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© Salzburg Tourismus

Die Vorträge finden im Salzburg Congress und benachbarten Gebäuden statt.

© Kavalierhaus Klessheim

Im Kavalierhaus Klessheim findet am Freitag, 21. September 2012, der Gesellschaftsabend statt.

 
Zahnheilkunde 3. September 2012

Zahnmedizin vom Feinsten

Der Österreichische Zahnärztekongress – 2012 in Kombination mit dem Symposium für Kinderzahnheilkunde in Salzburg – wartet mit wissenschaftlich fundierten Updates für Praktiker, AssistentInnen und Zahntechniker auf.

Implantologie, Orale Medizin, Kinderzahnheilkunde, Forensik, Psychosomatik, Endodontie, Mikroskopzahnheilkunde, Kieferorthopädie, digitale Prothetik, Prophylaxe und Parodontologie – die Teilnehmer des Fortbildungshighlights des Jahres vom 20. bis 22. September 2012 im Salzburg Congress haben wieder die Qual der Wahl zwischen spannenden Vorträgen und interessanten Workshops.

Wer zahnmedizinisch auf dem Laufenden bleiben will, sollte sich diese Konzentration an praxisrelevanten Themen und namhaften Experten nicht entgehen lassen. Der Zahn Arzt hat einige der Abstracts als Entscheidungshilfe ausgewählt – geordnet nach Thema und Datum.

Weitere Informationen und das komplette Programm als Download finden Sie auf: www.oezk-salzburg-2012.at

Thema: Parodontologie
Donnerstag, 20. September 2012 Wolf-Dietrich-Saal / 1. Stock
09.00 - 10.15 Uhr: Regenerationsmöglichkeiten in der Parodontologie

Dr. Madeleine Åslund, Wien
Die parodontalen Gewebe, die aus unterschiedlichen Geweben zusammengesetzt sind, nehmen im menschlichen Körper eine Sonderstellung ein. Sie bilden die einzige Barriere zwischen den Weichgeweben und der härtesten, avaskulären Substanz des Körpers, dem Zahnschmelz . Daher sind auch die biologischen Heilungsprozesse und -möglichkeiten entsprechend komplex. Die gezielte Regeneration des Zahnhalteapparats stellt daher eine besondere Herausforderung dar. Die Kenntnis des Wundverhaltens nach nicht-chirurgischer sowie chirurgischer Parodontaltherapie ist unerlässlich für das Verständnis des Potenzials zur Regeneration parodontaler Gewebe. Zum Einsatz kommen die Prinzipien der gesteuerten Geweberegeneration sowie der Einsatz bioaktiver Moleküle und diverser Füllmaterialien. Mikrochirurgische Techniken gelten schon lange als state-of-the-art in der parodontalen Regeneration. Dank guter Evidenzlage sind die Faktoren und klinischen Konzepte, die Vorhersagbarkeit garantieren, gut bekannt.

Thema: Allgemeines
Donnerstag, 20. September 2012 Trakl-Saal / 3. Stock
10.00 - 12.00 Uhr: Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit – worauf achtet ein Chefredakteur?

Prof. Dr. Gottfried Schmalz, Regensburg (D)
Das Verfassen einer Publikation ist integraler Bestandteil wissenschaftlicher Arbeit. Vor Beginn der Untersuchungen/Experimente sollten Hypothesen, Studiendesign, Studienumfang und Statistik mit einem Biometriker diskutiert und festgelegt werden. Die Autorenrichtlinien (Instructions for Authors) sind zur Verbesserung der Akzeptanz des Manuskripts unbedingt einzuhalten. Diese betreffen z.B. die Organisation des Literaturverzeichnisses oder die Gliederung der Zusammenfassung. Eine inhaltlich falsche Darstellung der Literatur führt zur Ablehnung des Manuskriptes. Ist die Publikationssprache nicht die Muttersprache des Autors, so sollte unbedingt professionelle Hilfe eingeholt werden. Für bestimmte Untersuchungen (z.B. klinische Studien) sind heute allgemein anerkannte Richtlinien (z.B. das Consort-Statement) zu befolgen. Eine wissenschaftliche Publikation erfüllt nur dann ihren (eigentlichen) Zweck, wenn sie gelesen wird. Wissenschaftler (und Reviewer) leiden oft unter Zeitmangel, daher sollte der Sachverhalt so einfach, eindeutig, klar gegliedert und so gewissenhaft wie möglich dargestellt werden. Dazu werden in dem Referat weitere Tipps gegeben, außerdem zur Frage, was man bei Revisionen oder bei einer Ablehnung eines Manuskriptes macht.

Thema: Psychosomatik
Donnerstag, 20. September 2012 Papageno-Saal / Parterre
12.30 - 13.15 Uhr: Zur Kommunikation mit Problempatienten – das psychosomatisch-zentrierte Gespräch

Dr. Ingrid Staehle, Erlangen (D)
Trotz vieler Aufklärungen über psychosomatische Zahnmedizin in den letzten Jahren ist es im Einzelfall schwierig, mit einem Problempatienten zu einem Konsens zu kommen. Die psychische Konstitution des Patienten wird den Verlauf des Gesprächs entscheidend beeinflussen. Verschiedene Kommunikationsstile in Abhängigkeit seiner Bedürftigkeit und Befindlichkeit werden vorgestellt und mögliche Reaktionen des Zahnarztes darauf gezeigt. Dabei gilt es, den Anforderungen an eine qualifizierte zahnärztliche Beratung und Behandlung gerecht zu werden, sowie eine Aufklärung über psychosomatische Zusammenhänge und - bei Bedarf – die Motivation zu einer psychiatrischen Behandlung oder Psychotherapie leisten zu können. Für die Kommunikation zwischen Patient und Zahnmediziner werden Voraussetzungen und Lösungsmöglichkeiten an Beispielen erläutert.

Thema: Mikroskopzahnheilkunde
Donnerstag, 20. September 2012 Sheraton Salzburg Hotel, Saal Hohensalzburg / Parterre
10.30 - 11.00 Uhr: Das Mikroskop in der Endodontie

Dr. Andreas Kaltenbrunner, Salzburg
18 Jahre Erfahrung: ein Überblick über die Möglichkeiten bei der Wurzelbehandlung unter dem Operationsmikroskop. Vom Praktiker für den Praktiker: Gezeigt werden hauptsächlich gefilmte Beispiele für Wurzelbehandlungen unter dem Mikroskop. Das vergrößerte Behandlungsfeld ist ein Vorteil des Operationsmikroskops. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Zahnarzt die jeweilige Behandlung unter Sicht durchführen kann. Das erweitert die Möglichkeiten enorm, da Behandlungsfehler vermieden werden können.

Es werden Beispiele für die Kanalauffindung mit Ultraschall, Sandstrahl, Aufbereitung akzessorischer Kanäle, Ausschluss von Frakturen, Aufbereitung verkalkter Kanäle und Isthmen, Entfernung von Pulpensteinen, Entfernung von Stiftaufbauten und frakturierten Instrumenten gezeigt; weiters das Anfertigen eines sogenannten „Kanonenbohrers“ zur Beseitigung apikaler Verkalkungen.

11.00 - 12.00 Uhr: Die Vollintegration des Mikroskopsin der Zahnheilkunde

MR Prof. Peter Kotschy, Wien
Das Mikroskop ist in der Zahnheilkunde eine notwendige Hilfe für die logische Weiterentwicklung des Faches der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Längst ist es in der Medizin in fast allen Fächern zu einer Miniaturisierung der technischen Eingriffe („Schlüssellochchirurgie“, Augen-OP, Neurochirurgie, HNO etc.) gekommen. Nur in unserem Fach der Zahnheilkunde wird in archaischer Art und Weise eine der Idee der Prophylaxe zuwiderlaufende Diagnostik und Therapie betrieben. Zwar wurden in den letzten Jahrzehnten wesentliche Verbesserungen durchgeführt, aber noch immer werden mit brutalen Methoden Schmelz, Dentin und der Paradon-talapparat therapiert.

