zur Navigation zum Inhalt
© Seehotel Rust

© ÖGZMK-Burgenland

Dr. Edzard Stadler, Vorstand der ÖGZMK Burgenland und Tagungspräsident

© Seehotel Rust

Verschlafene Kleinstadt? Keineswegs – Rust ist durchaus Kongress-erprobt.

© Gregory_DUBUS/iStock

Stadt der Störche – und der Zahnmedizin...

© Seehotel Rust

 
Zahnheilkunde 29. August 2014

Praxisnahe Fortbildung vor romantischer Kulisse

Der Österreichische Zahnärztekongress vom 25. bis 27.9. in Rust bietet ein vielfältiges Programm: Der Zahn Arzt bringt quasi als Vorgeschmack die Zusammenfassungen verschiedener Programmhighlights.

„Zahnheilkunde im Herzen Europas“ – unter diesem Titel steht das Programm des diesjährigen Zahnärztekongresses, bei welchem die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und deren Umsetzung in die Praxis von nationalen und internationalen Experten präsentiert werden.

„Der Österreichische Zahnärztekongress ist der Treffpunkt aller in der Zahnmedizin Tätigen. Er ist der Ausgangspunkt von Wissenschaft, Lehre und Praxis“, erklärt Kongresspräsident Dr. Edzard Stadler, Vorstand der ÖGZMK Burgenland, die heuer gemeinsam mit dem Dachverband der ÖGZMK als Veranstalter fungiert. „Seit Jahrzehnten ist er jedes Jahr zu Herbstbeginn der Fixpunkt in unserem Kongresskalender und ein Garant für hochwertige Fortbildung.“

Vielfältiges Programm

Was bei der diesjährigen Veranstaltung besonders auffällt, ist die Vielfalt der Themenbereiche. „Wenn man sich das Programm vor Augen führt, erkennt man, wie breitgefächert es heuer ist“, sagt Stadler.

Diese Themenbreite zeigt sich nicht zuletzt daran, dass sich die Fortbildung nicht allein auf die Zahnärzte beschränkt, sondern zahlreiche Workshops und Fortbildungsveranstaltungen für die Assistenz in Klinik und Praxis auf dem Programm stehen. „Ein paar Programmpunkte, die mir besonders am Herzen liegen, sind die alternative Zahnheilkunde – Stichwort Umweltzahnmedizin – und die Weiterbildung im Rahmen des zahnärztlichen Teams. Natürlich bekommen die großen klassischen Fächer ihre entsprechende Gewichtung.“ Wenn es einen roten Faden gibt, der sich durch das Programm zieht, dann ist dies der praxisnahe Bezug der Vorträge und Workshops. Unter diesen Gesichtspunkt fällt laut Stadler auch die Zusammenarbeit mit der Industrie. „Durch die Kooperation mit der Dentalindustrie, die ein wichtiger Motor in der Umsetzung unserer täglichen Arbeit ist, ist es gelungen, wieder einen sehr gewichtigen Partner nach Rust zu bekommen“, freut sich Stadler. „Denn, was ist praxisnäher als von den kurzweiligen Vorträgen gleich in die Dentalausstellung zu gehen, um dann das erworbene Wissen am nächsten Werktag sofort im eigenen Wirkungsbereich umzusetzen?“

