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Fotos (10): Izabela Schlichting
Abb. 1: Zustand nach Extraktion.
Fotos (10): Izabela Schlichting

Abb. 1: Zustand nach Extraktion.

Abb. 2: Zustand sofort nach Implantation.

Abb. 3: Provisorium vier Wochen post Op.

Abb. 4: Definitive Krone vier Jahre post Op.

Abb. 5: Das Röntgenbild vor der Extraktion.

Abb. 6: Provisorium zwei Wochen post Op.

Abb. 7: Zustand zwölf Wochen nach Implantation.

Abb. 8: Technik 12 Wochen post Op.

Abb. 9: Zirkonoxidkronen sofort nach dem Einsetzen.

Abb. 10: Röntgenbild drei Jahre post Op.

Abb. 11: Situation drei Jahre post Op.

Foto: Privat

Dr. Izabela Schlichting Zahnärztin im Zentrum für Gesichtsästhetik, kosmetische Kiefer-Gesichtschirurgie & Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in Wien

 
Zahnheilkunde 8. April 2009

Anspruchsvolle Versorgung auf hohem Niveau

Zwei Fallbeispiele aus der Praxis zeigen den erfolgreichen ästhetischen Papillenerhalt bei Sofortimplantation unter Einsatz von Einphasenimplantaten.

Der aktuelle Trend in der Implantologie geht zunehmend in Richtung Sofortimplantationen und Sofortbelastungen. Das Q-Implantatsystem1 erfüllt alle Anforderungen einer sofort belastbaren Insertion und wurde daher in die tägliche Praxis in unserer Ordination, im Zentrum für Gesichtsästhetik, kosmetische Kiefer-, Gesichtschirurgie und Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in Wien, aufgenommen.

Die Sofortimplantation nach Zahnentfernung im Frontzahn- und Prämolarenbereich ist bei Einhaltung der Indikationskriterien die Thera-pie der Wahl zum Erhalt der knöchernen Alveolarkammstrukturen und der „roten Ästhetik“. Der Behandlungsablauf ist effizient, kostengünstig und stellt für den Patienten die geringstmögliche Belastung dar.

Das Q1-Implantat (Durchmesser 3,5 mm, 4,5 mm und 5,6 mm) besitzt eine wurzelanaloge Form, ist selbstschneidend mit einem markanten Kompressionsgewinde („automatisches“ Bone-Condensing) und hat an der Durchtrittsstelle durch die Compacta des Kieferknochens einen glatten zwei oder vier Millimeter hohen, parallelen Hals, der infolge der konischen Vorbohrung zusammen mit dem Gewinde die geforderte Primärstabilität garantiert. Es ist einteilig (Vermeidung von komplikationsträchtigen Mikrospalten) und ist beschleif- und damit parallelisier- bar mit einem prothetischen Konus von 7°. Weiters kann das Implantat beliebig tief versenkt werden, um vor allem im Frontzahnbereich eine optimale Ästhetik zu gewährleisten.

Eine in unserer Ordination durchgeführte Studie an 78 Q1-Sofortimplantaten mit einer vierjährigen Beobachtungsdauer zeigt durchgehend stabile Implantationsergebnisse und eine sehr hohe Patientenzufriedenheit in Bezug auf Funktion und Ästhetik. Die folgenden Standardfälle sollen aufzeigen, welche Kriterien zum Erhalt der knöchernen Strukturen und approximalen Papillen bei Sofortimplantation herangezogen werden.

Klinischer Fallbericht 1

Eine 32-jährige Nichtraucherin mit Verlust des Zahnes 15 nach missglückter endodontischer Behand-lung stellte sich in unserer Ordina-tion vor. Der Zahn wurde unter Einsatz von Periotomen möglichst atraumatisch entfernt, um die bukkale Knochenlamelle frakturfrei zu erhalten (s. Abb. 1). Heute ist eine atraumatische Zahnentfernung schnell und komplikationslos mit Hilfe eines Ultraschallchirurgiegerätes möglich. Besondere Rücksicht wurde auch auf die Schonung der approximalen Papillen gelegt. Anschließend wurde eine Sofortimplantation mit dem Einphasenimplantat Q1-Implantat (Fa. TRINON Titanium, Q1-Implantat 4,5 mm Durchmesser; 12 mm Länge) durchgeführt.