Im Rahmen dieser Präsentation wird die Mikroinvasive Zahnheilkunde (= Zahnheilkunde mittels Mikroskop) vorgestellt und diskutiert. Dabei werden dem Nichtmikroskopanwendern die Indikationen und Therapieverfahren desselben gezeigt und den wenigen Mikroskopanwendern in Österreich zusätzlich Informationen geliefert.

Thema: Konservierende Zahnmedizin
Donnerstag, 20. September 2012 Papageno-Saal / Parterre
15.00 - 19.00 Uhr: Minimalintervenierendes Kariesmanagement

Prof. DDr. Norbert Krämer, Gießen (D)
Der allgemeine Kariesrückgang hat in den vergangenen Jahren sowohl in der ersten als auch in der zweiten Dentition zu einem veränderten klinischen Bild der Karies geführt. Die sogenannte „Hidden Caries“ (versteckte Karies) ist durch einen unterminierenden Kariesverlauf gekennzeichnet.

Die Kariesdiagnostik bemüht sich heute darum, Karies möglichst frühzeitig zu erkennen, um angemessen therapieren zu können. Die prophylaktische Betreuung der Patienten hat dabei eine große Bedeutung. Im Rahmen des Workshops sollen vor allem neue Methoden zum minimal-invasiven Kariesmanagement vorgestellt und bewertet werden.

Programmübersicht:

• Karies - Ätiologie und Pathogenese,

• Karies - Epidemiologie,

• Karies - Detektion und Diagnostik,

• Kariesrisikobestimmung,

• Therapieentscheid: wann bohren?

• Non-invasive Maßnahmen zur Kariestherapie,

• Mikro-invasive Maßnahmen zum Kariesmanagement.

Thema: Konservierende Zahnmedizin
Freitag, 21. September 2012 Wolf-Dietrich-Saal / 1. Stock
10.45 - 12.00 Uhr: Plastische Mukogingivaltherapie

Dr. Michael Müller, Wien
Immer mehr Patienten empfinden freiliegende Zahnhälse als ungesund oder ästhetische Beeinträchtigung und möchten dieses Problem durch den Zahnarzt korrigieren zu lassen. Die plastische Parodontalchirurgie beinhaltet nicht nur einen Stopp der Progression der gingivalen Rezession, sondern auch, wenn möglich, die vollständige Deckung der exponierten Wurzeloberfläche und die Verbesserung der funktionellen und ästhetischen mukogingivalen Verhältnisse.
Mit den heute bekannten und Evidenz basierenden Methoden der plastischen Parodontalchirurgie ist die Regeneration beziehungsweise Reparation der verloren gegangenen Strukturen bis zu einem bestimmten Ausmaß möglich. Auch die mukogingivalen Verhältnisse um Implantate stehen im öfters im Fokus der Behandler.
Der Vortrag skizziert Ätiologie, Inzidenz und Anamnese der gingivalen Rezessionen, sowie geeignete chirurgische Techniken inklusive des postoperativen Managements für die gezielte Therapie mukogingivaler Problemstellen.

Thema: Implantologie
Freitag, 21. September 2012 Wolf-Dietrich-Saal / 1. Stock
08.30 - 09.10 Uhr: Sofortimplantation: Segen oder Fluch?