Professionalität und malerisches Ambiente

Auch wenn laut Stadler die Teilnehmerzahl nicht das entscheidende Kriterium für die Bedeutung eines Kongresses darstellt, auch wenn er dem Wachstumsdogma „noch größer, noch mehr“ nichts abgewinnen kann und es ihm viel wichtiger ist, „dass sich die Kollegenschaft wohlfühlt“, werden natürlich jede Menge Teilnehmer aus nah und fern erwartet – was bei einem kleinen Veranstaltungsort wie Rust eine organisatorische Herausforderung darstellt. Nichtsdestoweniger ist die Stadt „Kongress-geeicht“, wie Stadler betont: „Rust hat sich seit Jahrzehnten als ein wichtiger Tagungsort in der österreichischen Zahnmedizin etabliert. Aber wir Zahnärzte waren es, die Rust als Kongressstandort für andere Bereiche des Lebens entdeckt haben.“ Mit dem Seehotel Rust wurde außerdem eine Location gewählt, die sich dem zu erwartenden Ansturm durchaus gewachsen zeigt. „Mit dem Seehotel steht der Kollegenschaft ein modernes Konferenzhotel zur Verfügung – mit allen Annehmlichkeiten“, bestätigt Stadler, der damit einen Bogen zu den Vorzügen des Kongressortes – abseits der wissenschaftlichen Tagung – spannt. „Rust ist eine sehr liebevolle Freistadt mit vielen romantischen Plätzen und Winkeln. In und um Rust kann man sich auch sportlich betätigen – z.B. mit dem Fahrrad rund um den Neusiedler See radeln.“ Und noch ein weiterer Aspekt dürfte so manchen Kongressteilnehmer interessieren. „Aber der wahre Schatz von Rust liegt in den hervorragenden Weinen, die in so manchem versteckten Keller lagern darauf warten, geöffnet zu werden.“

Abstracts der Vorträge

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl der Abstracts von den Vorträgen am Kongress, zusammengestellt nach Themenschwerpunkten .

Die Abstracts stammen aus der Zeitschrift „Stomatologie 6/2014“, die auch am Kongress aufliegen wird.

Weitere Informationen und das komplette Programm als Download finden Sie unter: www.oezk2014.at

Konservierende Zahnheilkunde

Donnerstag, 25. 9. und Samstag, 27. 9. 2014

25. 9., 15:45 bis 17:30 Uhr: Moderne Füllungstherapie: Bulk-fill oder konventionell? Empfehlungen für den Praktiker

Markus Lenhard, Neunkirch (CH)

Inzwischen sind „Bulk-Fill“-Materialen im Markt etabliert. Anders als der Name suggeriert, handelt es sich dabei jedoch nicht um eine homogene Gruppe, sondern um eine Ansammlung recht unterschiedlicher Materialen. Gemeinsam ist ihnen, jedoch, dass die erlaubt Schichtdicke der einzelnen Schichten seitens der Hersteller auf 4mm oder sogar 5mm angehoben wurde. Sind Nachteile damit verbunden? Sind Ästhetik, Abrasionsbeständigkeit und Randdichtigkeit vergleichbar mit konventionellen Nano-Hybridkomposits? Eignen sich die „Bulk-Fill“-Materialien für Höckerersatz oder nur für minimalinvasive Füllungen?

Der Vortrag gibt Ihnen eine Übersicht über die im Markt befindlichen „Bulk-Fill“-Komposits und zeigt Ihnen, was sie damit machen können und was besser nicht.

27. 9., 12:00 bis 12:30 Uhr Pulparegeneration – Die zelluläre Sauerstoffsensoren als neues Ziel?

Dr. Hermann Agis, Wien

Neben der Optimierung konservativer Methoden in der Endodontie hat die Forschung an regenerativen Strategien immer mehr Aufmerksamkeit erhalten. Diese Strategien zielen auf die Revitalisierung der Pulpa und damit des Zahnes und nutzen dazu Wachstumsfaktoren, Stammzellen, sowie Biomaterialien. Einen gänzlich neuen Ansatzpunkt bieten Sauerstoffsensoren der Zelle. Durch Prolyl-Hydroxylase-Inhibitoren (PHD-Inhibitoren) pharmakologisch simulierte Hypoxie kann sowohl die Hart- als auch die Weichgewebsregeneration fördern. Unklar ist bisher jedoch, ob sich diese Strategie auch zur Förderung der Pulparegeneration eignet.

Wir gingen der Frage nach, ob die Zellen der Pulpa ein Ziel für PHD-Inhibitoren bieten. In Zellkulturen mit Pulpa-Fibroblasten konnten wir zeigen, dass PHD-Inhibitoren, in nicht toxischen Konzentrationen, die Produktion des pro-angiogenen Wachstumsfaktors „Vascular Endothelial Growth Factor“ steigern. Um die Wirkung der PHD-Inhibitoren auf den gesamten Dentin-Pulpa-Komplex zu untersuchen verwendeten wir ein Dental tooth slice organ culutre model. Mit diesem neuen Organkulturmodell konnten wir zeigen, dass PHD-Inhibitoren auch im Dentin-Pulpa-Komplex die pro-angiogene Kapazität steigern, ohne dabei eine pro-inflammatorische Reaktion auszulösen. Neueste Ergebnisse weisen darauf hin, dass PHD-Inhibitoren ihr pro-angiogenes Potential auch unter Bedingungen einer diabetischen Erkrankung entfalten können.

