zur Navigation zum Inhalt
Foto: Оксана Ткачук / photos.com
Mundgesundheit ist eine Frage der Lebensqualität. Ein Mangel kann auch das kardiovaskuläre Risiko erhöhen.
 
Zahnheilkunde 6. März 2012

Ziel: Verbesserte Mundgesundheit

Die Bedeutung der Vorbeugung muss gegenüber der Reparaturmedizin gestärkt werden.

Erkrankungen im Mundraum sind nicht nur ein kosmetisches und hygienisches Problem und schränken die Lebensqualität ein, sie können schwerwiegende Folgeprobleme bis zu einem erhöhten kardiovaskulären Risiko nach sich ziehen. Obwohl große Fortschritte im Bereich der Mundgesundheit in den vergangenen Jahrzehnten erreicht wurden, bleiben Erkrankungen im Mundraum weltweit ein bedeutendes Public-Health-Problem – nicht nur in sozial benachteiligten Gruppen, sondern auch als Ausdruck des – ungesunden – westlichen Lebensstils.

 

Zucker, zu wenig Fluoride aber auch der Konsum von Tabak und zu viel Alkohol und eine mangelhafte Mundhygiene steigern das Risiko von Zahnfleischentzündungen, von Zahnverlust und Tumoren im Mundbereich.

Auch stehen einige orale Erkrankungen in engem Zusammenhang mit häufigen chronischen Erkrankungen bzw. mit Erkrankungen, die bestimmte allgemeine Risikofaktoren aufweisen wie beispielsweise Diabetes, Fettleibigkeit und Tumorerkrankungen. „Gleichzeitig manifestieren sich Allgemeinerkrankungen wie z. B. Diabetes oder HIV/Aids oft im Mundraum“, stellt Dr. Poul Erik Petersen von der WHO fest. Daher sei weltweit eine Stärkung von Public-Health-Programmen durch die Implementierung effektiver mundgesundheitsbezogener Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung dringend notwendig. Bereits 2007 wurde von der WHO ein Aktionsplan zur Förderung der Mundgesundheit und zur integrierten Krankheitsprävention beschlossen. Darauf aufbauend sollen Gesundheitsförderungsprogrammen im Bereich Mundgesundheit entwickelt werden.

Weltweit betrachtet weisen die meisten Kinder und Jugendlichen Zeichen einer oberflächliche Zahnfleischentzündung im Sinne einer Gingivitis auf, stellt Petersen fest. Munderkrankungen haben aber auch einige veränderbare Risikofaktoren mit einer Reihe anderer chronischer Krankheiten gemeinsam: Zusätzlich zu schlechten Lebensbedingungen sind die wichtigsten Risikofaktoren mit einem ungesunden Lebensstil sowie einer mangelnden Verfügbarkeit und einem schlechten Zugang zu entsprechenden Gesundheitsdiensten assoziiert. Die WHO hat vier strategische und zehn vordringliche Handlungsfelder definiert. Dazu zählen neben einer Förderung eines gesunden Lebensstils insgesamt, der Einsatz von Fluoriden, eine gesunde Ernährung, Nikotinentwöhnungsprogramme und die Verbesserung der Mundgesundheit in verschiedenen Altersgruppen mit speziellen Förderprogrammen. Der Fokus liegt dabei vor allem in der Prävention durch entsprechenden Lebensstil und Mundhygienemaßnahmen. Dazu ist ein Umdenken in den Gesundheitsangeboten dringend notwendig, so Petersen, denn die Orientierung der meisten Anbieter richtet sich nach wie vor auf die Reparatur von bereits eingetreten Schäden und weniger auf die Vorbeugung und Bewusstseinsbildung dafür.ki

 

Quelle: P.E. Petersen, S. Kwan: World Health Organization global oral health strategies for oral health promotion and disease prevention in the twenty-first century, Präv Gesundheitsf 2009;4:100–104

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben