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Prof. DDr. Andreas Moritz
 
Zahnheilkunde 1. August 2012

Kongress-Nachlese: „Esthetic Dentistry“

Gespräch mit Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, Präsident des diesjährigen Gründungskongresses der Österreichischen Gesellschaft für Esthetic Dentistry (ÖGED).

Stomatologie: Die ästhetische Zahnheilkunde ist eine junge Disziplin; bitte beleuchten Sie kurz die Entstehungsgeschichte der ÖGED.

Moritz: Ganz egal wo man hinblickt, es besteht ein steigender Bedarf nach „Ästhetik“. Ästhetik ist in unserer heutigen Welt zu einem nicht mehr zu übersehenden Trend geworden. Der Bedarf nach Ästhetik steigt kontinuierlich. So hat die Ästhetik in der Medizin und somit auch in der Zahnmedizin eine führende Rolle eingenommen und ist aus der heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Die ästhetische Zahnheilkunde als fächerübergreifende Disziplin ist eine der Hauptsäulen in der modernen Zahnmedizin. Mit Feingefühl vereinigt sie die uns bekannten Fachrichtungen: die Konservierende Zahnheilkunde, die Parodontologie, die Prothetik, die Kieferorthopädie sowie die Chirurgie.

Ein gesundes Lächeln steht nahezu immer für ein ästhetisches Zahnbild. Es unterstreicht nicht nur die Gesundheit des Individuums, sondern signalisiert auch Energie, Erfolg und nicht zuletzt auch Attraktivität.

Welchen Stellenwert hat die Ästhetik bei der zahnärztlichen Arbeit in Österreich?

Moritz: Über lange Jahre hinweg beobachte ich die stetig steigenden Anforderungen an alle zahnmedizinischen Fachdisziplinen. Steigende Ansprüche unserer Patientinnen und Patienten sind einer unserer wohl wichtigsten Antriebsmotoren. Mit der Gründung der Österreichischen Gesellschaft für „Esthetic Dentistry“ wurde diesem Trend Rechnung getragen und der große Stellenwert der Ästhetik in der Zahnheilkunde unter- strichen.

Ist die ästhetische Zahnheilkunde eine Domäne der „Reichen und Schönen“?

Moritz: Nein! Individuell gutes Aussehen hat nichts mit Geld zu tun. Natürlich gibt es viele Indikationen die auch sehr teure Lösungsansätze erfordern. Viel wichtiger ist jedoch die bestmögliche Umsetzung jeder individuellen Aufgabe im Auge zu behalten. Patientenzufriedenheit korreliert nicht mit den vorhandenen finanziellen Mitteln.

In unserem ganzheitlichen Behandlungskonzept ist die Gesundheit des Individuums das höchste Gut, das es - selbstverständlich ästhetisch - wieder zu rekonstruieren gilt.

Gibt es Länder, in denen die ästhetische Zahnheilkunde länger etabliert ist?

Moritz: Ja, zum Beispiel in unserem Nachbarland Deutschland. Obwohl die ästhetische Zahnheilkunde auch in Österreich schon sehr lange etabliert ist, wurde erst jetzt, dem Bestreben sämtliche Teilbereiche in eine Hand zu legen, durch die Gründung der Österreichischen Gesellschaft für „Esthetic Dentistry“ Rechnung getragen. Natürlich gibt es auch viele andere Länder, in denen Ästhetik in der Zahnmedizin schon lange ein Thema ist.

Plant die ÖGED, ihren Kongress jährlich abzuhalten?

Moritz: Ja, wir planen jährlich einen Kongress abzuhalten. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Kongress im nächsten Jahr bereits auf Hochtouren. Konkret stehen wir mit den Universitätszahnkliniken Graz und Innsbruck in Verbindung.

Welche Rolle spielen Dentalmaterialien in der ästhetischen Zahnheilkunde?

Moritz: Dentalmaterialien spielen eine ganz wichtige Rolle. In Wien wird diesem Umstand bereits in der Ausbildung der Studentinnen und Studenten Sorge getragen. Im Ausbildungsbetrieb steht eine Vielzahl an Dentalmaterialien zur Verfügung. Ästhetik hat auch stark mit Individualität zu tun. Jeder kann schon im Studium seine individuellen Erfahrungen mit verschiedensten Dentalmaterialien sammeln, um stets das Optimum für den Patienten herauszu-holen. Ich denke hier zum Beispiel an neue Komposite, die für jeden leistbar sind, oder aber auch die rasante Weiterentwicklung der CAD/CAM Technologie und der Laseranwendung.

Wohin strebt die ästhetische Zahnheilkunde in Österreich?

Moritz: Sie strebt ganz eindeutig nach Perfektion mit höchsten gesundheitlichen Ansprüchen. Der Schwerpunkt in der Vergangenheit lag vor allem auf der Funktionalität. Doch Funktionalität alleine ist in einem modernen Behandlungskonzept bei weitem nicht genug. Für uns steht die Zufriedenheit unserer Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt. Genau sie sind es, die den Erfolg, aber auch den Misserfolg bewerten, denn gesunde und schöne Zähne machen einen entscheidenden Teil unserer Persönlichkeit aus.

War der Gründungskongress der ÖGED aus Ihrer Sicht ein Erfolg?

Moritz: Ja, ein sehr großer Erfolg. Wir hatten bei unserem Gründungskongress an die 200 Teilnehmer. Ganz besonders haben wir uns über die Vielzahl der sehr positiven Rückmeldung zu den Vorträgen der hochkarätigen Referenten und dem reichhaltigen Programm gefreut. Unter diesen Umständen ist es besonders motivierend das Event eines ÖGED Kongresses jährlich fortzusetzen.

Danke für das interessante Gespräch!

Informationen: http://www.oeged.at /

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