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Abb. 1: Kursteilnehmer bei der operativen Weisheitszahnentfernung.

Abb. 2: Am Vormittag wurden die theoretischen Blöcke abgehandelt.

© MedUni Graz (3)

Abb. 3: Wenn es nicht am Patienten ging, wurde am Modell wie hier die Therapie der Periimplantitis praktisch simuliert.

 
Zahnheilkunde 3. September 2012

Kein Sommerloch in Graz

In der Zeit vom 2. bis zum 6. Juli 2012 fand die zweite „International Postgraduate Summerschool in Dentistry“ an der Zahnklinik der Medizinischen Universität Graz statt.

Das absoluts Highlight dieser einwöchigen Praktiker-Fortbildung stellten wieder die umfassenden Übungen dar, bei denen die Kursteilnehmer unter Anleitung oralchirurgische Eingriffe am Patienten wie operative Weisheitszahnentfernung und Wurzelspitzenresektionen durchführen konnten.

Die Initiatoren der „Summerschool“, Prof. DDr. Norbert Jakse, Prof. Dr. Walther Wegscheider und PD DDr. Michael Payer konnten am letzten Tag sehr zufrieden auf eine erfolgreiche Woche zurückblicken. Mit großem Enthusiasmus besuchten die Teilnehmer aus Österreich und angrenzenden Ländern in Kleingruppen, abgestimmt auf individuelle Interessen, eine Woche lang unterschiedliche praxisrelevante Kurse. Sie hatten die Qual der Wahl: Insgesamt wurden zehn Workshops - jeweils zwei pro Tag parallel laufend - mit jeweils maximal zehn Teilnehmern angeboten.

Hands-on am Phantomkopf

Am ersten Tag standen einerseits Füllungstechniken und Zahnrestaurationen im Fokus sowie andererseits Extraktionstechniken und operative Zahnentfernungen. Vormittags wurden die theoretischen Blöcke abgehandelt, am Nachmittag hieß es dann für die Konservisten „Hands-on am Phantomkopf“ und die chirurgisch interessierten Kollegen hatten die Gelegenheit unter Anleitung eines erfahrenen Operateurs und unter professionellen Bedingungen in einem der beiden zur Verfügung gestellten Operationssäle retinierte Weisheitszähne am Patienten eigenständig zu operieren (siehe Abb. 1).

Der zweite Tag beschäftigte sich wiederum theoretisch und praktisch mit der Ätiologie, Diagnose und Therapie der Periimplantitis, sowie mit Themen rund um die Orale Medizin und Pathologie. In beiden Blöcken wurden am Vormittag sehr anschaulich Grundlagen, spezielle Diagnostik und Therapiekonzepte vermittelt, sowie zahlreiche klinische Fallbeispiele demonstriert (siehe Abb. 2). Der Nachmittag war wiederum Übungen an Modellen und Patienten gewidmet (siehe Abb. 3).

Übungen am Schweinekiefer

Der dritte Tag widmete sich dem Notfall in der Zahnarztpraxis, wobei hier vor allem praktische Übungen und Verhaltensregeln im Vordergrund standen. Im parallel dazu verlaufenden Workshop wurde über Mikro-Endochirurgie diskutiert, wobei auch hier am Nachmittag das theoretische erlernte Wissen am Schweinekiefer in praktischen Übungen angewandt werden konnte.

Die letzten zwei Tage rundeten mit ihren vier Workshops mit den Themen: Implantatprothetik, Mikro-Endochirurgie Anwendung im OP, Mikro-Endodontie, sowie Funktionsdiagnostik und Therapie das Angebot mehr als umfassend ab. Auch hier gab es die Möglichkeit, am Patienten eigenständig und unter Anleitung eines erfahrenen Operateurs Wurzelspitzenresektionen durchzuführen. Hierzu wurde den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, modernste Instrumente wie Piezochirurgische Aufsätze- sowie den Einsatz eines Operationsmikroskops zu testen.

Gute Stimmung bei hohen Temperaturen

Neben dem hochkarätigen und praxisorientierten fachlichen Programm zeigte sich die Stimmung als entspannt und motivierend, wozu auch die am Ende der Kurstage organisierten Treffen in gemütlicher Runde beigetragen haben. Mitte der Woche stand eine Summerschool-Party am Abendprogramm. Damit gab es ausreichend Gelegenheit zu einem kollegialen über fachliche Themen hinausgehenden Austausch. Auch das Wetter war den Grazern hold: Die Summerschool machte mit Temperaturen von mehr als 36 Grad ihrem Namen alle Ehre, und Graz und seine Umgebung, einschließlich des südsteirischen Weinlandes, zeigten sich ihren Gästen gegenüber von ihren schönsten Seiten.

Ausbau auf weitere Themengebiete ist geplant

Alles in allem erwies sich diese Form der geballten praktischen Wissensweitergabe für alle Teilnehmer als einzigartige Möglichkeit eines Updates bzw. einer Fort- und Weiterbildung als Einstieg in den Sommer. Es gab auch ausreichend Gelegenheit für die Teilnehmer Graz kulturell oder einfach zur Entspannung zu genießen. Von Seiten der Organisatoren ist jedenfalls ein Ausbau auf weitere Themengebiete – wie z.B. komplementäre Zahnmedizin, Kieferorthopädie für den allgemeinen Zahnarzt, einen „3D-Röntgen-Führerschein“ bzw. auch Fortbildungen für zahnärztliche AssistentInnen und Techniker – bereits fixiert.

Die nächste Grazer Summer School wird von 1. bis 5. Juli 2013 stattfinden. Weitere Informationen:

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