Dr. Peter Randelzhofer, München (D)
Das Interface von Zahnfleisch und Prothetik hat außerordentlichen Anteil an einer funktionellen und natürlich schönen Restauration: Anspruchsvolle Implantatpatienten werden den Grad des Erfolges gerade an diesem Parameter festmachen. Das Ziel – vorhersagbar gute Ergebnisse – wird vor allem dann erreicht, wenn das chirurgisch-prothetische Behandlerteam (Chirurg/Zahnarzt/Zahntechniker) die entsprechenden Fälle gemeinsam plant und umsetzt.
Die richtige Entscheidung für die eine oder andere chirurgische Technik ist der erste Schlüsselfaktor für ein erfolgreiches Resultat. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es von sehr großem Vorteil sein kann, wenn die bestehenden Strukturen wie Knochen und Zahnfleisch durch eine Sofortimplantation geschont werden können. Wichtig ist es jedoch, die genau Indikation zu bestimmen. Wird der Bogen überspannt, sind spätere Weichgewebskorrekturen bei Sofortimplantaten nur schwer durchzuführen. Somit kann ein Vorteil schnell zu einem Nachteil mutieren. Außerdem ist es immens wichtig, dass sich das Behandlerteam in dieser Technik auch zu Hause fühlt. Die persönliche Erfahrung und das individuelle Können sind nach wie vor durch wenig zu ersetzen.
Der Vortrag wird im Detail versuchen, das angesprochene Thema für komplexe Restaurationen anhand von klinischen Fallbeispielen Schritt für Schritt aufzuarbeiten. Besonderes Augenmerk liegt auf der Demonstration einer nachvollziehbaren und umsetzbaren, weil praxisnahen Technik unter Herausarbeitung der jeweiligen Vor- und Nachteile.

Thema: Kieferchirurgie
Freitag, 21. September 2012 Europa-Saal, 2. Stock
15.00 - 15.40 Uhr: Mikrovaskuläre Knochenregenerationstechniken des Ober- und Unterkiefers

Prof. DDr. Alexander Gaggl, Salzburg
Die erfolgreiche Verwendung freier Knochentransplantate und allogener Augmentationsmaterialien ist eng an die Regenerationskraft des Transplantatbetts gebunden. Im Falle schlechter Transplantatbettverhältnisse resultieren somit häufig Teil- oder Misserfolge der augmentativen Chirurgie. Revaskularisierte Knochentransplantate können im Gegensatz dazu unabhängig von der Regenerationskraft des Transplantatbetts verwendet werden und garantieren auch in diesem Fall einen guten Rekonstruktionserfolg.
Im Rahmen dieses Vortrags werden verschiedene mikrochirurgische Knochentransplantate vorgestellt und deren Nutzung indikationsabhängig beschrieben. Die Anwendung und der Indikationsbereich von gefäßgestielten Knochentransplantaten aus dem Bereich des Beckens, der Schulter, des Thorax und der unteren und oberen Extremität werden gezeigt und deren Vor- und Nachteile diskutiert. Unterschiede in der Einheilung dentaler Implantate in frei augmentiertem und mikrovaskulärem Knochen und deren Erfolgsrate nach Implantation in vaskularisierten Knochen werden aufgezeigt.
Im Gesamten zeigt sich eine Erfolgsrate mikrovaskulärer Transplantate von 95 Prozent. Der Implantaterfolg liegt ebenfalls deutlich über 90 Prozent. Bei der korrekten Auswahl des Transplantats kann eine gute Formstabilität und eine hohe Kontur-Übereinstimmung der augmentierten Kieferregion erzielt werden. Nach erfolgreicher Transplantation zeigt sich eine hohe Langzeit-Formstabilität der mikrovaskulären Knochentransplantate. Eine hohe Einheilungswahrscheinlichkeit ist auch bei schlechtem Transplantatbett gegeben. Zusammenfassend lässt sich ein hoher Stellenwert der vaskularisierten Knochentransplantation im schwierig einzustufenden Implantatbettbereich feststellen.