Zusammengefasst zeigen unsere Ergebnisse , dass pharmakologisch simulierte Hypoxie das pro-angiogene Potential der Pulpa in vitro steigern kann. Ob dieser pro-angiogene Effekt auch eine Steigerung der Pulparegeneration bewirkt, werden zukünftige Studien zeigen. Um diese Studien zu ermöglichen werden momentan neue Biomaterialien auf ihre Einsetzbarkeit als Träger für PHD-Inhibitoren für eine zukünftige regenerative Endodontie untersucht.

Endodontie

Donnerstag, 25. 9. 2014

25. 9., 13:30 bis 14:15 Uhr Aktuelle Konzepte der maschinellen Wurzelkanalaufbereitung

Dr. Andrea Albert-Kiszely, Wien

Was macht Wurzelkanal-Behandlung erfolgreich? Akkurat aufbereitete Wurzelkanäle sind Teil des Gesamtkonzeptes und ermöglichen eine effektive Eliminierung von harten und weichen Gewebsresten, die Desinfektion und das Füllen der so vorbereiteten Kanäle. Die mechanische Reinigung eines Wurzelkanales ist sehr oft eine komplexe technische und zeitaufwendige Angelegenheit.

Eine systematische Herangehensweise ist unabdingbar: Sie bedeutet sowohl das Vermeiden von falschen Präparationen als auch einer etwaigen Über- oder Unterinstrumentation. All diese Fehler führen dazu, dass die Prognose eines wurzelbehandelten Zahnes sinkt und die Wurzelkanalbehandlung nicht erfolgreich sein wird.

In meiner Präsentation werde ich einige Grundkonzepte der effektiven Instrumentation von Wurzelkanälen vorstellen.

Die Anatomie eines Wurzelkanals ist komplex, wie wir aus 3D Mirco-CT Studien wissen, ist sogar von einem Wurzelkanalsystem die Rede. Das macht die mechanische Instrumentation und somit die Eliminierung der entzündeten Gewebe noch schwieriger. Das apikale Drittel der Wurzel hat eine besondere Bedeutung bei der Reinigung und hat auch einen direkten Einfluss auf die Erfolgsprognose der Wurzelkanalbehandlung. Maschinelle Systeme aus NiTi-Titan haben im Verlauf der vergangenen zehn Jahre die Erfolge der endodontischen Behandlung in positivem Sinne beeinflusst, die Aufbereitungszeit und die Präparationsfehler werden verringert.

Die Philosophie einiger bekannter Feilsysteme wird mit all ihren Vor- und Nachteilen diskutiert.

In der Folge wird auf 1-Feilensysteme, sicher eine interessante Option für die Praktiker, eingegangen. Anschließend werden die Grenzen der mechanischen Kanal-Instrumentation erklärt. Möglichkeiten, diese Limitationen zu durchbrechen, sind Ultraschalfeilen sowie selbstadjustierende Feilen.

Die Anwendung der NiTi-Instrumente macht nur Sinn und ist letztlich nur erfolgversprechend, wenn die Wurzelkanalbehandlung als Gesamtkonzept betrachtet wird, und wenn alle Aspekte der Behandlung gleichermaßen berücksichtigt werden, von der Diagnose bis hin zur definitiven postendodontischen Restauration.

