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Zahnheilkunde 27. November 2014

GB: Parodontitis häufiger als zur Römerzeit

Eine aktuelle Studie zeigt: Vor 1.800 Jahren litten weniger Briten an Parodontitis als heute.

Eine Untersuchung von 303 Schädeln, die Archäologen auf einem britisch-römischen Friedhof im südenglischen Poundbury ausgruben, brachte interessante Einblicke in die Zahngesundheit im alten England.

Demnach wiesen nur 5 Prozent der Schädel Anzeichen von mäßiger bis schwerer Parodontitis auf, während heutzutage etwa 15 bis 30 Prozent der britischen Bevölkerung unter dieser Erkrankung leiden, schreiben die Forscher im British Dental Journal. Die freigelegten Schädel stammten aus den Jahren 200 bis 400 n.Chr., einer Zeit, in welcher der Großteil Britanniens Teil des Römischen Reichs war.

„Parodontitis gab es schon bei den alten Ägyptern, Babyloniern und Chinesen“, erklärte Francis Hughes vom Zahnmedizinischen Institut des King’s College in London, der Autor der Studie. „Wir waren überrascht, dass die Erkrankung bei den Vorfahren so viel seltener vorkam als heute, obwohl die britisch-römische Bevölkerung weder Zahnbürsten hatte noch Zahnärzte aufsuchte.“

Die Archäologin und Mitautorin Theya Molleson ergänzt: „Die Studie zeigt, dass sich die Mundgesundheit seit der Römerzeit dramatisch verschlechtert hat.“ Als Hauptursachen vermuten die Wissenschaftler neuzeitlichen den Tabakkonsum sowie Diabetes-Erkrankungen, die damals so gut wie gar nicht auftraten. „Wenn man davon ausgeht, dass neuerdings wieder weniger Menschen rauchen, sollte auch Paradontitis in Zukunft seltener auftreten“, hofft Molleson.

Quelle: T. Raitapuro-Murray, T. I. Molleson, F. J. Hughes: „The prevalence of periodontal disease in a Romano-British population c. 200-400 AD“, in British Dental Journal 217, 459 - 466 (2014)

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