Thema: Orale Medizin
Freitag, 21. September 2012 Paracelsus-Saal, 2. Stock
10.00 - 12.00 Uhr: Workshop/ Aktuelles aus der Oralen Medizin – ein Update

Doz. Dr. Johann Beck-Mannagetta, Salzburg
„Die Orale Medizin beschäftigt sich mit der Diagnose und nicht-chirurgischen Behandlung von erkrankten oralen und perioralen Strukturen, besonders bei Allgemeinerkrankungen und behinderten Patienten“ (aus den Zielen der European Association of Oral Medicine, 1998).
Die Komplexität von gewissen orofazialen Erkrankungen, Fortschritte in medizinischer Diagnostik und Therapie, neue Erkenntnisse der Genetik, eine immer älter werdende Bevölkerung und gestiegene Erwartungen an eine adäquate zahnmedizinische Versorgung stellen eine Herausforderung an die Zahnmedizin der Zukunft dar.
Nicht nur die Mundhöhle, sondern das gesamte Kauorgan kann durch Medikamente in Mitleidenschaft gezogen werden (z.B. Blutungsneigung bei Antikoagulation, Kiefernekrosen bei Bisphosphonaten). Anfangs unklare Veränderungen der Schleimhaut können sich als Vorboten einer Allgemeinerkrankung erweisen (z.B. HIV-Infektion, Leukämie etc.), bei denen der aufmerksame Zahnarzt unter Umständen die Erstdiagnose stellen und so dem Patienten einen langen Leidensweg ersparen kann.
Gelegentlich manifestieren sich psychische Erkrankungen in Symptomen, die einer genaueren Abklärung bedürfen (zum Beispiel das Burning-Mouth-Syndrom). Die zahnärztliche Behandlung vor, während und nach einer Krebstherapie kann sich sehr schwierig gestalten, da die betroffenen Gewebe oft durch lange Zeit sehr vulnerabel sind, und mitunter die Compliance der Patienten nicht im notwendigen Ausmaß gegeben ist.
In dieser Darstellung sollen neue Erkenntnisse in Diagnostik und Therapie vorgestellt und die Bedeutung einer Kooperation der verschiedenen Behandler zum Wohle der Patienten betont werden.

Thema: Kieferorthopädie
Freitag, 21. September 2012 Trakl-Saal, 3. Stock
09.00 - 09.30 Uhr: Was wünscht sich der Implantologe vom Kieferorthopäden?

Dr. Claudio Cacaci, München (D)
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Implantologie konzentriert sich hauptsächlich in der reibungslosen Teamarbeit zwischen Chirurg, Prothetiker und Zahntechniker. Bei der implantologischen Versorgung von jungen Patienten kommt in vielen Fällen ein weiteres Teammitglied dazu: der/die Kieferorthopäde/in.
Um eine reibungslose Behandlung bei diesen jungen Patienten zu gewährleisten, sind die Arbeitsgebiete der einzelnen Fachbereiche zu beleuchten. In der Zusammenarbeit gestaltet sich das beiderseitige Verständis oft schwierig.
Im Vortrag soll die Arbeit des Implantologen bei jungen kieferorthopädisch vorbehandelten Patienten beleuchtet werden. Lückenweite, Lückensymmetrie und der Zeitpunkt der Implantation bzw. der Zeitpunkt des Abschlusses der kieferothopädischen Behandlung stehen hier im Mittelpunkt.

Thema: Kieferorthopädie
Freitag, 21. September 2012 Trakl-Saal, 3. Stock
11.30 - 12.15 Uhr: Die LKG-Spalte zwischen Kieferorthopädie und Kieferchirurgie

Prof. Dr. Margit Pichelmayer, Graz
Lippen-Kiefer-Gaumenspalten werden in der Regel interdisziplinär im Rahmen eines Spaltenteams versorgt. Dieses setzt sich in der Regel aus Kieferorthopädie, Kieferchirurgie und den Fächern der HNO, Psychologie, Logopädie und der normalen Zahnheilkunde zusammen, wobei in dieser vor allem die Parodontologie – wegen der bekannt schlechten Hygienemaßnahmen durch viele Patienten – eine nicht unwichtige Rolle spielt. Die Zusammenarbeit zwischen diesen einzelnen Disziplinen muss sowohl organisatorisch wie auch behandlungstechnisch sehr eng sein. Leider wird das Schlagwort „interdisziplinär“ sehr häufig so verstanden, dass zwar gemeinsam „gesprochen“ wird, aber die einzelnen Ansichten oft mehr im Vordergrund stehen als eine Gesamtschau.
Der Vortrag versucht die Frage zu klären, inwieweit die gegenseitigen Anliegen konvergieren und inwiefern für ein großes Konzept, das vor allem kieferorthopädisch/kieferchirurgisch umgesetzt wird, Kooperationsnotwendigkeit besteht.