25. 9., 16:00 bis 16:45 Uhr Obturation des Wurzelkanalsystems: Materialien und Methoden

Dr. Matthias Holly, Wien

Am Beginn einer Behandlung sollte man immer die Art der Beendigung im Sinn haben. Im Fall der Wurzelkanalbehandlung ist dies die Wurzelkanalfüllung. Wie wird diese am besten durchführbar sein und welches Material in Kombination mit welcher Technik ist am besten geeignet? Oberstes unumstrittenes Ziel stellt die hermetische Abdichtung des Wurzelkanalhohlraumes und auch der Seitenkanäle dar. Eine Unter- oder Überfüllung sollte vermieden werden, da sich dies im Langzeiterfolg der Behandlung auswirken kann. Auf jeden Fall ist für die Herstellbarkeit einer guten Füllung auch die vorangegangene Kanalaufbereitung und Konditionierung ausschlaggebend.

Füllmaterialien: Die Palette der Materialien reicht von pastenartigen Zementen und Sealern (z.B.: AH+, Diaket) über plastisch/semiplastische Materialien (z.B. Guttapercha, Resilon, BioCeramic) bis hin zu festen Materialien (Silberstift, Metallstifte). Die festen Materialien sind hier nur der Vollständigkeit halber angeführt sind, da diese sich als am wenigsten geeignet im Sinne einer vollständigen Abdichtung herausgestellt haben. Dem am häufigsten verwendeten Standard entspricht derzeit die Kombination von AH-Plus und Guttapercha, wobei hier hauptsächlich der Ersatz des Sealers durch andere diskutiert wird. Aber auch das Material Guttapercha wird durch andere Materialien wie z.B. Biosilikaten ersetzt.

Füllmethoden: Von den bekannten Fülltechniken ist die laterale Kondensation die am häufigsten angewendete. Die Vorteile liegen zweifelsfrei in einer leichten Handhabung und guten Langzeiterfolgen bei korrekter Anwendung auch bei ungeübten Behandlern (Dammaschke et al. 2003). Gegenüber der Zentralsifttechnik besteht der Vorteil, dass dem unebenen Kanalsystem besser Rechnung getragen wird und ein wünschenswertes Verhältnis zwischen Füllmaterial und Sealer zu Gunsten des Füllmaterials erreicht werden kann.

Um eine optimale dreidimensionale Ausfüllung des Kanalhohlraumes zu erzielen sind allerdings thermoplastische Techniken besser geeignet. Diese sind vor allem bei unüblichen Kanalverläufen oder Formen essentiell, erfordern aber einen sehr guten apikalen Stopp und viel Übung.

Zusammenfassung: Die laterale Kondensation stellt großteils noch immer den Standard dar und liefert in den meisten Indikationen gute Ergebnisse bei geringem Technikaufwand. Eine optimale dreidimensionale Abfüllung bietet sicherlich nur die thermoplastische Methode. Obwohl diese eine der aufwendigsten ist, ist die Durchführung in einigen Indikationen essentiell. Oberste Voraussetzung für eine qualitative dichte Wurzelkanalfüllung ist auf jeden Fall die vorangegangene Formgebung der Wurzelkanäle und die chemische Aufbereitung des Wurzelkanalsystems, unabhängig von verwendeten Techniken oder Materialen.

Parodontologie

Samstag, 27. 9. 2014

27. 9., 11:30 bis 12:15 Uhr Lokale medikamentöse Parotherapie

Dr. Corinna Bruckmann, Wien

Parodontitis ist eine durch Bakterien ausgelöste, durch die Immunantwort des Wirtes modulierte chronische entzündliche Erkrankung. Oberstes Ziel der Parodontaltherapie ist der lebenslange Erhalt der eigenen Zähne. Durch parodontales Debridement – den „Goldstandard“ der nicht-chirurgischen Therapie - kommt es zur Entzündungsbekämpfung, Verringerung der Sondierungstiefen, Attachmentgewinn und stellenweise Regeneration. Durch die anschließende Langzeitbetreuung der Patienten im Recall sollen stabile Verhältnisse aufrecht erhalten werden, Rezidive verhindert, bzw. früh erkannt werden und entsprechend rasch Maßnahmen eingeleitet werden, die eine Progression der Erkrankung stoppen.

