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Foto: wikipedia.de / Georging
Der viertägige Fachkongress „Chicago Dental Society Midwinter Meeting“ stellt derzeit einen der bedeutendsten Dentalkongresse in den USA dar.
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Der viertägige Fachkongress „Chicago Dental Society Midwinter Meeting“ stellt derzeit einen der bedeutendsten Dentalkongresse in den USA dar.

 
Zahnheilkunde 8. April 2009

144th Chicago Dental Society Midwinter Meeting

Praxisgerechte Kurse und Vorträge sowie das bekannt lebhafte Networking machten Chicago Ende Februar 2009 zum Mittelpunkt der Dentalwelt.

Das „Midwinter Meeting der Chicago Dental Society” rangiert unter den wichtigsten Kongressen der United States of America. Vom 26. Februar bis 1. März 2009 zog die Veranstaltung Professionisten der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde aus aller Welt in ihren Bann. Darunter fanden sich allein 7.000 Zahnärzte und -ärztinnen. Insgesamt besuchten 31.333 Menschen den Kongress.

 

Zur Eröffnung – die Opening Session fand im Rahmen eines Gala-Abends am 26. Februar 2009 statt – begrüßte David Kuamamoto, der Präsident der Chicago Dental Society, Hunderte von Gästen: „Ich hoffe, dass Sie das Midwinter Meeting zum integralen Teil Ihres persönlichen dentalen Netzwerks machen, und dass es Ihnen gelingen möge, den Erfolg Ihrer Praxis durch Ihre neuen Kenntnisse und Vernetzungen zu steigern. Wir haben das Midwinter Meeting für Sie so konzipiert, dass Sie hier neues Wissen und neue Produkte kennen lernen werden und gleichzeitig auch beste Chancen haben, alte Freunde zu treffen und neue Beziehungen zu knüpfen.“

Zahlreiche Awards wurden vergeben

Dr. Lou Imburgia, der General Chairman der CDS, der auch die Funktion eines Zeremonienmeisters hatte, rief sodann Gordon Christensen, den bekannten Referenten, gleichzeitig Ehrenmitglied der CDS, auf die Bühne, um Barry Freydberg mit dem „Gordon J. Christensen Recognition Lecturer Award“ zu ehren. Dieser Preis wurde in den 90er-Jahren eingeführt, um Anerkennung für herausragende Beiträge zum zahnärztlichen Wirken, im Besonderen aber für Arbeit zum Benefit der CDS auszudrücken.

John Findley, Präsident der American Dental Association (ADA) überreichte sodann zusammen mit Barbara Mousel, Vorstandsmitglied der CDS, feierlich ein gemeinsames Geschenk von CDS und ADA: Die „Infant Welfare Society of Chicago Dental Clinic“ und die „Oak Park River Forest Infant Welfare Society Children’s Dental Clinic“ erhielten je 5.000 USD, um ihre Tätigkeit, die sie seit ihrer Gründung im Jahr 1919 erfolgreich entfaltet haben, weiterführen und ausbauen zu können.

Weitere Preise wurden verliehen, so zum Beispiel die von der ADA und Dentsply unterstützte „Student Clinicians Research Awards“: Rita Chuang, University of Southern California Class of 2009, gewann in der Kategorie „Clinic Research/Public Health“ den Preis für ihre Arbeit „Late Maxillary Protraction: Novel Treatment Modality for Cleft Lip und Palate Patients“. Neil Robertson, University of Pittsburgh Class of 2011 gewann den Preis in der Kategorie Basic Science Research für seine Arbeit „Multi-Lineage Differentiation Potential of Pericytes Isolated for Human Dental Pulp”.

Imburgia überreichte den George-H.-Cushing-Preis an Steven Perlman, Global Clinical Advisor for Special Smiles. Dieser jährlich überreichte Preis signalisiert die Anerkennung der Arbeit einer Person oder Grup-pe, welche sich der Bewusstseinsbildung der Öffentlichkeit im Hinblick auf die Wichtigkeit der oralen Gesundheitspflege widmet.

Ebenfalls jährlich werden die Preise des Communications Committees vergeben, die „High School Journalism Awards“. Das diesjährige Thema war „Nonverbale Kommunikation: Was sagt Ihr Lächeln?“. Veröffentlicht wurden die Beiträge in lokalen Schülerzeitungen.

Imburgia richtete sodann Grußworte und Dank an die anwesenden Repräsentanten internationaler Gesellschaften: Genannt wurden das APCD Brazil Dental Meeting, das Journées de Nice Dental Meeting, die Associazione Italiana Odontoiatri, die Association Dental Mexica- na, die Association Dental del Dist- ro Federal sowie die American Den-tal Association und die ADA Foun-dation.

„Special Guest“ des Eröffnungsabends war Tom Dreesen, ein Komödiant, der seine Pointen dem aktuellen wie auch dem vergangenen Präsidenten der CDS widmete. Auch die Stadtverwaltung von Chicago und der Senat des Staates Illinois nahm er in seinem Programm „unter die Lupe“.

Der Kongress

Die Tagung fand im riesigen Gebäudekomplex des McCormick Place, direkt am Ufer des Lake Michigan, statt. Die Teilnehmer reisten zum Teil individuell an, zum Teil gab es einen sehr durchdacht organisierten Shuttledienst, der in Abständen verschiedene Routen, welche die größten Hotels in Chicago bestrichen, abfuhr. Für die Tausenden Menschen, die täglich den Komplex erfüllten, gab es ausreichend Raum: Das Meeting war in zwei Gebäuden untergebracht, welche durch eine Spange verbunden sind. Ein übersichtliches Wegweisesystem und zahlreiche, immer freundliche und gut gelaunte Helfer machten die Orientierung leicht.

Wenn man die Tatsache, dass man für den Besuch von Veranstaltungen in verschiedenen Sälen, Ebenen oder Gebäuden (in Summe bot die Tagung eine breite Palette von über 240 Kursen und Vorträgen an!) meist eine schöne Strecke laufen musste, einkalkulierte, gelang der pünktliche Besuch der gewählten Workshops und Vorträge. Thematisch rankten sich die Workshops und Vorträge schwerpunktmäßig um die Themen „Bleaching und seine Folgen“ und „Veneers“ sowie „Implantologie“ mit allen Finessen und Patientenmanagement – um nur einige Beispiele zu nennen. Die Palette der Themen war sehr praxisorientiert und auf die Bedürfnisse der Zielgruppe genau abgestimmt.

Traum und Wirklichkeit

Amerikanische Zahnärzte sind in ihren Ordinationen der aktuellen Krise ausgesetzt. Umfragen im Rahmen der CDS zufolge berichteten mehr als 60 Prozent der Zahnärzte, dass ihre Patienten bei den Ausgaben für Pflege allgemein, im Besonderen aber auch bei der Zahnpflege sparen. Mehr als die Hälfte der Befragten meinte, dass ihre Patienten nicht willens sind, den erforderlichen Aufwand für Zahnpflege zu tätigen. Dazu passen die Angaben, dass die Frequenz der Zahnarztbesuche zu präventiven Zwecken ebenfalls im Abnehmen ist, wie 40 Prozent der Zahnärzte zu Protokoll gaben.

Informationen über ihre Patienten ziehen elf Prozent der Befragten aus dem Internet: Seiten wie „Yelp.com“ oder „Angie’s List“ werden besucht, um herauszufinden, was die Patienten über die Ordination und die Behandlung berichten. Ein Lächeln wie Julia Roberts oder Brad Pitt sind die erklärten Ziele der Patienten 2009.

Care Programs

Im Jahr 2008 stellte die CDS 1,7 Mio. USD für Foundations, Klinken, Studenten und ein lokales College zur Verfügung, mit dem Ziel, die Aktivitäten zur Verbesserung der dentalen Gesundheit aller Bewohner von Illinois zu unterstützen. Der Löwenanteil dieser Summe von 1,5 Mio. USD ging an die neue Chicago Den-tal Society Foundation, in deren Verantwortung es fällt, eine stabile Basis für die Zuflüsse an dentale Schulungsprogramme und dentale Kliniken zu stellen, wobei es hier sowohl private Unterstützung als auch organisiertes Fundraising gibt.

Zu den Empfängern der Fördergelder gehören auch Programme, die Familien und Behinderte betreuen, genauso wie Trainingsprogramme für Dentalhygieniker und Stipendien für Studenten an der University of Illinois at Chicago College of Dentistry und der Southern Illinois University School of Dental Medicine.

Der amtierende CDS-Präsident Kumamoto sagte in diesem Zusammenhang: „In diesen wirtschaftlich angespannten Zeiten ist die Unterstützung unserer Dentalprogramme besonders wichtig. Wir, die CDS, sind stolz darauf, die führende Rolle bei Unterstützungsprogrammen, die zu einer Verbesserung der dentalen Versorgung in Illinois führen sollen, zu spielen.“

Die Dentalindustrie

Das Midwinter Meeting der CDS bietet jährlich auch den Dentalfirmen Raum und Zeit für ihre Produktpräsentationen. Im Bereich des „Exhibit floor“ präsentierten sich insgesamt 570 Dentalfirmen: Riesige, architektonisch aufwändig konstru-ierte Stände wechselten ab mit kleineren, nicht weniger selbstbewuss-ten Firmenauftritten. Da gab es Vorträge für Kleingruppen, Quizfragen zu Produkten, kleine Gewinne und zahlreiche, nett drapierte Unterlagen und bestens platzierte neue Ausstellungsstücke.

Rahmenprogramm mit Tradition

Erwähnung finden soll auch der traditionell nette Rahmen, der in diesem Jahr aus einem Konzert des CSI Miami Stars Gary Sinise & seiner Lt. Dan Band am Freitagabend in einem feinen, kleinen Clublokal in Chicago sowie einem großen „Ballroom Dancing“ am Samstagabend bestand. Auch eine Modeschau lockerte den Kongressalltag auf. Die Rahmenevents waren mit Bedacht so gewählt, dass es den Teilneh- mern möglich war, einige der faszinierenden Facetten von Chicago zu erleben.

145th Midwinter Meeting of the CDS

Die CDS wird das 145th Midwinter Meeting im „West Building“ des McCormick Place abhalten. Zudem wird die Dauer des Kongresses um einen Tag verkürzt: Die Dentalausstellung und die Kurse werden am Donnerstagmorgen öffnen und bereits am Samstagabend schließen. Da das „West Building“ ausreichend Raum bietet, kann die CDS 2010 alle Kurse und Vorträge – anders als bisher – in einem Gebäude abhalten.

 

145th Midwinter Meeting of the CDS:February 25th–27th, 2010, Chicago.

 

Quellen: 144th Midwinter Meeting of the CDS, Feb.26th to March 1st, 2009, Chicago, Presseaussendung der CDS

Von Dr. Renate Höhl , Zahnarzt

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