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Zahnheilkunde 22. Juli 2014

Leistungsvermögen unterschiedlicher Adhäsive im Milchgebiss

Zusammenfassung

Hintergrund

Nach der Abkehr vom Amalgam ist die Adhäsivtechnik im Milchgebiss heute Routine in der Kinderzahnheilkunde. Es ist jedoch nicht statthaft, die Regeln der adhäsiven Vorbehandlung der Zahnhartsubstanzen vom bleibenden Gebiss auf die Milchzähne zu übertragen. Bereits die Mikromorphologie von Milchzahnschmelz und -dentin ist eine andere.

Methoden

Neben aktuellen Literaturaspekten werden auch eigene Untersuchungen zur Schmelz- und Dentinhaftung im Milchgebiss sowie zur damit erzielbaren Randqualität vorgestellt.

Ergebnisse

Die Haftung am Milchzahnschmelz ist nach Entfernung der prismenlosen Oberfläche mit Phosphorsäure am zuverlässigsten. Milchzahndentin zeigt eine geringere Mineralisation und ist daher mit selbstätzenden Adhäsiven i.d.R. einfach und sicher zu „bonden“. Von einer dezidierten Anwendung von Phosphorsäure auf Milchzahndentin wird abgeraten. Im Rahmen der Auswahl des Adhäsivsystems zeigt sich im Gegensatz zur bleibenden Dentition kein Vorteil für aufwendige Mehr-Schritt-Adhäsivsysteme. Da simplifizierte selbstätzende Adhäsive durch das nicht erforderliche Absprühen inkl. Watterollenwechsel auch im Rahmen der Kinderbehandlung strategische Vorteile bieten, können diese auch aufgrund ihrer Dentinhaftung heute empfohlen werden. Eine selektive Schmelzätzung ist im Frontzahnbereich sinnvoll, im Seitenzahnbereich eher nur im okklusalen Kavitätenabschnitt.

Abstract

Background

In the post-amalgam era, adhesive measures are clinical routine in pediatric dentistry; however, it is not automatically effective to transfer bonding knowledge from permanent to deciduous teeth because the micromorphological issues are completely different.

Methods

In addition to a review of the current literature, this paper presents the results of own investigations on bonding to primary tooth enamel and dentin in milk teeth and the marginal quality which can be achieved.

Results

Important conclusions are: bonding to deciduous enamel is possible after removal of the outer prismless layer, with phosphoric acid being the predominant and most reliable method. Deciduous tooth dentin is less mineralized and therefore as a rule easy to pretreat and bond with self-etching adhesives. Phosphoric acid etching of primary dentin is not recommended. Multistep adhesives show fewer advantages in milk teeth than in the permanent dentition. Altogether, self-etching adhesives exhibit several handling advantages which make them the treatment option of choice in children. Selective phosphoric acid etching can be recommended especially in anterior restorations but in posterior teeth only in the occlusal cavity segment.

Prof. Dr. R. Frankenberger, M.J. Roggendorf, V.E. Vosen, M. Krech, A. Braun, N. Krämer, 4/5/2014

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