Die nicht-chirurgische Therapie hat jedoch auch ihre Grenzen: einerseits verhindern anatomische Gegebenheiten in tiefen Taschen oder an Molaren die komplette Depuration, andrerseits können die Abwehrlage der Patienten, Begleiterkrankungen oder besonders schwere Verläufe eine zusätzliche Antibiotikagabe erforderlich machen. Die systemische Gabe ist zwar – bei guter Compliance – in den meisten Fällen sehr erfolgreich, aber auch durch ein hohes Maß an Nebenwirkungen geprägt. Zusätzlich warnt die WHO vor weltweit zunehmenden Antibiotikaresistenzen, die einen sparsamen Einsatz dieser starken Waffe ratsam erscheinen lassen.

Demgegenüber bietet lokale antibiotische/antiseptische Therapie einige – theoretische – Vorteile: kaum systemische Belastung, direkte Wirkung vor Ort (in der Tasche), Unabhängigkeit von Compliance des Patienten. Welche Mittel derzeit am Markt sind und welche Konzepte geeignet erscheinen, die an sie gestellten Ansprüche zu erfüllen, soll dieser Vortrag klären.

27. 9., 12:15 bis 13:00 Uhr Chirurgische Parodontaltherapie

Dr. Michael Müller-Kern, Wien

Die Anfänge der heute bekannten parodontalen Chirurgie waren geprägt von Widman, Morris, Ramfjord und Nissle. Anfangs beschränkt auf eine mukogingivale Chirurgie zur Reduktion der Sondierungstiefen. Später erst kamen Maßnahmen, die auch den Knochen mit einbezogen haben, hinzu. Für alle unterschiedlichen Formen von Eingriffen gilt die komplette Entfernung von Konkrement an der Wurzeloberfläche. Für das chirurgische Vorgehen ist eine sorgfältige Diagnostik und Planung, Patientenselektion, Abklärung von Risikofaktoren und der allgemeinmedizinischen Anamnese zwingend notwendig. Immer mit Rücksicht auf die lokal vorhandenen anatomischen Strukturen mit einem minimalinvasiven Vorgehen, um ein best mögliches Ergebnis unter geringen postoperativen Beschwerden zu erreichen.

Der Vortrag zeigt die unterschiedlichen parodontalen chirurgischen Techniken zur Reduktion der Sondierungstiefen und für die parodontale Regeneration. Neben der Gingivektomie und Gingivoplastik unterscheidet man die resektiven und regenerativen parodontalchirurgischen Eingriffe. Die Indikation richtet sich nach knöchernen Defektmorphologien, sowie nach der Taschenform, welche in supraalveoläre und infraalveoläre gegliedert werden. Während sich bei der resektiven Chirurgie über Entfernung von Weich- und Hartgeweben eine stabile Taschenreduktion über eine Reparation und Erzielung eines langen Saumepithels einstellt und die regenerative Chirurgie die Wiederherstellung von Zahnhalteapparat und Knochen über verschiedene Materielaien erreicht, stellt gerade die Therapie von befallenen Furkationen eine spezielle Problematik dar. Insbesondere bei der resektiven Furkationstherapie ist mit Rücksicht auf den zu erhaltenden Stützknochen der Nachbarzähne die Prognose des betroffenen Zahnes in Frage zu stellen und in Anbetracht einer alternativen Therapieoption zu diskutieren. Weiters wird das postoperative Management nach parodontalchirurgischen Eingriffen und die weiterführende Therapie vorgestellt.

Durch die Präsentation soll für die tägliche Praxis eine Hilfestellung für Therapieplanerstellung, Entscheidungsfindung und Parameter für Zahnprognosen definiert werden als auch die Grenzen der möglichen parodontologischen Therapien aufgezeigt.

Implantologie

Freitag, 26. 9. 2014

26. 9., 11:30 bis 12:00 Uhr Implantologie in der zahnärztlichen Ausbildung

Univ.-Prof. Dr. Dritan Turhani, Krems

In den letzten Jahren hat sich die Implantologie in der Zahnmedizin zu einem immer wichtigeren Teilbereich entwickelt. Die Implantologie wird häufig als eigenständige und abgegrenzte Disziplin angesehen, doch dies könnte der Wahrheit kaum ferner sein. Wer in der Lage sein will erfolgreich und nachhaltig auf diesem Gebiet zu arbeiten, muss sich interdisziplinär mit einer Vielzahl von anderen Themengebieten beschäftigen. In den letzten Jahren wurden vorhandene universitäre Systeme mehrfach auf ihre Integration in die bestehenden Curricula überprüft.