Thema: Endodontie
Freitag, 21. September 2012 Papageno-Saal, Parterre
08.30 - 09.30 Uhr: Endodontische Herdsanierung – wann, wie und ob überhaupt?

Prof. DDr. Christof Pertl, Graz
Der Begriff „Herdsanierung“ impliziert, dass dentogene periapikale Läsionen eine systemische pathologische Wirkung haben. Bis in die heutige Zeit ist die Fokale-Infektions-Theorie in Diskussion, welche besagt, dass eine lokale Infektion zu nachfolgenden Entzündungen oder Symptomen in anderen Teilen des Körpers durch Ausbreitung der Erreger selbst oder assoziierten Toxinen führen kann. Diese Hypothese wird durch zahlreiche entsprechende Fallberichte unterstützt. Andererseits zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass die dentogen verursachte Bakteriämie im Allgemeinen sehr schnell durch das körpereigene Abwehrsystem bereinigt wird. Trotzdem ist es unsere Aufgabe, entzündliche Veränderungen – seien sie periapikal oder parodontal lokalisiert – zu behandeln. Neben der Erhaltung der Zähne und des alveolären Knochens sollten wir uns auch um eine gesunde orale Mikroflora unserer Patienten sorgen.
In diesem Vortrag soll versucht werden, alljene klinisch relevanten Strategien für die dentogene Herdsanierung vorzustellen, die auf dem derzeit verfügbaren wissenschaftlich unterstützten Wissen und auf eigener klinischer Erfahrung basieren.

Thema: Kindersymposium
Freitag, 21. September 2012 Wolf-Dietrich-Saal, 1. Stock
15.00 - 15.45 Uhr: Milchzahnrestaurationen

Dr. Norbert Krämer, Gießen (D)
Aufgrund der morphologischen Besonderheiten der ersten Dentition können erfolgreiche Konzepte aus der zweiten Dentition nicht einfach übertragen werden. Häufig hängt die Art der Versorgung von der unterschiedlichen Kooperation der Kinder ab. Die erfolgreiche Restauration der Milchzähne ist durch aktuelle Techniken und Materialien defektorientiert und minimalinvasiv möglich. Dies wird unterstützt durch eine schonende Kariesexkavation und Präparation.
Aufgrund der positiven klinischen Ergebnisse gelten Kompomere heute für die Füllungstherapie im Front- und Seitenzahnbereich der ersten Dentition als das Mittel der Wahl. Je nach Mitarbeit der Kinder und der Defektgröße sollte jedoch an eine alternative Versorgung gedacht werden. Falls die Compliance unzureichend ist, können hochvisköse oder lichthärtende Glasionomerzemente der adhäsiven Versorgung vorgezogen werden. Bei größeren Läsionen der Milchzähne stellen konfektionierten Kronen eine einfache Möglichkeit der Versorgung dar. Im Frontzahnbereich ist die Milchzahnfüllungstherapie aufgrund der oft ausgedehnten Defekte schwierig. Um die Sprachentwicklung der Kinder nicht zu behindern und Habits zu vermeiden, ist die Restauration bzw. der Ersatz zerstörter Frontzähne in der Funktionsphase des Milchgebisses indiziert. Konfektionierte oder individuell gefertigte Kronen sind dazu gut geeignet, falls die Zähne erhalten werden können. Sollten die Frontzähne vorzeitig verloren gehen, so ist ein Ersatz auch mittels Kinderprothese möglich.

