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Zahnheilkunde 19. Dezember 2013

Prothetik heute und morgen

Editorial

Vor mehr als 100 Jahren (im Jahr 1902) wurde die Stomatologie als wissenschaftliche Zeitschrift der ÖGZMK gegründet und ist somit eine der traditionsreichsten Zeitschriften im zahnärztlichen Bereich.

Vor einem Jahr wurde mit dem Springer-Verlag eine Neuausrichtung vereinbart, um die Attraktivität vor allem für den niedergelassenen Zahnarzt zu verbessern. Diese Neuerung sieht Themenhefte vor. Nach den Themenheften „Parodontologie“, „computergestützte Zahnheilkunde“ und „Alterszahnheilkunde“ ist nun die „Prothetik“ das nächste Generalthema, wobei die Schwerpunkte der Prothetik aus heutiger Sicht behandelt werden, aber auch auf Zukunftsaspekte eingegangen wird.

Die Prothetik im klassischen Sinn hat sich in den letzten 30 Jahren extrem verändert. Zu dem ehemals rein abnehmbaren Zahnersatz (Total- und Teilprothetik) ist heute auch der große Bereich der restaurativen Zahnheilkunde als „festsitzende Prothetik“ hinzugekommen. Hierbei handelt es sich vor allem um indirekt im Labor gefertigten Zahnersatz, aber es zählen auch „chairside“ gefertigte Restaurationen dazu. Eine rasante Entwicklung erfuhren die Restaurationen im ästhetischen Bereich, hier können die Patienten heute mit minimal-invasiven Versorgungen rehabilitiert werden.

Ein weiterer Bereich der Prothetik, der das Fach stark beeinflusst hat, ist die Implantologie, die aus der modernen Zahnheilkunde nicht mehr wegzudenken ist. Auch wenn hier ein gewisser „Streit“ mit dem Fach Parodontologie besteht, muss anerkannt werden, dass die Implantologie von den Prothetikern forciert und zum heutigen Standard entwickelt worden ist.

Die Versorgung von Implantaten wird auch in Zukunft in der Hand des prothetisch-restaurativ tätigen Zahnarztes bleiben.

Die Geroprothetik wird infolge der demographischen Entwicklung eines der wichtigsten Tätigkeitsbereiche in der zahnärztlichen Praxis werden. Da die Menschen dank besserer Hygienemaßnahmen immer länger eigene Zähne auch im höheren Lebensalter haben, ändert sich das Anforderungsprofil für die Geroprothetik, wodurch vermehrt auch allgemeinmedizinische Aspekte zu berücksichtigen sein werden.

Etwas in den Hintergrund getreten, da der Hauptfokus der Prothetik in den letzten Jahren auf die Implantologie und Ästhetik gelegt wurde, ist der Komplex der Dysfunktionen des stomatognathen Systems. Aufgrund des von unseren Patienten zunehmend geforderten ästhetischen Zahnersatzes (keramische Versorgungen) wird man sich aber vermehrt auch mit okklusalen Aspekten und damit auch Funktionsstörungen befassen müssen.

Durch die Neuentwicklung im digitalen Bereich (digitale Abformung, virtueller Artikulator, CAD/CAM-Fertigung usw.) befindet sich das Fach Prothetik vor allem im festsitzenden Bereich in einer Umbruchphase. Der niedergelassene Zahnarzt wird sich daher als prothetisch tätiger Praktiker immer mehr mit diesen neuen Technologien auseinanderzusetzen haben.

In diesem Themenheft werden alle Teilbereiche der Prothetik abgehandelt, der geneigte Leser erhält damit einen umfassenden Überblick des Fachs. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!

Ihre

I. Grunert und R.O. Bratschko

Uni.-Prof. DDr. I. Grunert, R.O. Bratschko, 7/8/2013

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