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Zahnheilkunde 3. September 2012

Von Innovationen und Wiedergeburten

Neue Behandlungskonzepte und „alte“ Werkstoffe unter Einsatz der CAD/CAM-Technologie.

Speziell bei generalisierten Zahnhartsubstanzdfekten und Implantat getragenem Zahnersatz lassen sich effiziente computergestützte Behandlungskonzepte umsetzen.

Der Vortrag von Prof. Dr. Daniel Edelhoff, den er gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen PD Dr. Florian Beuer am Freitag, 21. September 2012 ab 14 Uhr, im Zuge des Österreichischen Zahnärztekongresses 2012 in Salzburg hält, stellt eine von der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der LMU München erarbeitete neuartige Technik vor.

Welche Vorteile der neuen computergestützten Behandlungsmöglichkeiten und Materialien gibt es zum Beispiel im Vergleich zu den bekannten Füllungen?

Edelhoff: Mit der CAD/CAM-Technologie verfügen wir über eine Standardisierung der Fertigungskette. Der Computer kontrolliert zum Beispiel die Mindestschichtstärken von Materialien. Dadurch können wir mehr Sicherheit bieten. Die verwendeten Materialien sind außerdem von höherer Qualität und längerer Lebensdauer, weil sie industriell vorgefertigt werden. Das ist vor allem bei Materialien wie Keramiken von großem Vorteil.

Die Bearbeitungsmöglichkeiten und Materialien ändern sich rapide. Ist die rasante Entwicklung überhaupt noch überschaubar?

Edelhoff: Es stimmt, dass durch die CAD/CAM-Technologie zahlreiche neue Werkstoffe verfügbar geworden sind. Es gibt aber auch Renaissancen, Wiedergeburten von Werkstoffen, die schon lange bekannt sind. Diese können jedoch jetzt durch CAD/CAM mit höherer Qualität gefertigt werden. Womit sich auch der Indikationsbereich ändern bzw. erweitern kann. Es sind allerdings auch neue Materialien hinzugekommen. Ich werde bei meinem Vortrag in Salzburg eine Übersicht über diese Entwicklungen zu geben.

Wie sieht es vor dem Hintergrund der kurzen Produktzyklen mit der Vorhersagbarkeit von Ergebnissen aus?

Edelhoff: Auf Werkstoff-Seite sehe ich keine Probleme. Denn wenn etwas Besseres auf den Markt kommt, sollte es auch nach entsprechender klinischer Prüfung verwendet werden. Wenn also zum Beispiel eine Krone zerbricht, muss man nicht wieder eine neue dieses Typs einsetzen. Das kann dann auch ein neuer Werkstofftyp sein, der bessere Eigenschaften besitzt. Ein Problem stellen jedoch die Implantate dar. Auf diesem Gebiet ist man über lange Jahre auf eine Kontinuität der Produktpalette angewiesen, da immer wieder „Ersatzteile“ benötigt werden.

Falls Probleme oder Schäden auftreten: Kann man bei der industriellen Fertigung den Schaden so zurückverfolgen wie jetzt, wo jeder Zahnarzt den Zahntechniker persönlich kennt?

Edelhoff: Ja, gerade auf diesem Sektor bestehen mehrere Vorteile: Die Materialien sind mit Barcodes gekennzeichnet, die Geräte speichern außerdem die Fertigungs- und Herstellungsschritte, die man dann einfach per Knopfdruck wieder abrufen kann. Weil alles bestens dokumentiert ist, sind Schwachpunkte auch im Nachhinein erkennbar.

Kann man bei Ihrem Vortrag auch mit praktischen Tipps für eine Zahnarztpraxis rechnen?

Edelhoff: Ja natürlich – ich werde einen Überblick über jene Materialien bieten, die verfügbar sind. Ich werde aber auch funktionierende Behandlungskonzepte präsentieren. Sie sind durch klinische Studien belegt, der Zahnarzt kann sich dadurch eine sehr hohe Behandlungssicherheit versprechen.

www.oezk-salzburg-2012.at

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