Thema: Prothetik digital
Freitag, 21. September 2012 Papageno-Saal, Parterre
16.35 - 17.20 Uhr: CAD/CAM-Rekonstruktionen und Analyse der Farbe und Effekte

Dr. Andreas Balzer, Rheinfelden (CH)
Seit bald 30 Jahren sind in der zahnärztlichen Praxis Möglichkeiten zur Zahnrestauration mit CAD/CAM-Technologie gegeben. Es begann mit einfachen Einzelzahnrestaurationen, das Unternehmen Sirona Dental Systems war mit CEREC weit und breit der einzige Anbieter dentaler CAD/CAM-Geräte für den Einsatz am Patientenstuhl.
Inzwischen hat sich das Spektrum der CAD/CAM-Einsatzmöglichkeiten in der zahnärztlichen Praxis und im Labor enorm und bis zur Unübersichtlichkeit erweitert. Alle Disziplinen – inklusive der engen virtuellen Zusammenarbeit zwischen Behandler und Techniker – sind heute in die moderne CAD/CAM-Technik einbezogen. Kriterien, die beim Erwerb einer Chairside-CAD/CAM-Anlage gewiss in Betracht gezogen werden sollten. Rein quantitativ gesehen steht die Einzelzahnrestauration nach wie vor an erster Stelle. Und auch da hat ein riesiger Entwicklungsprozess stattgefunden. Für die zahnärztliche Einzelzahnrekonstruktion hat sich das Materialangebot so erweitert, dass die CAD/CAM-Technik problemlos auch in der ästhetischen Zone eingesetzt werden kann.
Sehr oft kommt die Technik der computergefrästen Kronenkappe mit anschließend manuell aufgebauter Verblendung auch bei Einzelzahnrestaurationen zum Einsatz. Dies im Zusammenhang mit Überlegungen rund um die Biegebruchfestigkeit. Beurteilt man aber die äußerst umfangreich dokumentierte Literatur über Überlebensanalysen von Einzelzahnrestaurationen, sind bei korrekter Verarbeitung der Materialien keine Begründungen für oder gegen handverblendete beziehungsweise monolithisch ausgeschliffene Arbeiten gegeben. Handverblendete Arbeiten sind technisch und somit finanziell wesentlich aufwändiger im Vergleich zu den Monoblockarbeiten. Um aber auch mit Monoblockkeramiken ästhetisch gute Resultate erzielen zu können, sollte man es nicht beim einfachen Farbabgleich anhand einer Farbskala belassen. Zusätzliche Analysen sind empfohlen. Dabei spielt die Bewertung von Lichttransmission und Transluzenz eine ebenso wichtige Rolle wie die Festlegung von farbintensiveren Zahnzonen, der Zahnform und der Oberflächengestaltung. Ist solches bestimmt, lässt sich am Bildschirm die vorgeschlagene Rekonstruktion wunschgemäss im mehrfarbigen Keramikblock positionieren. Mit der Verwendung von transluzenten Monoblockkeramiken wird die gesamte Rekonstruktionsdicke in die Farbgebung einbezogen, was zu natürlich erscheinenden Farbtiefen führt. Gleichzeitig ist andererseits zu berücksichtigen, welche Einflüsse verfärbte Zahnstümpfe auf die Endfarbe ausüben können und wie in solchen Fällen vorgegangen werden kann.
Im Referat kommen solche Aspekte – begleitet mit Lösungsvorschlägen und Beispielen aus der alltäglichen Praxis – zur Sprache.

Kongressdaten

Termin: 20. bis 22. September 2012
Tagungsorte: 5020 Salzburg,
Salzburg Congress
Auerspergstraße 6,

Sheraton Salzburg Hotel,
Auerspergstraße 4,

Crowne Plaza Salzburg,
Rainerstraße 6-8,
Fortbildungsakademie der LZÄK Salzburg, Bergstraße 14;

Weitere Informationen, Anmeldung und Programm-Download: www.oezk-salzburg-2012.at

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