Die Danube Private University (DPU) hat einen Studienplan entwickelt, der die Implantologie interdisziplinär bereits in den präklinischen Semestern einbindet. So finden Vorlesungen zu Implantologie schon in den ersten sechs vorklinischen Semestern statt, die sich sowohl mit den diversen Methoden, als auch mit den korrespondierenden Fachdisziplinen. In diesem Zusammenhang sieht der Lehrplan vor, dass auch in Fächern wie Prothetik, Parodontologie und der konservierender Zahnheilkunde auf die speziellen Bedürfnisse, Probleme und Einsatzgebiete der Implantologie eingegangen wird. Neben diesen spezifischen zahnmedizinischen Fächern finden weitere Themenschwerpunkte beispielsweise in der Anatomie, Physiologie oder Immunologie Einzug, die für ein grundlegendes Verständnis unerlässlich sind.

Als gezielte Vorbereitung auf die klinischen Semester geht die DPU in ihrem Lehrplan allerdings noch einen Schritt weiter. In den letzten präklinischen Semestern bekommen die Studenten die Möglichkeit mit den neuesten CAD/CAM Technologien zu arbeiten, was die Herstellung von SICAT Schablonen zur geführten Implantation beinhaltet. Diese Arbeit mit den neuesten Methoden ermöglicht es den Studenten im Bereich der Implantologie am Puls der Zeit zu studieren. Neben diesem Angebot wird von Seiten der Universität Wert darauf gelegt, dass praktische Erfahrungen gesammelt werden können. Aus diesem Grund wurden im Lehrplan mehrfach Praktika eingearbeitet, bei denen die Studenten die Möglichkeit haben am Schweinekiefer mit Implantaten von mehreren namhaften Herstellern zu trainieren. Diese Praktika beinhalten Schulungen durch das universitäre Personal, als auch durch erfahrene Trainer, die von den einzelnen Firmen zur Verfügung gestellt werden. Neben einfachen Implantationen können die Studenten in diesen Kursen ebenfalls komplexere Situationen, wie einen Sinuslift trainieren und verschiedene Methoden diskutieren.

In den klinischen Semestern werden weitere Vorlesungen und Praktika zum Thema Implantologie gehalten, wobei als Besonderheit die sogenannten LiveOP Tage zu erwähnen sind. Unter den Behandlungsfällen findet man von Einzelzahnimplantaten bis hin zu sofortbelasteten Brücken eine Fülle an implantologischen Behandlungen. Diese Live-OP Tage geben den Studenten die Möglichkeit intraoperativ direkt mit den Chirurgen zu kommunizieren und zu diskutieren. Neben diesen Veranstaltungen werden die Studenten allerdings auch direkt in die implantologische Behandlung eingebunden. Bei einer gestellten Indikationen und durchgeführter Planung arbeiten die Studenten direkt als chirurgische Assistenz um noch näher am Geschehen zu sein.

Durch diese intensive Verflechtung der Implantologie mit allen anderen Fachdisziplinen ist es an der DPU möglich den Studenten ein umfangreiches theoretisches und praktisches Wissen mit auf den zukünftigen Berufsweg zu geben. Nur wer die Komplexität dieses Fachgebietes verstanden hat, kann auch bei der lebenslangen Weiterbildung die Wichtigkeit aller Fachdisziplinen einschätzen und erfolgreich und sicher auf dem Gebiet der Implantologie tätig sein.

26. 9., 14:15 bis 14:45 Uhr Implantatprothetik bei Tumorpatienten

Priv.-Doz. DDr. Ulrike Beier, Innsbruck

Die zahnärztlich prothetische Versorgung von Patienten nach tumorbedingten skelettalen Defekten stellt eine besondere Anforderung an den behandelnden Zahnarzt dar. Für die erfolgreiche Rekonstruktion der Hart- und Weichgewebsdefekte müssen funktionelle und ästhetische Aspekte neben den allgemeinmedizinischen und psychischen Befunden bei der Rehabilitation beachtet werden.

