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Zahnheilkunde 19. Dezember 2013

Behandlung der Diskusverlagerung nach vorne mit Reposition

Klinische Verlaufskontrolle anhand des Grazer Dysfunktionsindex

Zusammenfassung

Hintergrund

Das Kauorgan ist eine funktionelle Einheit, die das neuromuskuläre System, die Okklusion mit Zähnen und Parodont sowie die Kiefergelenke umfasst, zwischen denen eine enge dynamische Wechselbeziehung besteht. Kommt es im Steuerkreis zu Störfaktoren, setzen Regulationsmechanismen ein, die im Idealfall zu lebenslangen Adaptations- und Kompensationsvorgängen führen können. Sind die Regulationsmechanismen erschöpft, resultiert daraus die schmerzhafte kraniomandibuläre Dysfunktion (CMD). Unter den verschiedenen Formen der CMD nimmt die Diskusverlagerung nach vorne mit Reposition eine Sonderstellung ein, da sie die einzige ist, die mittels exzentrischer Schienen behandelt wird.

Ziel

Anhand des Grazer Dysfunktionsindex sollten die Fragen beantwortet werden, inwieweit die Behandlung der Diskusverlagerung mit Reposition mittels Protrusionsschienen zum Erfolg führt und ob sie trotz prognostisch ungünstiger Parameter erfolgreich ist.

Patienten und Methode

Im Rahmen einer klinischen Untersuchung wurde bei 10 Patienten vor, während und nach der Therapie der Grazer Dysfunktionsindex erhoben. Dieser gibt einen raschen reproduzierbaren Überblick über den Funktionszustand des Kausystems, indem die Hauptsymptome Schmerz, Geräusch, Mobilität, Okklusion und Muskulatur abgeklärt werden.

Ergebnisse

Durch eine initiale Stabilisierungsschiene wurden die muskulären Anteile der Beschwerden herausgefiltert und der Dysfunktionsindex wies danach niedrigere Werte auf. Nach der Protrusionsschienentherapie sank der Dysfunktionsindex weiter ab. Auch bei ungünstigen Parametern gab es Fälle mit niedrigem Abschlussindex.

Schlussfolgerung

Beide Fragen, die als Ziel der Studie gestellt wurden, sind eindeutig zu bejahen.

Abstract

Background

The masticatory organ is a functional entity consisting of the neuromuscular system, the occlusion with teeth and periodontium and the temporomandibular joint, between which there is a close dynamic interaction. In the case of disturbances within this balance, regulatory mechanisms occur, which ideally lead to lifelong processes of adaptation and compensation. If these mechanisms are depleted the painful craniomandibular disorder (CMD) emerges. Within the different forms of CMD, disc displacement forwards with reduction is an exceptional case, as it is the only form which is treated through eccentric splints.

Aim

This purpose of this study was to clarify by means of the Graz dysfunction index whether the treatment of disc displacement forwards with reduction using repositioning splints leads to success in general and how successful it is in cases of prognostically adverse conditions.

Patients and methods

Within the framework of a clinical examination the Graz dysfunction index of ten patients was evaluated before, during and after treatment. The index reflects a rapidly reproducible outline of the masticatory organ functional state by means of classifying the symptoms pain, noise, mobility, occlusion and musculature.

Conclusion

Both questions posed as the aims of the study were answered in the affirmative even if unfavorable prognostic criteria are present.

Dr. E. Parsché, K. Petritz, A. Evgenidis, B. Arefnia, M. Haas, W.A. Wegscheider, 7/8/2013

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