Die Position des Implantates richtet sich nach okklusalen Krite-rien so, dass das Implantat an der „prothetisch richtigen“ Stelle gesetzt wird. Die Achse des Implantats zeigt in die Mitte der bucco-lingualen Ausdehnung des Antagonisten. Damit ist die optimalste Kaudruckverteilung gegeben. Weiteres ästhetisches Kriterium ist die Position der Implantatschulter, welche zirka zwei Millime-ter unter der gedachten Verbundli-nie der Schmelz-Zement-Grenze der Nachbarzähne liegen sollte. Damit wird ein natürliches Emergenzpro- fil geschaffen, das v. a. im ästhetischen Frontzahnbereich unerläss-lich ist (Abb. 2).Dieses Vorgehen ermöglicht eine vorhersagbare Kosmetik der nachfolgenden Kronenversorgung, da die natürliche Anatomie der Zahnform gewährleistet bleibt.

Am Ende des Implantationstermins wurde zur Gewebsstützung ein Provisorium angefertigt. Dafür gibt es als Basis das Multi-Cap+ (Fa. TRINON Titanium), auf das chairside mittels einer Frasacokrone eine Compositekrone angefertigt werden kann (s. Abb. 3). Dieses hochglanzpolierbare Provisorium gewährleistet nicht nur eine von Patientenseite immer gewünschte kosmetische Sofortversorgung, sondern auch eine optimale Stützung der Weichgewebsstrukturen durch die Ausbildung eines eindeutigen Approximalkontaktes. Dies ist zum Erhalt der Papillen unerlässlich. Um die initiale Belastung des Implantats zu mindern, wurde das Provisorium in Infraokklusion gesetzt. Die endgültige Versorgung mit einer Edelmetall-VMK-Krone wurde in entsprechender okklusaler Belastung gestaltet. Die Abbildung 4 zeigt die Situation nach vier Jahren Beobachtung. Dabei sieht man den stabilen Erhalt der Papillen und eine perfekte Ästhetik.

Klinischer Fallbericht 2

Eine 19-jährige Patientin erlitt bei einem Sturz ein Frontzahntrauma mit notwendiger Entfernung der Zähne 12, 11 und 21. Sie kam einen Tag nach dem Unfall in unsere Ordination (s. Abb. 5). Die teilluxierten und frakturierten Zähne wurden besonders vorsichtig extrahiert. Der alveoläre Knochen konnte zirkulär frakturfrei erhalten werden, auch die Papillen wiesen trotz des Sturzes nur geringe Quetschungen und Hämatome auf. Es wurden drei Q1-Sofortimplantate inseriert und in der glei- chen Sitzung Provisorien mittels eines MultiCap+ und Frasacokronen angefertigt. Die Provisorien wurden anatomisch so gestaltet, dass die Papillen sich nach dem Trauma gut erholen und abschwellen konnten (s. Abb. 6). Die Provisorien wurden außer Okklusion gestellt, um Scherkräfte zu vermeiden und für zwölf Wochen belassen. Nach diesem Zeitraum sieht man die komplette Ausheilung der Papillen und eine stabile Weichgewebssituation (s. Abb. 7). Danach erfolgte die prothetische Versorgung mit Zirkonoxidkronen (s. Abb. 8 und 9). Auch nach einem Beobachtungszeitraum von drei Jahren sind die ästhetischen Kriterien einer Sofortimplantation erfüllt (s. Abb. 10 und 11), und die Patientin ist mit der Versorgung sehr zufrieden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das beschriebene Vorge-hen die Wünsche unserer Patienten nach einer sofortigen ästhetisch anspruchsvollen Versorgung nach einem Zahnverlust erfüllt und dabei den höchsten medizinischen Kriterien entspricht.

 

Kontakt:

www.perfectsmileandface.com

www.iausi.org

 

1Das Q-Implantatsystem wurde von Dr. Andreas Kurrek, Ratingen, Deutschland, und von der Firma TRINON Titanium entwickelt.

Von Dr. Izabela Schlichting und Dr. Andreas Kurrek, Zahnarzt

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