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Kopf- und Rückenschmerzen sind nicht selten die Folge von Kieferfehlstellungen.
 
Zahnheilkunde 27. Juni 2014

Dysgnathien als Ursache von Kopf- und Rückenleiden

Oft sind operative Korrekturen notwendig, um die Folgeerkrankungen von Dysgnathien zu vermeiden.

Wenn die Zähne aufgrund von Dysgnathien keinen oder ungenügenden Kontakt zu ihren Pendants im Gegenkiefer haben, kann das zu vielfältigen Beschwerden führen. Die Bandbreite der Symptome reicht bis zu ausgeprägten Kopf- und Rückenschmerzen, berichten die Experten der UniversitätsZahnMedizin des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus.

Dank ausgefeilter Operationsmethoden ist es den Spezialisten der Mund-, Gesichts- und Kieferchirurgie heute möglich, Kieferfehlstellungen zu korrigieren und damit die Folgebeschwerden wirksam zu bekämpfen, teilt das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden mit. Häufigste Gründe für Kieferfehlstellungen sind Störungen des Wachstums oder Veränderungen des Gesichtsskeletts nach Unfällen oder bei Tumorerkrankungen.

Keine schicksalhafte Fügung

Gerade wachstumsbedingte Fehlstellungen von Ober- und Unterkiefer werden von vielen Menschen als schicksalhafte Fügung akzeptiert. Doch es gibt Möglichkeiten, diese auch operativ zu korrigieren und so die damit verbundenen Probleme dauerhaft zu beseitigen. Die durch Dysgnathien verursachten Beschwerden beeinträchtigen oft wichtige Alltagsfunktionen, wie zum Beispiel das gründliche Kauen, die freie Atmung oder die richtige Aussprache. „Folge sind nicht selten Beschwerden wie migräneartige Kopfschmerzen, Störungen im Bereich von Magen und Darm, Nacken- und Rückenschmerzen oder gar Sprechstörungen“, erklärt Professor Günter Lauer. Der Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Dresden ist Experte für operative Korrekturen des Kiefers.

Auch wachstumsbedingte Probleme behandeln

Während sich Patienten, die durch einen Unfall oder aufgrund einer Krebserkrankung unter einer Kieferfehlstellung leiden, oft eine Behandlung wünschen, ist das bei Patienten mit wachstumsbedingten Problemen seltener. Doch die Symptome beeinträchtigen Betroffene oft so stark, dass eine Behandlung erwogen werden sollte. Dank moderner Operationsverfahren kann das Chirurgenteam um Lauer viele Kieferfehlstellungen erfolgreich korrigieren. Diese Eingriffe sind heute so ausgefeilt, dass darauf verzichtet werden kann, den Kiefer von außen zu operieren. Damit hinterlassen diese OPs auch keine sichtbaren Narben.

Verschiedene Möglichkeiten zur Diagnosestellung

Bei Beschwerden, die durch Kieferfehlstellungen bedingt sein könnten, sollten Betroffene schrittweise vorgehen und zunächst einen Kieferorthopäden aufsuchen. Die Diagnosestellung umfasst neben dem Zahnbefund die Untersuchung des Bisses und der Kieferbewegung bei Mundöffnung sowie einige Röntgenaufnahmen. Mit Hilfe computergestützter Programme wird die Lage der Kieferknochen zum restlichen Schädel analysiert und daraufhin die Behandlungsmethode empfohlen. Neben Standardoperationsverfahren, bei denen die Kiefer nach Spaltung und Verlagerung mit Platten und Schrauben in der neuen Position fixiert werden, erlauben modernste Operationstechniken auch ein höchst schonendes Vorgehen.

Linderung der Beschwerden durch Beseitigung der Ursache

Hier werden die betroffenen Kieferabschnitte mit sogenannten Distraktoren gezielt gedehnt bzw. verlagert, und im Bereich der Kieferdurchtrennung entsteht neuer Knochen. Dadurch wird die knöcherne Grundlage dafür geschaffen, zu eng stehende Zähne in dem neu gebildeten Knochen zu bewegen und neu anzuordnen. Die Herstellung eines korrekten Bisses führt zur Linderung der sekundären Beschwerden und verändert gleichzeitig die Ästhetik des Gesichts positiv.

(eb) ÄZ, Zahnarzt 7-8/2014

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