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Zahnheilkunde 14. März 2013

Parodontologie

Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

Die Zeitschrift stomatologie, herausgegeben von der Österreichischen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, erscheint nun seit über 100 Jahren. Die ÖGZMK versuchte immer, aktuelle wissenschaftliche Originalarbeiten zu publizieren, ohne die Praxisrelevanz für die Leser zu verlieren.

In diesem ersten Heft des Jahres 2013 präsentiert sich die stomatologie nun in einem neuen Gesicht. Die Herausgeber hoffen, in Zusammenarbeit mit dem Springer-Verlag mit dem neuen Layout und einer neuen Struktur die seit 1902 existierende Zeitschrift für ihre Leser noch interessanter gestaltet zu haben. Schwerpunktthema dieser Ausgabe ist die Parodontologie. Erlauben Sie mir als dem Präsidenten der Österreichischen Gesellschaft für Parodontologie einige Zeilen zum Stellenwert dieses Teilgebietes der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in der heutigen Zeit.

Das Fach Parodontologie nimmt eine zentrale Schlüsselfunktion als Schnittstelle zur Allgemeinmedizin ein. Kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes mellitus, Stress sowie das Auftreten von Frühgeburten stehen, wissenschaftlich nachgewiesen, oft in engem Zusammenhang mit Erkrankungen des Parodonts. Der Therapie parodontaler Erkrankungen sowie der Erhaltung eines gesunden Parodonts durch regelmäßige Betreuung unserer Patienten im Sinne einer modernen Prophylaxe kommt somit eine zentrale Stellung in der Zahnmedizin zu.

Parodontologie ist in besonderem Maße präventiv orientiert – ein zentraler Anspruch moderner Zahnheilkunde. Die Erhaltung eines gesunden Parodonts ist aber nicht nur von uns Zahnärzten abhängig. Ebenso bedeutend für den Langzeiterfolg unserer Behandlungen ist die Mitarbeit unserer Patienten, die es zu wecken gilt und die auch erst bei entsprechendem Erfolg zulässt, das gesamte Spektrum der heutigen therapeutischen Möglichkeiten zu entfalten. Eine systematisch geplante Rehabilitation und über viele Einzelschritte durchgeführte Therapie ist heute ohne parodontale Vorbehandlung und Langzeitbetreuung undenkbar. Parodontologische Gesichtspunkte müssen bei allen Einzeldisziplinen der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde bis hin zur Implantologie und Kieferorthopädie Berücksichtigung finden. Sowohl die konservative Therapie der Gingivitis und der beginnenden Parodontitis als auch parodontal-chirurgische Behandlungsmethoden zur Rekonstruktion und Regeneration des parodontalen Gewebes sind heute unverzichtbare Bestandteile einer umfassenden zahnärztlichen Therapie.

Ein ausführlicher Beitrag über die Epidemiologie der Parodontitis von C. Bruckmann sowie ein Übersichtsartikel über die heute gängigen chirurgischen Behandlungsmethoden von A. Mory sind Schwerpunkte dieser ersten neuen Ausgabe. Dieses Heft soll einen kleinen Beitrag dazu liefern, wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse weiterzugeben, um in die Praxis übernommen zu werden.

Für die Zukunft wünsche ich der Zeitschrift stomatologie, wieder ein viel gelesenes Medium für den Praktiker und insbesondere für alle Mitglieder der ÖGZMK zu werden.

Werner Lill

Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Parodontologie

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