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Zahnheilkunde 9. November 2011

Zahnarzt "vergaß" Ausbildung: 6.000 Euro Schadenersatz

Um Lohnkosten zu sparen meldete ein Zahnarzt seine Assistentin nicht für den erforderlichen theoretischen Teil der Berufsausbildung an. Das kam dem Zahnmediziner jedoch teuer: 6000 Euro Schadenersatz sind nun zu bezahlen. Ein Fall wie dieser dürfte nach Meinung der Arbeiterkammer Oberösterreich bei Zahnärzten durchaus öfter vorkommen.


Zur dreijährigen Berufsausbildung von zahnärztlichen Assistenten/-innen gehört auch ein theoretischer Teil. Die Anmeldung zur Ausbildung muss vom Arbeitergeber vorgenommen werden und kann nach Wahl des Zahnarztes im ersten, zweiten oder dritten Ausbildungsjahr abgelegt werden.


Im konkreten Fall hat der Zahnarzt die Assistentin weder im ersten noch im zweiten Jahr angemeldet. Zur rechtzeitigen Beendigung der Ausbildung hätte die Mitarbeiterin nun spätestens im dritten Ausbildungsjahr am Kurs teilnehmen müssen. Obwohl die Assistentin mehrmals ihren Wunsch zur theoretischen Ausbildung deponiert hat, unterließ der Dienstgeber die Anmeldung. Erst ein Jahr später, also nach Abschluss der Ausbildungszeit, erlaubte ihr der Zahnarzt den Kursbesuch.


Das hatte zwei unschöne Konsequenzen: Die Arbeitnehmerin konnte ihre Ausbildung nicht in der vorgesehenen Zeit abschließen. Und der Zahnarzt zahlte ihr weiter das Gehalt des dritten Ausbildungsjahres - statt des ersten Jahres für eine fertig ausgebildete Assistentin.


Die Arbeitnehmerin schaltete daraufhin die AK ein, denn die Differenz zwischen dem Ausbildungslohn von 590 Euro (plus 60 Euro Gefahrenzulage) und dem Lohn im ersten Berufsjahr von 1.048 Euro summierte sich auf über 6.200 Euro.

Weil aber der Zahnarzt die zustehende Zahlung verweigerte, klagte die AK den Betrag als Schadenersatz ein. Das Landesgericht Linz teilte die Rechtsansicht der AK und verurteilte den Zahnarzt schließlich zur Schadenersatzzahlung. Es ist anzunehmen, so die AK-Experten, dass es noch weitere ähnliche Fälle gibt.

OTS/AKOÖ/AN, springermedizin.at

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