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Zahnheilkunde 29. August 2014

Mehr Lebensqualität im Alter durch Implantate

Ein festsitzender Zahnersatz kann selbst für 85-Jährige die geeignete Lösung sein.

Implantate – ja oder nein? Vor allem Menschen in der zweiten Lebenshälfte sind bei diesem Thema oft verunsichert. „Eine Altersgrenze nach oben gibt es für die künstlichen Zahnwurzeln nicht“, sagt dazu Professor Hans-Christoph Lauer, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Kuratoriums perfekter Zahnersatz (KpZ).

Etwa eine Million Implantate werden jährlich in Deutschland eingesetzt, Tendenz steigend. Viele davon bei Älteren, denn diese sind heutzutage wesentlich länger aktiv und achten zudem auf ihre Lebensqualität. „Die meisten empfinden festsitzenden Zahnersatz als sicherer und angenehmer“, meint Lauer. „Aber auch ein herausnehmbarer Zahnersatz kann mit Implantaten sicher und dauerhaft verankert werden“. Einmal habe sich eine 85-jährige Dame beim KpZ gemeldet, die erzählte, dass sie schließlich auch Fleisch essen wolle, nicht nur weich gekochtes Gemüse. „Sie hat sich sehr gefreut zu hören, dass auch in ihrem Alter eine solche Behandlung möglich ist.“

Gründliche Pflege und Mundhygiene notwendig

Zahnimplantate gelten seit den achtziger Jahren als wissenschaftlich anerkannte Therapie zur Zahnsanierung mit hohen Erfolgsraten: Ihre Haltbarkeit liegt nach einer fünfjährigen Belastungsphase bei 90 bis 95 Prozent.

Dennoch gilt es einiges zu beachten, beispielsweise ist die Mundhygiene ein wichtiger Punkt. Lauer: „Die gründliche Pflege ist eine wesentliche Voraussetzung, damit die künstlichen Zahnwurzeln lange halten. Dabei muss Richtung Zukunft gedacht werden: Sind Erkrankungen vorhanden, die die Pflege jetzt oder später einschränken könnten?“ Bei Senioren, die an chronischen Erkrankungen leiden, wird häufig auf Implantate verzichtet. Doch auch bei Diabetes mellitus oder Osteoporose ist eine Therapie nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Das Kuratorium perfekter Zahnersatz empfiehlt Interessierten, mit dem Zahnarzt über die spezielle Situation zu sprechen. So ist in diesen Fällen beispielsweise wichtig, welche Medikamente eingenommen werden und in welcher Form. „Am besten, der Behandler erhält eine Auflistung aller Medikamente mit Datum der ersten Verordnung und der Dosierung“, sagt Lauer.

Zahlreiche Vorteile durch den Einsatz von Implantaten

Bei Brücken und Prothesen bildet sich der Kieferknochen mit der Zeit zurück: Ohne natürliche Zähne wird kein Druck in den Kiefer geleitet. Implantate stimulieren den Knochen mit Druckreizen und tragen zur Erhaltung des Kiefers bei.

Mit festverankertem Zahnersatz ist kräftiges Zubeißen möglich, auch die Aussprache ändert sich nicht. Das ist bei Prothesen oft anders, vor allem bei Vollprothesen. Gerade wenn durch Parodontitis, also Entzündungen des Zahnbettes, Zähne verloren wurden, bieten sich laut KpZ Implantate an – vorausgesetzt natürlich, die Parodontitis wurde erfolgreich behandelt. Das liegt daran, dass eine Parodontitis häufig das gesamte Gebiss befällt.

Selbst Zähne, die noch fest wirken, sind möglicherweise bereits durch erheblichen Knochenverlust geschädigt. In diesem Fall wären die geschwächten Pfeilerzähne durch Kronen und Brücken möglicherweise überlastet, was zum Verlust dieser Zähne führen könnte.

Ausgezeichnete Bioverträglichkeit erwiesen

Die überwiegende Mehrheit der künstlichen Zahnwurzeln wird aus Titan gefertigt. Dieser Werkstoff hat eine laut KpZ ausgezeichnete Bioverträglichkeit, Allergien sind keine bekannt. Metallfreie Alternative sind Keramiken, die ebenfalls eine sehr gute Verträglichkeit aufweisen. Ein Nachteil sei unter anderem deren geringere Elastizität und Festigkeit. Zudem würden noch nicht genügend zuverlässige wissenschaftliche Langzeitergebnisse vorliegen. Viele Fachleute raten bei Kindern und Jugendlichen von Implantaten ab, da das Wachstum des Kiefers nicht abgeschlossen ist.

Quelle: Pressemitteilung des KpZ

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