Die interdisziplinäre Planung und Integration der Implantattherapie in Zusammenhang mit verschiedenen prothetischen Rehabilitationsmöglichkeiten bei Patienten mit ausgedehnten Defekten werden anhand von klinischen Fällen vorgestellt.

Umweltzahnmedizin

Freitag, 26. 9. 2014

26. 9., 14:15 bis 14:45 Uhr Trigger Mundhöhle

Dr. Lutz Höhne, Dirmstein (D)

Die enorme Zunahme chronisch entzündlicher Erkrankungen mit multiplen Ursachen, Triggern und Belastungen erfordern bei allen Ärzten einen erweiterten Blickwinkel.

Parodontale Erkrankungen wurden über lange Zeit als ausschließlich orale Erkrankungen angesehen - mittlerweile wissen wir zumindest hier über die systemische Relevanz.

Nirgendwo wird eine derartige Werkstoffvielfalt eingesetzt wie im oralen Bereich. Oral verarbeitete Werkstoffe werden über 24 Stunden am Tag freigesetzt. Der Organismus hat keine Erholungszeiten.

Ungünstige Materialkombinationen, Verarbeitungsfehler und individuelle Unverträglichkeiten führen zu spezifischen und unspezifischen Entzündungsreaktionen, deren Symptomatik oft nicht im oralen Bereich manifest wird.

Eine umfassende, ganzheitliche Anamnese ist unabdingbar, um mittels einer systematischen Diagnosestrategie und Befundung gezielt eine ursachengerechte Therapie durchführen zu können.

26. 9., 16:30 bis 17:45 Uhr Mundschleimhaut und Zungendiagnostik

Dr. Rudolf Meierhöfer, Schwabach (D)

Viele lokale Fehlreize, Materialunverträglichkeiten und auch systemische Erkrankungen zeigen sich frühzeitig durch sichtbare Veränderungen an der oralen Mundschleimhaut und auf der Zunge. Dennoch wird dieses im täglichen Blickwinkel liegende Diagnostikum in der zahnärztlichen Praxis kaum beachtet.

In diesem Vortrag werden an Bildern aus der Praxis folgende Themen behandelt:

• Lokale gingivale Veränderungen und deren Ursachen

• Kontaktallergien durch zahnärztliche Materialien

• Mundschleimhautveränderungen durch AllgemeinerkrankungenAuswirkungen von Viren, Bakterien und Pilzen an der Mundschleimhaut

• Geschichte und Grundlagen der Zungendiagnostik

• Interpretation von Farbe, Form, Belägen der Zunge

Dazu werden Bildbeispiele aus der täglichen Praxis mit Hinweisen zu labordiagnostischen Nachweismöglichkeiten von „Verdachtsdiagnosen“ präsentiert.

Rust: Kleine Stadt mit langer Geschichte

Die Freistadt Rust, mit rund 1.900 Einwohnern der kleinste Verwaltungsbezirk Österreichs, ist auf altem Siedlungs- und Kulturboden errichtet – davon zeugen prähistorische Funde aus der Jüngeren Steinzeit. Bekannt ist das Städtchen am Neusiedlersee vor allem als Stadt der Störche und als Weinbaugemeinde. Rust gehört seit 1921 zum Burgenland und besitzt das Stadtrecht seit 1681, als es zur königlich ungarischen Freistadt erhoben wurde.

Heute ist der gesamte malerische Altstadtbereich von Rust denkmalgeschützt – ein architektonischer und ästhetischer Genuss sind die zahlreichen Bürgerhäuser aus dem 16. bis 19. Jahrhundert mit gepflegten Renaissance-, Barock- oder historistischen Fassaden. Rust ist auch eine der drei Modellstädte Österreichs, die 1975, im Jahr des europäischen, architektonischen Erbes ausgezeichnet wurden, weil hier keine revitalisierte, sondern eine vitale Altstadt besteht.

Ingo Schlager, Zahnarzt 9/2014

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben