der Bisphosphonat-Therapie, die Applikationsform (intravenös oder Tabletten) sowie das jeweilige Medikament beeinflussen das Osteonekrose-Risiko erheblich. Doch auch noch andere Faktoren spielen eine Rolle, beispielsweise eine Entzündung des Zahnbetts (Parodontitis), Druckstellen von Prothesen sowie zahnärztliche oder kieferchirurgische Eingriffe.

Geht es um Zahnimplantate, muss darum bei betroffenen Patienten im Einzelfall das Risiko einer Osteonekrose gegen den Nutzen einer Implantattherapie sehr genau abgewogen werden. Denn eine Implantatbehandlung ist zwar ein chirugischer Eingriff, nach dem sich Knochen- und Weichgewebe regenerieren muss, vermeidet aber andererseits beispielsweise Druckstellen durch Prothesen und kann den Erhalt der verbliebenen Zähne unterstützen.

„Eine eindimensionale Risikobeurteilung – etwa nach Art der Applikationsform oder ausschließlich nach der Indikation der medikamentösen Behandlung – greift daher zu kurz“, betont Professor Grötz.

„Laufzettel“ zur individuellen Risikoeinschätzung

Um das individuelle Risiko betroffener Patienten vor einer Versorgung mit Zahnimplantaten besser einschätzen zu können, steht daher seit einiger Zeit ein so genannter „Laufzettel“ zur Verfügung.

Erfasst wird mit dessen Hilfe die Erkrankung des Patienten ebenso die Medikation. Wird der Patient mit Chemotherapeutika, Enzymhemmern, Kortison oder Hormonblockern behandelt? Wie ist es um die Mundhygiene bestellt? Wie ist der Zustand des Zahnfleisches und der Kieferknochen?

Engmaschige Kontrolle bei Risikopatienten

„Geht es im Gespräch mit dem Patienten um das Pro und Contra einer Implantattherapie, müssen bei diesen Risiko-Patienten auch Alternativen besprochen werden“, betont Professor Grötz. Kommt eine Implantation in Frage, muss diese unter besonderen „Sicherheitsvorkehrungen“ erfolgen, zu denen etwa eine antibiotische Behandlung gehört. Unbedingt notwendig sind auch engmaschige Kontrolluntersuchungen, um Entzündungen frühzeitig zu entdecken.

Inzwischen steigt auch die Zahl der Patienten, die bereits Implantate tragen und sich einer Bisphosphonat-Behandlung unterziehen müssen. In diesen Fällen können Entzündungen der Gewebe um ein Implantat herum, aber auch schon eine Entzündung der Schleimhaut zum Ausgangspunkt für eine Kiefernekrose werden. „Darum müssen Entzündungen vor Beginn einer Bisphosphonat-Behandlung unbedingt behandelt werden“, sagt Professor Grötz.

Bei Bisphosphonat-Patientensind in jedem Fall engmaschige Kontrolluntersuchungen erforderlich. Wird eine Entzündung nicht erfolgreich eingedämmt, kann eine Explantation der künstlichen Zahnwurzel erforderlich werden.

 

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